Die Akkus sind per Hand austauschbar, genauso wie die Aufbauten

Nein, schön ist er nicht, aber irgendwie rührend und wohl auch praktisch: der eBussy. Der elektrisch angetriebene Kleinbus ist nur 3,65 Meter lang und extrem variabel. Es gibt zwei verschiedene Chassis-Typen (Offroad und Standard) und zahllose Möglichkeiten für den Aufbau. Dabei lässt sich der Aufbau und die Batteriekonfiguration auch nach dem Kauf noch verändern.

Für den Antrieb sorgen vier Radnabenmotoren mit zusammen 15 kW. Das ist nicht viel, aber es handelt sich um die Dauer-Nennleistung, die Peakleistung dürfte deutlich höher ausfallen. Jedenfalls ermöglicht der Antrieb bis zu 90 km/h. Die Motoren ermöglichen auch eine Rekuperation.

Der Akku speichert in der Basisversion nur 10 kWh, was für 200 km reichen soll. Es kann mit bis zu 24 Batteriemodulen à 1,25 kW auf bis zu 40 kWh erweitert werden, womit dann 800 km möglich sein sollen. Die Batteriespannung liegt bei nur 72 Volt. Aufgeladen wird der Wagen an der Haushaltssteckdose oder an einer (Schnell-)Ladestation. Zur Ladeleistung und zur Dauer des Ladevorgangs macht Electric Brands, der Hersteller des eBussy keine Angaben – bei 72 Volt dürfte es ziemlich langsam gehen.

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Eine Alternative zum Aufladen ist der Batterietausch: Electric Brands will Batterietausch-Stationen aufstellen, an denen sich die 1,25-kWh-Module gegen frische Akkus tauschen lassen. Außerdem bietet der eBussy je nach Modul auch bis zu acht Quadratmeter Solarfolien, die bis zu 13 kWh elektrische Energie täglich liefern können. Das soll zusammen mit der Rekuperation schon für eine Reichweite von 300 km sorgen – ohne jedes Aufladen.

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Sehr variabel ist der eBussy in Bezug auf den Aufbau: Es gibt viele verschiedene Module, die auf beide Chassis-Typen passen und die sich ohne besonderes Können und Wissen austauschen lassen sollen. Die Basisversion hat eine Kabine für zwei Personen, 200 km Reichweite und ein Solardach auf der Fahrerkabine. Das Mittelfach für Batterien ist hier leer. Sie soll 15,800 Euro kosten. Außerdem gibt es eine Pick-up-Version mit offener Ladefläche (optional kippbar). Alternativ lässt sich die Pick-up-Ladefläche auch durch ein Koffermodul ersetzen, was die Gesamthöhe vergrößert.

Die Kabine lässt sich durch ein oder zwei Module erweitern, wobei es ein Fond- und ein Kofferraum-Modul gibt. Die maximale Insassenzahl beträgt aber vier; das hinterste Kabinenmodul dient also stets als Kofferraum. So lässt sich ein Pick-up mit Doppelkabine und kleinerer Ladefläche oder ein Bus kreieren. Auch eine Art Cabrio ist möglich – denn das Solardach im Fondmodul lässt sich herausnehmen.

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Eine weitere interessante Variante für Privatleute ist die Camper-Version, die auf den ersten Blick aussieht wie die Bus-Variante. Offenbar lässt sich aber hier die Liegefläche im Heck ausziehen und so nach hinten verlängern. Auch das Dach lässt sich nach oben fahren, so dass sich die Stehhöhe vergrößert.

Produktionsstart für den eBussy soll Mitte 2021 sein. Wer will, kann sich bereits jetzt einen unverbindlich reservieren. "Frühbucher" erhalten einen 1.000-Euro-Gutschein – vermutlich für Zusatzausstattung. 

 

Technische Daten des eBussy (vorläufig):

  • Antrieb: Allradantrieb mit 4 Radnabenmotoren
  • Systemleistung: 15 kW (Dauer-Nennleistung)
  • Höchstgeschwindigkeit: 90 km/h
  • Akku: Basisversion 10 kWh, bis zu 24 entnehmbare Akkus mal 1,25 kWh (also max. 10+30 =40 kWh)
  • Reichweite: ca. 20 km pro kWh, also 200-800 km
  • Maße: 3.650 mm Länge / 1.640 mm Breite / 1.890 bzw. 2.040 mm Höhe
  • Leergewicht: 450 bis 600 kg ohne Batterien
  • Zulässiges Gesamtgewicht: ca. 1.600 kg
  • Ladevolumen: bis zu 5,3 m3 (modulabhängig)
  • Produktionsbeginn: Mitte 2021
  • Basispreis: 15.800 Euro

Bildergalerie: Electric Brands eBussy (2021)