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Tesla Model S Plaid gegen Mercedes EQS: Wer liegt nun vorne?

Ein Kurzvergleich der wesentlichen Daten

Tesla Model S Plaid und Mercedes EQS im Vergleich

Stefan Leichsenring Stefan Leichsenring

Von: Stefan Leichsenring

11. Jun. 2021 um 17:12 Uhr

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Beim Delivery Event am heutigen Freitag wurden alle Details des Tesla Model S Plaid noch einmal ausgebreitet. Dabei fiel auf, dass Elon Musk in etlichen Punkten Weltrekorde für die neue Version beanspruchte, so beim Sprint und beim cW-Wert.

Gerade beim cW-Wert hatte Mercedes für den neuen EQS ebenfalls einen Weltrekord für sich beansprucht. Dieser Dissens ist Grund genug für uns, die beiden Autos einmal genauer zu vergleichen. Hier die wesentlichen Daten im Direktvergleich (bessere Werte gefettet):

  Model S Plaid EQS 580 4Matic EQS 450+ Antrieb 1 Motor vorn, 2 hinten 1 Motor hinten 1 Motor vorn, 1 Motor hinten Systemleistung 750 kW (Peak) 385 kW 245 kW 0-100 km/h 2,1 Sek. 4,3 Sek. 6,2 Sek. Höchstgeschwindigkeit 322 km/h 210 km/h 210 km/h Akku k.A. 108 kWh 108 kWh Reichweite WLTP 628 km k.A. 770 km

Reichweite nachladen

300 km in 15 min 280 km (WLTP) in 15 min 300 km (WLTP) in 15 min cW-Wert 2,08 2,0 2,0 Preis 127.970 Euro k.A. k.A.

Tesla gibt eine Peak-Leistung von 1.020 PS (gleich 750 kW) an; Mercedes spricht nur von maximaler Antriebsleistung, ohne anzugeben, ob es sich um Peak- oder Nennleistung handelt. Eine Performance-Version des EQS mit 580 kW ist in Vorbereitung; doch auch diese kommt nicht mal in die Nähe des Tesla – vorausgesetzt, es handelt sich um Peak-Leistungen. Dass der Tesla bei der Antriebsleistung vorne liegen muss, zeigen auch die deutlich schlechteren Sprintleistungen des Mercedes EQS.

Bei der Reichweite liegt dagegen Mercedes vorne; der Hersteller gab die EQS-Reichweite mit bis zu 770 km nach WLTP-Norm an, ohne zu sagen, auf welche Version sich das bezieht. Doch da beide Versionen den gleichen Akku haben, dürfte der Wert zu der Version mit Hinterradantrieb gehören, also den EQS 450+.

Beim Ladeverhalten liegen beide Modelle praktisch gleichauf, wenn man die wichtigste Größe heranzieht, nämlich das Nachladen von Reichweite. Beide Autos sollen in 15 Minuten Reichweite für 300 Kilometer nachladen können. Wenn das wirklich so schnell geht, fragt man sich, ob man überhaupt mehr als 600 km Reichweite braucht, denn bei solchen Strecken ist eine Viertelstunde Pause für den Fahrer oder die Fahrerin wohl ohnehin nötig.

Beim cW-Wert sagt Tesla, es handele sich um einen Wert mit sich drehenden Rädern; wie Mercedes gemessen hat, teilte der Hersteller nicht mit; daher werten wir diese Kategorie nicht. Zumal ja der Windwiderstand nicht nur vom cW-Wert abhängt, sondern auch von der Stirnfläche (die Tesla nicht angibt).

Unser kurzer Vergleich der Daten zeigt: Tesla liegt in drei Disziplinen vorne, die alle mit schierer Leistung zu tun haben: Leistung, Sprint und Höchstgeschwindigkeit. Mercedes brilliert nur bei einer, der Reichweite.

Es sieht also nach einem Punktsieg für Tesla aus, auch wenn noch nicht alle Daten bekannt sind. Was einem wichtiger ist – Leistung oder Reichweite –, dürfte unterschiedlich sein. Aber vermutlich gibt es auch viele Elektroauto-Kunden, die die Reichweite vorziehen – nach dem Motto "Reichweite ist der neue Hubraum". Wir würden am Stammtisch jedenfalls lieber mit Kilometern angeben als mit PS ...

Mehr zu weiteren Konkurrenten:

Porsche Taycan: Beim Reichweite-Nachladen schlechter als Ioniq 5

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