Stellantis investiert 3,6 Milliarden kanadische Dollar oder umgerechnet 2,7 Milliarden Euro in seine Autowerke in Windsor (bei Detroit, aber auf der kanadischen Seite) und Brampton (bei Toronto).

Die Investition gab der Chef von Stellantis Nord Amerika Mark Stewart bekannt. Sie gehört zu dem "Dare Forward 2030"-Plan, wonach der Konzern bis zum Jahr 2025 umgerechnet 33 Milliarden Euro in die Elektrifizierung und die Softwareentwicklung stecken will.

Die Pläne sehen einen Umbau des Montagewerks in Windsor ab 2023 vor. Hier sollen künftig Autos auf Basis einer "neuen Multi-Energy-Vehicle (MEV)-Architektur" gebaut werden, auf der auch mehrere batterieelektrische Modelle basieren werden. Das Werk soll "maximale Flexibilität" bieten, um auf Nachfrageänderungen reagieren zu können.

Der Ansatz scheint ähnlich wie der von BMW und Mercedes zu sein, die Elektroautos und Verbrenner auf der gleichen Produktionslinie bauen. Um welche Plattform es geht, verriet Stellantis nicht. Um die altgedienten Multi-Energy-Plattformen EMP2 und CMP wird es sich wohl nicht handeln. Die vier neuen STLA-Plattformen aber wurden im letzten Sommer als "Full BEV Platforms" bezeichnet. Das klang, als handele es sich um "electric only"-Plattformen, die ausschließlich Elektroautos tragen sollen.

Stellantis EV Day 2021

Die Fabrik in Brampton wird ab 2024 umgerüstet und modernisiert. Nach Wiederaufnahme der Produktion im Jahr 2025 soll hier eine "völlig neue, flexible Architektur" eingeführt werden, um die Elektrifizierungspläne des Unternehmens zu unterstützen. Auch hier bleibt offen, um welche Plattform es sich handelt; die Angaben sind hier noch weniger konkret als für Windsor.

Mit der Investition will Stellantis auch das Automotive Research and Development Centre (ARDC) erweitern. Hier sollen über 650 Ingenieurstellen entstehen, unter anderem für elektrifizierte Antriebe, Batterien, Leistungselektronik und mehr. Das ARDC soll auch das erste Batterielabor in Nordamerika von Stellantis werden. Ein weiteres solches Battery Lab will Stellantis in Turin einrichten.

Mit den 2,7 Milliarden Euro erhöht sich die Gesamtinvestition des Unternehmens in der kanadischen Provinz Ontario auf 6,4 Milliarden Euro. Dabei ist die neue Batteriefabrik des Joint Ventures mit LG Energy Solution mitgerechnet. Das etwa 3,6 Milliarden Euro teure Werk in Windsor soll ab 2024 einen Teil der Batterien für die US-Marken von Stellantis liefern.

Unser Titelbild zeigt Stellantis-Nordamerika-Chef Stewart bei der Ankündigung; im Hintergrund links ist Justin Trudeau zu sehen.