Covestro Photon: Extrem effizientes Solar-Elektromobil
Halb so viel Windwiderstand wie ein Rennradfahrer: Dritte Generation des "Sonnenwagens" aus Aachen
Im Jahr 2017 und 2019 fuhr das windschnittige Solar-Elektrofahrzeug des Team Sonnenwagen Aachen über 3.000 Kilometer weit durch Australien und versorgte sich dabei über Solarpaneele mit Strom. Für die Saison 2021 stellte das Team nun eine neue Version vor, den Covestro Photon.
Das Team Sonnenwagen besteht aus Studierenden der RWTH und FH Aachen. Der Verein wurde bereits 2015 gegründet und entwickelt und nimmt seitdem mit selbst gebauten Solar-Rennwagen an emissionsfreien Rennen auf der ganzen Welt teil.
Benannt nach dem Hauptsponsor Covestro (einem Kunststoffhersteller, der früher zu Bayer gehörte), ist der Photon das neueste "Pferd" im Rennstall des Teams. Es handelt sich dabei um die dritte Generation des "Sonnenwagens" nach den Versionen von 2017 und 2019. Mit dem Sonnenwagen 3 will das Team noch im laufenden Jahr bei Solar-Challenges antreten.
Bei Solar-Elektrofahrzeugen dreht sich alles um das Thema Effizienz. So hat der Covestro Photon einen extrem niedrigen Windwiderstand – er ist nur halb so hoch wie bei einem Rennradfahrer. Dafür hat das Aerodynamikteam umfangreiche Simulationen durchgeführt und dabei nicht weniger als 250.000 Rechenstunden verbraten.
Für den Antrieb sorgt ein selbst entwickelter Elektromotor – einer der stärksten der weltweit führenden Solar-Rennteams. Die Solarzellen wurden für einen verbesserten Wirkungsgrad wie Dachziegel übereinandergelegt. Dieses "Schindeln" der monokristallinen Siliziumzellen ermöglicht einen verbesserten Energieertrag und eine effizientere Flächenausnutzung von nun 95 Prozent.
Die Katamaran-Bauweise gibt dem Wagen eine hohe Stabilität und ermöglicht so höhere Kurvengeschwindigkeiten. Auch die Struktur wurde weiter verbessert: Die CFK-Teile wurden noch leichter und dennoch auch stabiler.
Für die optimale Fahrstrategie wurde eine neue Software entwickelt. Diese berechnet die anhand von GPS- und Wetter-Daten die Geschwindigkeit, bei der die Energie bestmöglich ausgenutzt wird. Die ermittelte Soll-Geschwindigkeit wird von dem "Chase-Fahrzeug", das hinter dem Sonnenwagen herfährt, an den Rennwagen weitergeben. So braucht sich die Pilotin oder der Pilot nicht mit der Wahl der Geschwindigkeit zu befassen und kann sich voll auf die Steuerung und den Verkehr konzentrieren.
Als Wettbewerb steht im September die European Solar Challenge (ESC) in Belgien an. Im Oktober folgt dann die Solar Challenge Morocco (SCM), eine Ersatzveranstaltung für die abgesagte World Solar Challenge 2021 in Australien. Dabei sind von Agadir aus über 2.500 Kilometer in fünf Tagesetappen zu bewältigen; dazu kommen noch über 5.500 Meter Höhendifferenz.
Einen Eindruck von den Herausforderungen solcher Rennen gibt folgendes Video:

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