Die Elektroautos von Mercedes basieren künftig auf den Plattformen EA und MMA. Wo diese Modelle gefertigt werden, wurde nun von Arbeitgeber- und Arbeitnehmerseite gemeinsam festgelegt. Danach sollen weltweit sieben Werke die E-Autos der Zukunft bauen.

Zu diesen sieben Werken gehören in Europa die Mercedes-Standorte Sindelfingen, Bremen, Rastatt und Kecskemét (Ungarn). Die neuen elektrischen AMG-Fahrzeuge auf Basis der AMG.EA-Plattform sollen ab 2025 in Sindelfingen entstehen. Bremen und Kecskemét bauen künftig Modelle auf der niedriger positionierten MB.EA-Plattform. Die Modelle der Einsteiger-Plattform MMA sollen ab 2024 in Rastatt und Kecskemét produziert werden.

Nach der von Mercedes veröffentlichten Grafik (unser Titelbild) sollen die Elektro-Lieferwagen künftig aus dem spanischen Valeria kommen – dort dürften die Modelle auf Basis von Van.EA gefertigt werden. Für die Ertüchtigung der europäischen Werke investiert Mercedes mehr als zwei Milliarden Euro. Neben den fünf europäischen Werken sollen auch die Werke in Tuscaloosa (USA) und Peking (China) Elektroautos bauen.

Mercedes EQS-Produktion in Sindelfingen
Mercedes EQS-Produktion in Sindelfingen

Derzeit produziert Mercedes sechs reine Elektromodelle: EQA, EQB, EQC, EQE, EQS und EQV.  Diese laufen an sechs Standorten auf drei Kontinenten vom Band, und zwar jeweils auf der gleichen Produktionslinie wie entsprechende Verbrennermodelle. So werden in Sindelfingen die S-Klasse und der EQS auf derselben Linie gebaut. Darüber hinaus entstehen dort die E-Klasse mit Derivaten und bald der GLC.

In Bremen wurde vor einigen Monaten mit der Produktion des EQE begonnen. Schon seit Mai 2019 wird dort auch der EQC gebaut. Zudem entstehen dort die C-Klasse mit Derivaten, E-Klasse Coupé und Cabrio. Ab Mitte der Dekade kommt ein Modell der MB.EA-Plattform hinzu, so Mercedes.

Mercedes-Werk Rastatt
Mercedes-Werk Rastatt: Hier entstehen EQA und EQB, und in Zukunft die MMA-Modelle

Rastatt produziert seit 2021 den EQA und baut A- und B-Klasse sowie den GLA. Ab 2024 sollen dort neue MMA-Modelle vom Band laufen. Im Entry Luxury Bereich wird das Unternehmen die Anzahl der Karosserievarianten von sieben auf vier reduzieren, wie Mercedes kürzlich bekannt gab. Dabei entfallen ab 2025 offenbar die A- und die B-Klasse

Im ungarischen Werk Kecskemét wird seit 2021 der EQB gebaut – neben konventionell angetriebenen Modellen wie CLA Coupé und CLA Shooting Brake sowie A-Klasse. Ab 2024 werden neue Modelle auf Basis der MMA-Plattform sowie ein Modell der MB.EA-Plattform in Ungarn vom Band laufen.

In Peking baut die Beijing Benz Automotive Company (BBAC) seit 2005 Fahrzeuge für China. Vor wenigen Wochen startete dort die Produktion des EQE. Seit 2019 wird zudem der EQC gebaut und seit 2021 auch EQA und EQB, außerdem diverse Verbrenner-Modelle.

Im US-Werk von Mercedes in Tuscaloosa läuft in Kürze das EQS SUV an, das EQE SUV folgt später im Jahr. Beide werden auf den gleichen Linien gebaut wie der GLS bzw. der GLE.