Die neue Euro-7-Norm, die ab 1. Juli 2025 gelten soll, betrifft erstmals auch Elektroautos. Damit wird auch die Bezeichnung Abgasnorm obsolet, man spricht wohl besser von Emissionsnorm. Denn E-Autos haben bekanntlich keinen Auspuff und kein Abgas. Bei E-Autos geht es um den Feinstaub, der durch Reifen- und Bremsabrieb entsteht.

Nach über vier Jahren Vorarbeit hat die EU-Kommission nun einen Vorschlag für die Euro-7-Norm gemacht, wie unter anderem die Frankfurter Allgemeine Zeitung berichtet. Dabei geht es nicht um den CO2-Ausstoß, sondern um gesundheitsschädliche Emissionen wie Stickoxide (NOx) und Feinstaub. Laut EU-Kommission sind 70 .000 Todesfälle pro Jahr darauf zurückzuführen – über dreimal so viel, wie Menschen im Straßenverkehr sterben.

Tritt die Euro-7-Norm wie geplant in Kraft, müssen die Autohersteller ihre Fahrzeuge umstellen. Das führt laut EU jedoch nur zu Kosten von 100 bis 150 Euro pro Auto. Die neuen Grenzwerte seien mit heutiger Technik erreichbar und bremsten den Umstieg auf Elektroautos nicht, so die Kommission. Denn allzu lange wird es Verbrenner in der EU ohnehin nicht mehr geben: Kürzlich hat die EU ein Aus für den Verbrenner im Jahr 2035 beschlossen.

Die erstmals festgelegten Grenzwerte für die Abrieb-Emissionen gelten natürlich nicht nur für Elektroautos, sondern auch für Wasserstoff-Fahrzeuge und vor allem auch für sämtliche Verbrenner. Um die Feinstaub-Emissionen von Bremsen und Reifen zu senken, gibt es bereits mehrere Lösungen.

Feinstaub-Filter von Mann+Hummel gegen den Bremsabrieb

Feinstaub-Filter von Mann+Hummel gegen den Bremsabrieb

Zudem will die EU ein Mindesthaltbarkeitsdatum für die Traktionsbatterien: Sie sollen fünf Jahre oder 100 .000 Kilometer halten, wobei die Schwelle bei mindestens 80 Prozent Speicherkapazität liegt. Ähnliche Garantien gewähren schon heute viele E-Auto-Hersteller. Regeln für die Recyclingquote bei E-Auto-Batterien hat die EU schon im Rahmen ihres Fit-for-55-Plans beschlossen.

Für Benziner bleiben die Abgas-Grenzwerte auf dem Niveau von Euro 6. Damit dürfen sie weiterhing 60 Mikrogramm Stickoxide je Kilometer ausstoßen. Allerdings müssen künftig auch Diesel diesen Wert erreichen, was eine Verschärfung um 20 Mikrogramm bedeutet. Bei Feinstaub werden außerdem auch kleinere Partikel einbezogen.

Zudem müssen die Grenzwerte für 10 statt 5 Jahre eingehalten werden. Unter extremen Bedingungen (wie Temperaturen von minus 10 bis 0 Grad oder 35 bis 45 Grad) dürfen die Emissionen 1,6 Mal so hoch sein wie normalerweise. Dieser Faktor gilt auch für in Deutschland relativ normale Autobahn-Geschwindigkeiten von 145 bis 160 km/h.

Für Busse und Lastwagen werden die Grenzwerte deutlich verschärft, denn laut EU spart das besonders viele Schadstoffe ein. Zudem gibt es hier noch kein Enddatum für den Verbrennungsmotor. Die Zusatzkosten pro Fahrzeug gibt die EU hier mit 2.700 Euro an. Die Grenzwerte für Laster und Busse treten allerdings erst Mitte 2027 in Kraft, also zwei Jahre später als bei Pkw.

Endgültig beschlossen ist die Euro-7-Norm noch nicht. Dem Vorschlag der EU-Kommission müssen nun noch das Europaparlament und der Ministerrat (also die EU-Mitgliedsstaaten) zustimmen. Änderungen sind dabei nicht ausgeschlossen. 

Wie zu erwarten, wird der Entwurf bereits heftig von beiden Seiten kritisiert: Den Umweltschützern ist er zu lasch, der Autoindustrie zu streng – meist ein Zeichen für einen guten Kompromiss.