Bei der Telefonkonferenz von zu den letzten Tesla-Quartalszahlen deutete Firmenchef Elon Musk an, dass Tesla künftig weniger verschiedene Batteriezellen einsetzen will. Damit folgt er mit seinen Vorstellungen ähnlichen Plänen von Renault (nur noch NMC-Zellen) und vor allem VW mit seiner "Einheitszelle"

Derzeit nutzt Tesla vor allem zylindrische Zellen im Format 18650 (für Model S und X) und 2170 (für Model 3 und Y). Künftig sollen 4680-Zellen hinzu kommen. Dabei steht die Null am Ende für die zylindrische Bauform, die ersten beiden Ziffern für die Dicke in Millimetern und die ein oder zwei Stellen dazwischen für die Länge in Millimetern. Die 4680-Zelle ist also mit Abstand die dickste Zelle.

Tesla-Zellen der Bauformen 18650, 2170 und 4680

Das sind allerdings nur Bauformen; dazu kommt noch die verschiedene Chemie der Zellen. So soll es derzeit nach einer Übersicht im TTF-Forum allein im Model 3 drei verschiedene Zellen geben:

  • Zellen mit Nickel-Cobalt-Aluminium-Kathode (NCA) von Panasonic
  • Zellen mit Nickel-Mangan-Cobalt-Kathode (NMC) von LG Energy Solution
  • Zellen mit Lithium-Eisenphosphat-Kathode (LFP) von CATL

Diese Vielfalt will Elon Musk nun offenbar eindämmen. So soll es nur noch zwei oder maximal drei Formate und nur noch zwei verschiedene Chemien geben, nämlich eine mit Nickel (also NCA oder NMC) und eine ohne (LFP): "Nur eine Nickel-Chemie und eine Eisen-Chemie, damit wir uns nicht um so viele Varianten kümmern müssen", so der Tesla-Chef.

Tesla Battery Day 2020
Beim Battery Day wurden noch noch drei Chemien angekündigt. Zellen mit viel Mangan will Musk offenbar künftig streichen.

Zwei Drittel aller Tesla-Fahrzeuge sollen LFP-Zellen erhalten, der Rest (nämlich die anspruchsvollsten Fahrzeuge) eine Nickel-Zelle. Auch stationäre Speicher wie die Powerwall für Privatnutzer und die Megapacks für große Stromspeicher von Firmen und Institutionen, sollen LFP-Zellen erhalten. Das viel knappere Nickel soll anspruchsvolleren Anwendungen vorbehalten bleiben.

Die Nickel-Zellen sollen dabei das 4680-Format erhalten und direkt ins Fahrzeug eingebaut werden, so dass die Zellen die Karosseriestruktur erhöhen. Tesla nennt das oft structural battery. Die LFP-Zellen sollen ein anderes Format erhalten.

Das bedeutet offenbar, dass die 4680-Zelle auf ein Drittel der Fahrzeuge beschränkt bleibt – während es beim Battery Day Ende 2020 noch so klang, als wären sie der Königsweg für mehr oder weniger alle Autos. Hintergrund ist offenbar, dass die Produktion der besonders großen Zellen nicht so einfach ist, wie Musk dachte.

Tesla Battery Day 2020
Von der 4680-Zelle versprach Musk beim Tesla Battery Day 2020 wahre Wunderdinge

Das Model Y aus der neuen Gigafactory in Grünheide soll 4680-Zellen erhalten, die direkt ins Auto eingebaut werden. Doch nun sagte Musk, zur Not könnten auch 2170-Zellen ohne den structural-battery-Ansatz eingebaut werden.

Bildergalerie: Tesla Battery Day 2020