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Tesla Model Y (2026): Weniger Reichweite durch neue 4680-Zellen?

Die Version Premium Long Range RWD bekam offenbar stillschweigend eine neue Batterie und schafft jetzt nur noch maximal 609 km.

Tesla Model Y Facelift Juniper (2025)
Bild von: InsideEVs

Heimlich, still und leise hat Tesla eine neue Batterie im europäischen Model Y eingeführt. Und die liefert nicht mehr, sondern weniger Reichweite. Außerdem verschwand die Version Model Y Maximale Reichweite Hinterradantrieb aus dem Konfigurator.

Statt fünf Versionen wie noch Anfang Februar gibt es jetzt nur mehr vier. Die Basisversion ist nach wie vor die im Oktober eingeführte, abgespeckte Version mit Hinterradantrieb und 534 km Reichweite, die laut EV-Database eine LFP-Batterie mit 60 kWh besitzt. Sie kostet unverändert 39.990 Euro. Doch die entsprechende Long-Range-Version mit einem 77-kWh-Akku und 657 km Reichweite ist verschwunden. Wir haben die Variante in unserer Tabelle gelassen, sie aber eingeklammert:

  Model Y RWD [Model Y RWD LR] Model Y Premium RWD Model Y Premium AWD Model Y Performance
Antrieb RWD 220 kW [RWD 220 kW] RWD 220 kW AWD 158 & 220 kW AWD 158 & 303 kW
0–100 km/h 7,2 Sek [7,2 Sek] 5,6 Sek. 4,8 Sek. 3,5 Sek.
Vmax 201 km/h [201 km/h] 201 km/h 201 km/h 250 km/h
WLTP-Verbrauch 13,1 kWh [12,7 kWh] 14,2 kWh 15,3 kWh 16,2 kWh
Akku netto ca. 60 kWh
LFP
[ca. 77 kWh
NMC]
k.A. ca. 79 kWh
NMC
ca. 79 kWh
NMC
WLTP-Reichweite 534 km [657 km] 603–609 km 600–629 km 580 km
Preis 39.990 Euro [46.990 Euro] 50.990 Euro 53.990 Euro 62.990 Euro

Die nächstteurere Version, offiziell Premium Maximale Reichweite Hinterradantrieb genannt, bietet nun bestenfalls nur noch 609 statt 622 km WLTP-Reichweite. Sprintwert, Verbrauch und Höchstgeschwindigkeit sind gleich, der Preis stieg jedoch von 49.990 auf 50.990 Euro. Bisher hatte diese Version laut EV-Database eine 75-kWh-Batterie.

Das entsprechende AWD-Modell, offiziell als Premium Maximale Reichweite Allradantrieb bezeichnet, sowie die Performance-Version blieben den Daten nach unverändert, doch auch hier stiegen die Preise um jeweils 1.000 Euro.

Bisher hatte die Premium-AWD-LR-Version laut EV-Database eine NMC-Batterie mit 78,1 kWh brutto und 75 kWh netto mit zylindrischen Zellen von LG (Bezeichnung M50). Nach Angaben des YouTube-Kanals OutofSpec Roaming besitzt die neue Version eine Batterie mit 79 kWh brutto und 74 kWh netto, die aus 4680er-Zellen besteht. Das sind die zylindrischen Zellen, die Elon Musk beim Battery Day 2020 ankündigte. Sie werden von Tesla selbst in den USA hergestellt und auch im Semi eingesetzt. 

Die neue Batterie soll Tesla-intern die Bezeichnung 8L tragen. Sie soll aus 828 Zellen mit jeweils 26 Amperestunden bestehen. Mit der typischen Spannung einer NMC-Zelle von 3,7 Volt ergeben sich 826 x 26 Ah x 3,7 V = ca. 79 kWh brutto.

In dem Video oben wird auch eine Ladekurve des Modells gezeigt. Dabei wurden bei 31 Prozent etwa 155 kW erreicht, danach fällt die Kurve weiter ab. Bei 60 Prozent liegt die Ladeleistung nur noch bei etwa 75 kW. Laut Video ist die Ladekurve schlechter als bei der LFP-Basisversion und bei den beiden teuersten Versionen, die beide die 5M-Batterie von LG besitzen. Zudem wird der Akku recht heiß: Bei einem Ladestand von 50 Prozent werden 55 Grad erreicht, was zu beschleunigter Alterung führen könnte.

Die Ladekurve stammt offenbar von Elektro Ronny auf Youtube. Dabei wurde erst ab etwa 30 Prozent geladen und zudem der Akku nicht richtig vorkonditioniert. Bei einem weiteren Ladetest des 8L-Akkus von Elektro Ronny wurde bei etwa 9 Prozent gestartet. Dabei ergaben sich maximal 130 kW. Allerdings wurde der Test bei knapp 11 Grad Außentemperatur und offenbar mit nicht ausreichend vorgewärmtem Akku durchgeführt. Auch wenn beide Ladetests nicht optimal waren: Sie scheinen zu belegen, dass die Ladeperformance der neuen Batterie nicht sehr gut ist. 

 Unter dem Strich

Wie wir berichteten, gab Tesla schon Ende Januar bekannt, dass 4680er-Zellen "in bestimmten Model-Y-Versionen" eingesetzt werden. Inzwischen ist recht klar, dass auch die in Deutschland verkaufte Long-Range-Variante mit Heckantrieb und Premium-Ausstattung dazu gehört. Diese bietet weniger Reichweite und offenbar auch eine schlechtere Ladeperformance. Da ist Ärger bei der Kundschaft vorprogrammiert.

Auch andere Hersteller geben sich oft bedeckt, wenn es um den Lieferanten der Batteriezellen geht und tauschen diese manchmal. Zuletzt gab es einen solchen Fall beim Skoda Elroq, bei der sich die maximale Ladeleistung verringerte. Aber da die Ladedauer gleich blieb, stellte das in den meisten Anwendungsfällen keinen wirklichen Nachteil da. Anders scheint es bei der neuen 4680-Batterie im Model Y Premium Long Range RWD zu sein.