Produktion soll nun erst im Laufe des Jahres 2023 starten

Über 13.000 Privatpersonen haben sich bereits ein Exemplar des Sono Sion reservieren lassen. Dieser Auftragsstand entspricht einem Umsatz von 278 Millionen Euro, meldet das Münchner Unternehmen. Erneut verschoben hat sich allerdings der geplante Produktionsstart: Das Solar-Elektroauto (Solar Electric Vehicle, SEV) soll nun erst ab 2023 gebaut werden.

Bei der Reservierung hinterlegten die Kunden in spe nicht nur eine geringfügige Gebühr, sondern schon eine stattliche Anzahlung von durchschnittlich 3.000 Euro, erklärt Sono. Damit ist wohl gesichert, dass mehr als nur ein oberflächliches Interesse besteht. Laut Sono entspricht die Zahl der Reservierungen einem Auftragswert von 278 Millionen Euro. Multipliziert man die Reservierungszahl von 13.000 mit dem avisierten Kaufpreis von 25.500 Euro, kommt man auf 332 Millionen Euro. Möglicherweise kommt die niedrigere Zahl dadurch zustande, dass der Wagen in anderen Ländern günstiger ist. 

Laut Sono leben die meisten Interessenten in Deutschland, Österreich und der Schweiz, jedoch werden auch immer mehr Reservierungen aus Ländern wie Italien, Spanien, Portugal, Finnland, oder Mauritius verzeichnet. Woher die Interessenten kommen ist auf einer interaktiven Karte einsehbar.

Im Januar stellte Sono einen neuen Prototypen des Sion vor. Damals hieß es, das Auto soll e Angang 2022 starten. Dieser Termin wurde nun offenbar nach hinten verschoben und die Angabe wurde weniger genau: Nun soll die Produktion im Jahr 2023 starten. Verschiebungen sind offenbar nichts neues bei dem Projekt: Der Wagen wurde ursprünglich schon für 2019 angekündigt, doch der Produktionsbeginn wurde auf 2021 verschoben. Grund war damals die unzureichende Finanzierung.

Wie bereits seit 2019 bekannt, wird das Auto nicht etwa am Unternehmenssitz in München gebaut, sondern beim Auftragsfertiger National Electric Vehicle Sweden (NEVS) in Trollhättan, also in der ehemaligen Saab-Fabrik. Nach dem Hochfahren der Produktion (Ramp-up-Phase) im Verlauf des Jahres 2023 sollen letztlich 43.000 Fahrzeuge pro Jahr gebaut werden – im Zwei-Schicht-Betrieb. Das Gesamtproduktionsvolumen wird sich voraussichtlich auf 257.000 Fahrzeuge in einem Zeitraum von sieben Jahren belaufen.

Der Sono Sion ist praktisch überall mit Solarzellen vollgepflastert - das bezieht sich nicht nur auf Dach und Fronthaube, sondern auch die Seitentüren. So soll man pro Woche durchschnittlich 112 km solare Zusatzreichweite generieren können. Daraus errechnen sich etwa 5.800 solare "Frei-Kilometer" pro Jahr. Die kleine 35-kWh-Batterie ermöglicht Fahrten bis 255 km, angetrieben wird das Auto von einem 120 kW starken E-Motor vorne.

Zu den Besonderheiten gehört neben der Solartechnik auch das bidirektionale Laden: Der Sion gibt bis zu 3,7 kW Leistung an externe Elektrogeräte ab. Über einen Typ-2-Stecker kann man sogar 11 kW entnehmen und so andere Elektroautos aufladen.   

Technische Daten des Sion laut Website:

  • Antrieb: 1 Synchronmaschine vorne mit 120 kW
  • 0-100 km/h / Spitze: <9 Sek. / 140 km/h
  • Batterie / Reichweite: 35 kWh / 255 km WLTP
  • Stromverbrauch: ca. 14 kWh/100 km
  • Aufladen: bis 11 kW AC, bis 50 kW DC
  • Solarzellen: 248 Stück, die bis zu 1,2 kW Leistung generieren
  • Zusatzreichweite durch Solarzellen: bis zu 245 km pro Woche (durchschnittlich 112 km)
  • Bidirektionales Laden: Leistungsabgabe bis 11 kW (Typ 2) bzw. bis 3,7 kW (Schuko)
  • Maße: 4.290 mm Länge / 1.830 mm Breite / 1.670 mm Höhe
  • Kofferraum: 650-1.250 Liter
  • Leergewicht / zulässiges. Gesamtgewicht: 1.400 kg / 1.950 kg
  • Anhängelast: 750 kg (ungebremst)
  • Marktstart: 2023
  • Preis: 25.500 Euro