Vinfast VF8 und VF9 sollen noch dieses Jahr nach Deutschland kommen. Doch wie sieht es eigentlich mit dem wirtschaftlichen Standing des vietnamesischen Herstellers aus? Ein Licht darauf wirft nun ein Interview mit Finanzvorstand David Mansfield.

Danach will der Hersteller in den nächsten drei Jahren profitabel werden. Zu dem Ziel, den Absatz in den nächsten fünf oder sechs Jahren auf eine Million Elektroautos zu steigern, sagte Mansfield, das Volumen werde "wesentlich geringer" sein. 

Wegen des geplanten Börsengangs in den USA könne er nicht mehr verraten, so der Manager gegenüber Automotive News Europe. Der allerdings verschiebt sich: Statt wie im April angekündigt im vierten Quartal 2022 soll er erst 2023 erfolgen.

Der Aktienverkauf könnte zwei Milliarden Dollar einbringen. Zudem hat Vinfast 1,2 Milliarden Dollar Fördermittel für seine geplante Elektroauto-Fabrik in North Carolina erhalten, die 2024 mit der Produktion beginnen soll. Für die Expansion in die USA will sich VinFast außerdem mehrere Milliarden bei Banken leihen.

VinFast VF e35

Vinfast VF8 (früher VF e35)

VinFast VF e36

Vinfast VF9 (zuvor VF e36)

Als erste Modelle in Europa und den USA sollen die beiden großen Elektro-SUVs VF8 und VF9 starten, und zwar noch vor Jahresende. Weltweit hat Vinfast etwa 65.000 Reservierungen erhalten.

Im Mai gab Vinfast noch einen Basispreis für den VF8 von 43.600 Euro an; nun wird auf der deutschen Vinfast-Website ein Grundpreis von 45.700 Euro plus Batteriemiete genannt. Bei unbegrenzter Kilometerzahl beträgt die Miete 120 Euro pro Monat. Alternativ kann man das Auto auch mit Akku kaufen und zahlt dann 61.700 Euro. Dafür erhält man die Basisversion mit 260-kW-Allradantrieb und 420 km Reichweite nach WLTP.

Den noch größeren VF9 gibt es für 62.250 Euro plus 150 Euro Batteriemiete monatlich oder 82.250 Euro für Auto inklusive Akku. Der Allradantrieb bietet hier 300 kW, die Reichweite der Basisversion beträgt 438 km. Alternativ wird eine Version mit 594 km Reichweite angeboten.

Vinfast-Händler in Deutschland gibt es bereits in Frankfurt, Berlin, Köln, Oberhausen und Hamburg. Geplant sind insgesamt mindestens 25 Händler. Auch in Frankreich und den Niederlanden gibt es bereits Vinfast-Geschäfte. Finanzierungen und Leasing sollen über die zu Stellantis gehörende FCA Bank und über die niederländische LeasePlan Bank möglich sein.

Derzeit baut Vinfast 200 Autos pro Tag. Ab Oktober will man vom Ein-Schicht- auf einen Zwei-Schicht-Betrieb umstellen und danach auf drei Acht-Stunden-Schichten, also auf den 24-Stunden-Betrieb. So will das Unternehmen die Jahreskapazität des Werks im vietnamesischen Hai Phong auf 250.000 Einheiten erhöhen. Dazu kommen die 150.000 Stück, die man in North Carolina produzieren will. Eine dritte Fabrik soll in Europa entstehen; nach dem Standort wird derzeit gesucht.