Eine Schnittstelle zwischen Photovoltaikanlage und Elektroauto ist neue Wallbox Enector von der Firma Kostal aus Freiburg im Breisgau. Das Gerät soll die aus dem Netz bezogene Strommenge minimieren und stattdessen selbst erzeugten Solarstrom nutzen – was den Geldbeutel schont.  

Geladen wird mit bis zu 3,7 kW Wechselstrom bei einphasigem und mit bis zu 11 kW bei dreiphasigem Anschluss, die Stromstärke liegt bei 16 Ampere pro Phase. Die Wallbox bietet ein kleines Display zum Ablesen der Statusinformationen. Ein 7,5 Meter langes Typ-2-Kabel ist fest integriert. Nach dem Anstecken des Elektroautos kann man sofort laden – eine Authentifizierung ist nicht nötig.

Auch eine Außenmontage ist möglich – die Wallbox ist nach IP54 geschützt gegen Staub und Spritzwasser. Auch ein Blackout-Schutz, ein Fehlerstromschutz und ein Schutz vor Überhitzung sind integriert. Der Hersteller hebt zudem den geringen Standby-Verbrauch von weniger als einem Watt hervor.

Der Enector lässt sich über das Kostal Solar Portal am PC steuern. Dort hat man alle Daten zu Photovoltaik-Energieerzeugung und -verbrauch im Blick. Unterwegs kann man eine entsprechende App nutzen. Beide Tools sind kostenfrei.

Der Enector mit seinen Leistungsdaten ist darin bereits erfasst und kann nach Bedarf weiter angepasst werden. So steht die Wallbox immer in Bezug zur eigenen PV-Anlage – gemeinsam mit den Daten des Wechselrichters.

Weitere Funktionen bietet der Kostal Smart Energy Meter. Dazu zählen ein Power Mode fürs schnelle Laden mit Maximalleistung und ein Lock Mode zur Sperrung der Ladefunktion. Mit dem Solar Pure Mode wird ausschließlich selbst produzierter Solarstrom genutzt.

Im Solar Plus Mode wird die Ladeleistung dagegen immer an die Stromverfügbarkeit angepasst – mit einer fest eingestellten minimalen Ladeleistung, die durch die PV-Anlage ersetzt wird. Man kann auch auswählen, ob ein eventuell vorhandener stationärer Energiespeicher genutzt werden soll oder nicht. Im Solar Plus Mode startet der Ladevorgang bei einem einphasigen Fahrzeug bereits bei 1,4 kW Solarstrom-Überschuss; die Ladeleistung kann im Verlauf auf 3,7 kW erhöht werden. Bei einem dreiphasig ladenden Auto startet die Wallbox bei den vorhandenen 4,1 kW und erhöht maximal auf 11 kW.

Optional lässt sich die Wallbox mit einem Taster ausrüsten, über den die Modi direkt am Gerät eingestellt werden können. Der Enector kam erst kürzlich auf dem Markt. Mitte September meldete der Hersteller die Auslieferung der ersten 1.000 Wallboxen. Mehr als die Hälfte der ausgelieferten Wallboxen wurde für die Nutzung zusammen mit einer Solaranalage freigeschaltet.

Den Preis für den Enector nennt Kostal nicht; im Web finden sich Preise zwischen 760 und 900 Euro. Zur Freischaltung der Solarfunktionen (des Solar Pure und Solar Plus Modus) ist offenbar ein Aktivierungscode nötig, der weitere 280 bis 290 Euro kostet. Die Garantie auf die Wallbox lässt sich innerhalb von sechs Monaten nach dem Kauf kostenfrei auf fünf Jahre erweitern.

Kostal Solar Electric bietet diverse Photovoltaik-Geräte fürs Eigenheim aber auch fürs Gewerbe an. Neben Wechselrichtern (zur Umwandlung des Gleichstroms von der PV-Anlage in Wechselstrom für die Verbraucher im Haus) und der beschriebenen Wallbox wird auch ein Energiezähler (Smart Energy Meter) offeriert.