eVTOL für Flughafentransfers soll besonders leise sein

Das kalifornische Startup-Unternehmen Archer stellte seinen elektrischen Senkrechtstarter namens Maker vor. Das Flugzeug hat zwölf Propeller für Auftrieb und Vortrieb. Es besitzt eine Fluggeschwindigkeit von 240 km/h und eine Reichweite von 100 Kilometern.

Archer möchte mit seinem eVTOL-Flugzeug (electric Vertical Take Off and Landing) eine emissionslose Mobilität frei von Staus ermöglichen, sagte Archer-Mitgründer Brett Adcock bei der Enthüllung in Los Angeles. Heute lebe die Hälfte der Weltbevölkerung in Städten und im Jahr 2050 sollen es nach einer UN-Prognose 70 Prozent sein. Das führt zu enormen Verkehrsstaus.

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Die gestiegene Energiedichte der Batterien (die bei dem Event präsentierte Grafik zeigte einen Wert von 250 Wattstunden pro Kilo, auf Zellebene) ermögliche nun elektrische Flugzeuge. Gedacht sei der Maker für jeden: Das Flugzeug ermögliche den Flug zur Arbeit, einen Wochenend-Trip oder zu einem tollen Event. So dauere ein Flug von Los Angeles nach Santa Monica nur acht Minuten – während die Autofahrt 45 Minuten dauere. Der Flug koste zudem nicht mehr als 40 Dollar.

Bildergalerie: Archer Maker (Elektro-Senkrechtstarter, 2021)

Der Maker ist eine zweisitziger Prototyp mit normalen Fragflächen. Die Elektromotoren der zwölf Rotoren (jeweils sechs vor und sechs hinter den Tragflächen) werden von sechs Akkus gespeist. Die vor den Tragflächen liegenden Rotoren sind schwenkbar und können so für Vor- und Auftrieb genutzt werden, die nach oben gerichteten Rotoren hinter den Flügeln werden nur für Start und Landung genutzt. Durch die redundante Auslegung kann das Flugzeug auch noch mit einem kaputten Akku oder mit zwei kaputten Motoren sicher fliegen.

Die kleinen Rotoren sorgen zudem für deutlich weniger Lärm als bei einem Hubschrauber, bei dem die hohe Geschwindigkeit der Rotorblätter zu hohen Lautstärken sorgt. So fliege der Maker mit einer Lärmentwicklung von 45 dB, während der Helikopter bei 100 dB liege. Die Schnellladefähigkeit sorge dafür, dass der Maker nach 30 Minuten wieder einsatzbereit ist.

Eingestiegen wird über Flügeltüren. Der zweisitzige Prototyp soll autonom fliegen; das Serienmodell soll jedoch einen Piloten und vier Passagiere aufnehmen. Bei der Herstellung kann Archer auf die Hilfe von FCA bauen, die das Unternehmen zugesagt hat, bevor es Bestandteil von Stellantis wurde.

Den Flugbetrieb will Archer im Jahr 2024 aufnehmen, und zwar zuerst in L.A. und Miami. Das Kapital für Entwicklung und Produktion will sich Archer an der Aktienbörse besorgen: Laut Bloomberg geht die Firma noch 2021 über eine Fusion mit einer bereits börsennotierten Mantelfirma (SPAC) an die Börse. Die Luftfahrtlinie United Airlines plant eine Investition von 20 Millionen Dollar. Außerdem könnte United bis zu 200 Archer-Flugzeuge kaufen, um seine Passagiere zum Flughafen zu bringen.

Ähnliche Konzepte wie Archer verfolgen auch das deutsche Startup Lilium mit seinem fünfsitzigen Elektro-Senkrechtstarter und das britische Unternehmen Vertical Aerospace mit seinem VA-X4. Keines von diesen Flugzeugen ist bislang für kommerzielle Flüge zugelassen, doch könnte sich das zumindest für Europa im Jahr 2024 ändern, wie Bloomberg im Mai unter Berufung auf die European Union Aviation Safety Agency berichtete.

Technische Daten des Archer Maker

  • Antrieb: 12 Rotoren, 12 E-Motoren 
  • Antriebsleistung beim Abheben und Landen: 325 kW
  • Batterie: 75 kWh (in 6 Akkupaketen), Leistungsabgabe bis zu 672 kW
  • Reichweite: 60 Meilen (100 km)
  • Gewicht. 1.508 kg
  • Innenausstattung: 2 Sitze, Platz für ein bis zwei Gepäckstücke, 13-Zoll-Touchscreen
  • Höchstgeschwindigkeit: 150 mph (240 km/h)

Bildergalerie: Lilium Jet Fünfsitzer (2019)