Home

News

Designstudien

Studie IUV des DLR: Irgendwo zwischen Wasserstoff-Auto und BEV

Ein Demonstrator mit Brennstoffzellen-Plug-in-Hybrid-Antrieb

Das DLR stellt einen Brennstoffzellen-Plug-in-Hybrid vor

Stefan Leichsenring Stefan Leichsenring

Von: Stefan Leichsenring

22. Mär. 2022 um 15:05 Uhr

Als bevorzugte Quelle InsideEVs auf Google hinzufügen

Teilen

Mit dem Interurban Vehicle (IUV) zeigt das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) eine Studie für Langstreckenfahrten. Für den Antrieb sorgt ein Brennstoffzellen-Plug-in-Hybrid-System. So liegt das Auto ziemlich genau in der Mitte zwischen einem Brennstoffzellen-Auto (FCEV) und einem batterieelektrischen Fahrzeug (BEV).

Der Wagen kombiniert eine Brennstoffzelle mit einer Leistung von 45 kW, einen 700-bar-Tank mit rund 7,5 Kilo Wasserstoff und eine 48-kWh-Batterie. Für den Antrieb sorgen Elektromotoren mit einer Gesamtleistung von 136 kW; ob es zwei oder mehr sind, verrät die Pressemitteilung nicht. Jedenfalls wird das Auto damit bis zu 180 km/h schnell. 

Die Gesamtreichweite gibt das DLR mit 1.000 Kilometern an. Wenn die Energiespeicher leer sind, kann man entweder Wasserstoff tanken oder die Batterie laden oder beides. Die Brennstoffzelle befindet sich im Vorderwagen, die Batterie im Heck und der Wasserstofftank ist im Unterboden verbaut (siehe unser Titelbild).

Das IUV wurde als rollfähiger Karosserie-Demonstrator aufgebaut, der einen ersten Eindruck vermitteln soll, wie das Auto aussehen könnte, so Projektleiter Sebastian Vohrer vom DLR-Institut für Fahrzeugkonzepte in Stuttgart.

YouTube video player

Eine leichte Fahrzeugstruktur erwies sich als Schlüssel, um den Energieverbrauch niedrig zu halten. Die Rohkarosserie wiegt nur 250 Kilo und ist damit rund ein Viertel leichter als in der Mittel- oder Oberklasse üblich, so Vohrer. Das IUV mit Energiespeichern im leeren Zustand wiegt weniger als 1,6 Tonnen.

Die Karosserie besteht zu einem großen Teil aus faserverstärkten Kunststoffen. Teilweise kommen auch Aluminium und Sandwich-Materialien (mit harter Außenstruktur und weichem Innenteil)  zum Einsatz – vor allem dort, wo bei einem Crash eine hohe Steifigkeit und eine gute Aufnahme der Crashenergie gefragt sind.

So soll das IUV eine hohe Crashsicherheit bieten. Ausgewählte Bauteile wurden als Prototypen gebaut und in Crash-Versuchen getestet. Dazu zählte der Seitenschweller, der den Wasserstofftank im Fahrzeugboden und die Insassen bei einem seitlichen Aufprall schützen muss. 

Denn das IUV besitzt keine B-Säule. Der Vorteil dieser Bauweise: Die großen Türöffnungen in Verbindung mit gegeneinander öffnenden Schiebetüren vereinfachen das Ein- und Aussteigen.

IUV des DLR: Der Demonstrator ohne B-Säulen

IUV des DLR: Der Demonstrator ohne B-Säulen

Ein Schwerpunkt war auch das Energiemanagement. Dazu haben sich die Entwicklerinnen und Entwickler unter anderem Metallhydrid-Speicher genauer angeschaut. Mit ihrer Hilfe lässt sich ein Teil der Druckdifferenz zwischen dem Wasserstofftank mit 700 bar und der Brennstoffzelle mit fünf Bar nutzen, um Kälte für die Klimatisierung zu erzeugen.

Bei dem Konzept ging das DLR von autonomem Fahren auf Level 4 aus. Das Auto fährt also dauerhaft selbst, und die Insassen müssen nur im Ausnahmefall die Steuerung übernehmen.

Mehr autonom fahrende E-Auto-Studien:

Cadillac Innerspace: Autonom fahrendes Luxus-Coupé auf der CES

Audi Grandsphere Concept: Ausblick auf neue Oberklasse-Limousine

Das fünf Meter lange Fahrzeug hat Platz für fünf Personen, die einander gegenüber sitzen können. Denn die beiden Vordersitze sind drehbar. So können die Frontpassagiere im autonomen Modus auch mit dem Rücken zur Fahrtrichtung sitzen. 

Die Klima-Steuerung erfolgt deshalb nicht mehr zentral über das Armaturenbrett. Stattdessen können alle Mitfahrenden die Klimatisierung individuell über Bedienelemente im Dachhimmel regeln – ähnlich wie im Flugzeug.

IUV des DLR: Die Sitzanlage

IUV des DLR: Die Sitzanlage

Quelle: DLR

Diesen Artikel teilen

Meistgelesen

Alle elektrischen Mittelklasse-SUVs 2026: Modelle, Preise und Reichweiten

Alle elektrischen Mittelklasse-SUVs 2026: Modelle, Preise und Reichweiten

BMW iX7 (2028): Erlkönig zeigt riesige Doppelniere und geteilte Scheinwerfer

BMW iX7 (2028): Erlkönig zeigt riesige Doppelniere und geteilte Scheinwerfer

Das 2CV-Pendant von Fiat soll den Namen Koala tragen

Das 2CV-Pendant von Fiat soll den Namen Koala tragen

VW ID. Cross jetzt ab 27.995 Euro: Neue Versionen mit 37-kWh-Akku bestellbar

VW ID. Cross jetzt ab 27.995 Euro: Neue Versionen mit 37-kWh-Akku bestellbar

AKTUELLSTE ARTIKEL

Auch interessant



Alpine A310 Vision: Nur 1,18 Meter hohe Studie auf Basis von APP



Alle elektrischen Mittelklasse-SUVs 2026: Modelle, Preise und Reichweiten



Peugeot RCZ Vision: Studie eines elektrischen RCZ



BMW iX7 (2028): Erlkönig zeigt riesige Doppelniere und geteilte Scheinwerfer



Peugeot E-T16 mit 600 kW als Ausblick auf den E-208



Retro-Charme auf vier Rädern: Microlino präsentiert exklusive 55 Edition



Fiat Multiplay: Showcar zwischen Van und Pick-up