Das Laden bei Lidl und Kaufland ist künftig nicht mehr kostenlos. Wer bei einem der beiden Supermärkte sein Elektroauto laden will, muss von nächster Woche an zahlen. Das meldet nun die Frankfurter Allgemeine Zeitung unter Berufung auf den Mutterkonzern, die Schwarz Gruppe.

Ab dem 12. September wird danach eine Gebühr für den getankten Ökostrom fällig, hieß es. Wechselstrom bis 43 kW Ladeleistung kostet dann 29 Cent pro Kilowattstunde, für Gleichstrom bis 149 kW werden 48 Cent berechnet. Vereinzelt könne auch mit 150 kW oder mehr geladen werden; dafür werden dann 65 Cent je kWh verlangt. Mit dem eingenommenen Geld will der Konzern den weiteren Ausbau und die Wartung der Ladepunkte finanzieren, heißt es.

Lidl und Kaufland zusammen betreiben derzeit rund 1.300 Ladepunkte. Die Nutzung der Säulen steigt dort wegen der zunehmenden Zahl von Elektroautos deutlich an, so der Schwarz-Konzern. So verzeichneten Lidl-Ladestationen im Jahr 2020 noch durchschnittlich vier Ladevorgänge pro Tag, bei Kaufland waren es im Durchschnitt neun. Ein Jahr später hatten sich diese Zahlen bereits verdoppelt. Und aktuell werden an Spitzentagen bei Lidl sogar 15 Ladevorgänge pro Station registriert und 20 bei den Kaufland-Stationen.

Konkurrent Aldi stellte bereits ab Juni auf ein Bezahlsystem um, wie die Münchner Tageszeitung tz berichtete. Dort ist das Laden aber zum Teil günstiger als bei Lidl: Für Wechselstrom mit bis zu 22 kW werden dort ebenfalls 29 Cent verlangt, für Gleichstrom mit bis zu 150 kW aber nur 39 Cent. Aldi betreibt deutschlandweit etwa 1.000 Ladepunkte, aber nur jede vierte Filiale bietet eine Lademöglichkeit.

Penny und Rewe wollen wollen bis Mitte des Jahrzehnts 6.000 Ladepunkte installieren. Dort gilt von Anfang an ein Bezahlsystem. An den Säulen wird entweder nach dem Roaming-Tarif des eigenen Providers (zum Beispiel EnBW) gezahlt oder über direkte Bezahlung. Für Edeka verzeichnet eine Übersicht bei GoingElectric derzeit etwa 300 Ladepunkte an 70 Standorten. Einen eigenen Tarif gibt es dort offenbar nicht; zum Bezahlen werden verschiedene Ladekarten benutzt.

Generell gibt es offenbar einem Trend: Die Zahl der Einzelhändler, die Geld für das Aufladen verlangen, steigt. Nach einer Umfrage des Einzelhandels-Statistikinstituts EHI stieg der Anteil dieser Händler innerhalb von zwölf Monaten von 29 auf 42 Prozent. Bei etwa 26 Prozent konnten immerhin Kundinnen und Kunden noch zu vergünstigten Preisen laden. Bei 15 Prozent war das Laden für Kundinnen und Kunden kostenfrei. Bei weiteren 15 Prozent war das Laden für alle kostenlos.

Dieser im Frühjahr ermittelte Trend setze sich fort, so das EHI. Allerdings steige parallel auch die Ladeleistung der neu auf den Parkplätzen installierten Säulen, so dass man in kürzerer Zeit mehr Strom laden kann.