Chinas neue E-Zwerge: Bontu bringt drei City-Stromer nach Europa
Mit zwei Kleinstwagen und einem Mini-Transporter bringt der chinesische Hersteller Shandong Bontu frischen Wind in die EU-Klassen L6e und L7e
Mit einer komplett neuen Modellfamilie will Bontu auf dem europäischen Markt Fuß fassen. In Mailand hat der chinesische Hersteller mehrere elektrische Quadricycles und einen Mini-Transporter vorgestellt, alle mit EU-Homologation nach der Verordnung 168/2013. Im Fokus stehen urbane Mobilität, kurze Lieferwege und ein Einsatzprofil, das klar auf die Stadt zugeschnitten ist.
Zwei Minicars für Alltag und Pendelverkehr
Das Portfolio beginnt mit dem BTE05, einem elektrischen Minicar mit wahlweise zwei oder vier Sitzplätzen. Das Modell misst 3.000 Millimeter in der Länge und soll mit einer Lithiumbatterie von 13,9 oder 18,1 kWh je nach Version 170 oder 222 Kilometer weit kommen. Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 90 km/h. Für den Stadtalltag bringt der Wagen unter anderem ABS, EBD, elektrische Servolenkung, Klimaanlage, Fahrerairbag, Rückfahrkamera und Parksensoren mit.
Bildergalerie: Bontu BTE05 (2026)
Bontu verweist zudem auf eine stabile Karosseriestruktur mit einem Passagierraum aus 60 Prozent hochfestem Stahl. Dazu kommen MacPherson-Vorderachse, hinten eine nicht unabhängige Schwinge sowie Scheibenbremsen vorn und Trommelbremsen hinten. Interessant ist auch das Bedienkonzept mit 7-Zoll-Kombiinstrument und 12-Zoll-Touchscreen, das die Bedienung im Alltag erleichtern soll.
BT09 setzt auf junge Käufer und kompakte Maße
Etwas kompakter und stärker auf ein jüngeres Publikum zugeschnitten ist der BT09. Das Modell fährt in der L6e-Ausführung mit 45 km/h, als L7e-Version mit 75 km/h. Bontu bietet hier zwei Sitzplätze oder vier Plätze mit Gepäckraum an. Die Batterie fasst 7,68 kWh beziehungsweise 10 kWh, die Reichweite liegt bei 130 oder 150 Kilometern. Laden soll in etwa drei Stunden möglich sein.
Bildergalerie: Bontu BTE09 (2026)
Technisch hebt Bontu einen permanent erregten Synchronmotor mit Flachdrahttechnik hervor. Das soll für spontanere Beschleunigung, einen ruhigeren Lauf und einen um 15 Prozent niedrigeren Verbrauch sorgen. Auch hier gibt es ABS, EBD, ESP und Berganfahrhilfe. Eine Kamera überträgt das Umfeld des Fahrzeugs in Echtzeit auf den 10-Zoll-Bildschirm in der Mitte des Armaturenbretts.
Mini-Transporter für die letzte Meile
Für den gewerblichen Einsatz bringt Bontu den BT03 an den Start. Das Mini-Nutzfahrzeug gibt es als Pickup, Truck und Cargo-Version. Mit 3.564 Millimetern Länge, 340 Kilogramm Nutzlast und 81 km/h Spitze zielt das Modell klar auf Lieferdienste, kommunale Aufgaben und die urbane Logistik. Die Batterie mit 8,35 kWh soll 80 bis 100 Kilometer Reichweite liefern, bis zu 80 Prozent lädt das Fahrzeug in 90 Minuten.
Bildergalerie: Bontu BTE03 (2026)
Bontu betont vor allem die Vielseitigkeit des Fahrzeugs. Die Cargo-Version hat doppelte Hecktüren, optional kommt eine Seitentür dazu. Damit lässt sich die Ladung flexibel ein- und ausladen, was im Stadtbetrieb Zeit spart. Bei der Entwicklung absolvierte der BT03 laut Hersteller mehr als eine Million Kilometer unter heißen und kalten Testbedingungen.
Marktstart mit klarer Ansage an Städte und Flotten
Mit den neuen Modellen zielt Bontu auf zwei Bereiche, die in Europa gerade stärker zusammenrücken. Einerseits suchen Privatkunden nach kompakten, bezahlbaren Alternativen für den Stadtverkehr. Andererseits wächst bei Lieferdiensten der Druck, leise und lokal emissionsfreie Fahrzeuge einzusetzen. Bontu rechnet dabei mit niedrigen Betriebskosten, weniger Wartungsaufwand und einem Einsatzvorteil in Umweltzonen oder bei Nachtfahrten.
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