Offenbar ein Kleinwagen, ein Crossover à la Ariya und ein mit Lotus entwickelter Sportwagen

Die Gerüchte haben recht gehabt: Alpine, die sportliche Marke aus dem Renault-Nissan-Konzern, wird künftig Elektroautos bauen. Und mehr noch: Die Marke aus dem französischen Dieppe wird sogar zur reinen Elektromarke. Das kündigte Renault-Chef Luca De Meo am vergangenen Donnerstag  (14. Januar) bei der Renaulution-Pressekonferenz an.

Der neue CEO der Renault-Gruppe (zu der auch Alpine, Dacia und Lada gehören, nicht aber die Konzernpartner Nissan und Mitsubishi) teilte auch mit, dass Alpine zusammen mit Lotus einen emissionsfreien Sportwagen entwickeln soll. Dabei sind die Briten ein viel versprechender Partner. Denn mit dem Evija hat Lotus ja schon einen Sportwagen mit Elektroantrieb entwickelt. Und was für einen: Das Ding hat vier Elektromotoren à 500 PS (368 kW), zusammen also 2.000 PS oder 1.470 kW.

Bildergalerie: Lotus Evija (Elektro-Sportwagen)

Bei dem Alpine-Projekt dürfte es allerdings nicht um einen elektrischen Supersportler. Insgesamt plant Alpine drei Elektromodelle, und dies in nicht allzu ferner Zukunft. Denn die meisten übrigen Aussagen bei der Renaulution-Pressekonferenz bezogen sich auf das Jahr 2025. Wenn Sie die Pressekonferenz sehen wollen, hier ist das Video. Es dauert über zweieinhalb Stunden, spulen Sie am besten vor bis etwa 1:02, dann kommen die Aussagen zu Alpine:

Wie die Grafik oben zeigt, will Alpine einen Kleinwagen oder ein kleines SUV auf der Basis der B-Segment-Plattform CMF-B entwickeln (ganz links). Das dürfte also ein Elektro-Clio oder ein Elektro-Captur werden, denn diese Modelle basieren auf CMF-B. Interessanterweise erinnert das Modell auf der linken Seite etwas dem Konzept Renault Twin Run von 2013, das den aktuellen Twingo ankündigte (der allerdings im A-Segment antritt). 

Dazu kommt ein Auto auf der Plattform CMF-EV. Das ist die neue Elektroplattform, die auch vom neuen Nissan Ariya sowie vom neuen Elektro-Mégane genutzt werden soll, der von Renault ebenfalls als Crossover eingruppiert wird und auch so aussieht:

Bildergalerie: Renault Mégane eVision (2020)

Ariya und Elektro-Mégane weisen exakt den gleichen Radstand (2.770 Millimeter) auf. Alpine könnte ein drittes SUV- oder Crossover-Modell mit der gleichen Technik bringen – das würde die Synergieeffekte der Plattform noch besser nutzen. 

Das dritte Elektromodell von Alpine ist das sportliche Auto ganz rechts auf der Grafik – wohl das Modell, das zusammen mit Lotus entwickelt werden soll. Angaben, welche Technik dieses Modell kriegen soll, machte Alpine noch nicht.

Da Lotus zum chinesischen Geely-Konzern gehört (der Konzernmutter von Volvo und Polestar), handelt es sich offenbar um eine normale Kooperation, denn Geely hat organisatorisch nichts mit Renault-Nissan zu tun. Auch Lotus hat angeblich hochfliegende Elektropläne und passt insofern gut zu einem solchen Projekt. Ob daraus ein Alpine A 110 E-Tech und eine Lotus e-Elise werden? Wir werden es abwarten müssen. 

Bildergalerie: Alpine-Zukunft (Renaulution-Präsentation 2021)