Fünftes und sechstes Elektroauto des Konzerns auf MEB-Basis

VW ID.3 und ID.4 machten den Anfang, bald sollen der ID.5 und der Cupra Born hinzukommen. Da der VW-Konzern im Jahr 2021 sechs MEB-Fahrzeuge auf den Markt bringen will, fehlen noch zwei. Ziemlich sicher handelt es sich dabei um den Q4 e-tron und seine coupéhafte Variante Q4 e-tron Sportback.

Als Studie zeigte Audi den Q4 e-tron schon auf dem Genfer Autosalon 2019. Das Auto wirkte bereits serienreif. Es basiert wie erwähnt auf dem MEB und ist damit ein enger Verwandter des Skoda Enyaq und VW ID.4. Mit 4,59 Metern Länge war die Studie so groß wie der ID.4, der Nissan Ariya und der Hyundai Ioniq 5 und mit 1,61 Meter auch ähnlich hoch. Der Radstand (2,77 Meter) ist identisch mit dem von Enyaq und ID.4. Die 22-Zoll-Räder der Studie dürften bei der Serienversion etwas kleiner ausfallen.

Mit Allradantrieb zwei Sekunden schneller auf 100 km/h

Für den Antrieb sorgten bei der Studie Q4 e-tron zwei Elektromotoren mit zusammen 225 kW (306 PS). Dabei wird der bekannte 150-kW-Heckmotor mit einem 75-kW-Aggregat an der Vorderachse kombiniert. Den gleichen Antrieb dürfte auch der VW ID.4 GTX bekommen. Der Audi soll damit in 6,3 Sekunden auf 100 km/h sprinten und 180 km/h erreichen. Das hieße, das Auto ist rund zwei Sekunden schneller beim Sprint als der ID.4 mit 150-kW-Heckantrieb und 20 km/h schneller beim Höchsttempo.

Der Akku bietet 82 kWh; wahrscheinlich handelt es sich dabei um den Brutto-Energiegehalt, netto dürften es 77 kWh wie bei der Topversionen des ID.4 sein. Die Reichweite soll jedenfalls rund 450 Kilometer nach WLTP-Norm betragen. Geladen wird der Akku (wie bei den höheren Versionen des ID.4) mit maximal 125 Kilowatt Gleichstrom. So dauert es kaum mehr als 30 Minuten, um wieder 80 Prozent der Gesamtkapazität zu erreichen.

Bildergalerie: Audi Q4 e-tron Concept

Audi verspricht eine gute Aerodynamik mit einem cW-Wert von 0,28, eine ausgeklügelte Rekuperationsstrategie und ein komplexes Thermomanagement, unter anderem mit Wärmepumpe. Für das Cockpit hat Audi einen 12,3-Zoll-Touchscreen vorgesehen sowie das Head-up-Display mit Augmented-Reality-Funktion, das auch schon der ID.3 und ID.4 haben.

Die coupéhafte Version des Q4 e-tron (mit dem Zusatz Sportback) wurde im Juli 2020 präsentiert. Die Abmessungen sind nahezu identisch: Die Sportback-Version ist einen Zentimeter länger und einen Zentimeter niedriger. Breite und Radstand sind identisch, genauso wie der Allradantrieb mit 225 kW. Der hintere Motor (ein PSM) übernimmt aus Effizienzgründen die Hauptlast des Antriebs, das vordere Aggregat (ein ASM) wird nur bei hoher Leistungsanforderung, aus fahrdynamischen Gründen oder bei Glätte dazugeschaltet.

Auch mit Heckantrieb

Bei der Vorstellung des Sportback erwähnte Audi neben dem Allradantrieb auch "Versionen mit Heckantrieb", die über 500 km schaffen werden. Wir sehen keinen Grund, warum der normale Q4 e-tron die nicht auch bekommen sollte. Der cW-Wert liegt mit 0,26 nochmal niedriger als beim normalen Q4 e-tron und auch niedriger als beim Nissan Ariya und VW ID.4. Der Spitzenwert des Tesla Model Y (0,23) wird aber nicht erreicht.

Die Serienversion des Q4 e-tron sollte eigentlich schon 2020 präsentiert werden, gleichzeitig mit dem e-tron GT. Das hat sich vermutlich wegen Corona zerschlagen. Die Serienversion des Q4 e-tron Sportback will Audi 2021 präsentieren. Ob die Zwillinge nun gemeinsam vorgestellt werden? Wir vermuten, dass der Audi jedenfalls vor dem ID.4 GTX vorgestellt werden wird, da er höher positioniert sein wird und der Konzern deshalb dem Audi Priorität geben dürfte.

Bildergalerie: Audi Q4 e-tron Sportback Concept