Am kommenden Donnerstag (25. Januar 2024) wird der neue Porsche Macan mit reinem Elektroantrieb vorgestellt. Es handelt sich um die zweite Generation des Mittelklasse-SUVs, welches heute das meistverkaufte Modell des Stuttgarter Herstellers darstellt. Prototypen mit Tarnung haben wir bereits oft zu sehen bekommen, nun veröffentlicht der Hersteller Skizzen von Front und Heck, auf denen die Optik gut erkennbar ist.

Die Front zeigt die vom Taycan her bekannte Vier-Punkt-Lichtsignatur. Die eigentlichen Scheinwerfer liegen allerdings weiter unten und sind wesentlich weniger auffällig. Zudem sind eine stark konturierte Fronthaube und große Lufteinlässe erkennbar. Das Auto wirkt breit und scheint am Boden zu kleben – ob das Auto in der Realität auch so sportlich wirkt, erfahren wir am Donnerstag.

Porsche Macan (2024): Skizze des Hecks

Am Heck gibt es eine durchgehende Lichtleiste. Darunter ist der Porsche-Schriftzug zu sehen und links und rechts vermutlich die Bremslichter und Blinker. Schließlich gibt es einen auffälligen Diffusor.  

Von der Seitenansicht gibt es keine Skizze, doch auf den kürzlich veröffentlichten Fotos ist die Silhouette gut erkennbar. Die Dachlinie ist die eines Coupé-SUVs. Damit wirkt das Auto recht rundlich; die Dachlinie fällt nach hinten stärk ab – ähnlich wie beim Tesla Model Y, das zu den Konkurrenten gehören dürfte:

Porsche Macan Electric (Prototyp)

Porsche-Chefdesigner Michael Mauer sagte, der neue Macan sei "das erste Modell, das wir aus einer bestehenden, etablierten Produktidentität heraus elektrifizieren." Die Herausforderung hätte in einer Balance bestanden: Das Auto müsse einerseits als Porsche und als Macan erkennbar bleiben, aber doch auch als neue Generation wahrnehmbar sein.

"Der Wegfall des massiven Motorblocks erlaubt uns eine stärkere Ausprägung der typischen Topografie auf der Fronthaube", sagt Maurer. Doch die "nach wie vor recht massive" Batterie brauche viel Platz, was das Breiten-Höhenverhältnis stören würde – das Auto würde also im Verhältnis zur Breite zu hoch wirken. Dem hat Maurer offenbar optisch entgegengewirkt.

Nur noch als Elektroauto - wegen der Cybersicherheit

Porsche sagt nun recht eindeutig, dass der Macan nur noch als Elektroauto angeboten werden soll. Erkennbar wird das an Sätzen wie diesem: "Der Wechsel vom Verbrennungsmotor zum rein elektrischen Antrieb im Macan war für das Team von Style Porsche sowohl Herausforderung als auch Chance." Die Verbrennerversion soll offenbar nicht weiter angeboten werden.

Schuld daran ist wohl eine Cybersicherheits-Richtlinie, wie unter anderem die Automobilwoche berichtete. Danach kann das aktuelle Verbrenner-Modell ab Juli 2024 in Europa von der Kundschaft nicht mehr zugelassen werden. Um sicherzustellen, dass die Käuferinnen und Käufer ihr Auto noch davor zulassen können, wird der Verbrenner-Macan voraussichtlich im Frühjahr eingestellt. Außerhalb Europas könne das Modell weiter angeboten werden.

Porsche Macan (2024) auf der Rennstrecke

An diesem Prototyp gut zu sehen: Die eigentlichen Scheinwerfer liegen unter den Leuchten mit dem Vier-Punkt-Design.

Zwei Allradvarianten zum Start

Der Elektro-Macan startet im laufenden Jahr; wann genau, ist aber noch nicht bekannt. Wir wissen aber, dass das Auto auf der Premium Platform Electric basiert und in zwei Motorisierungen startet, die beide Allradantrieb haben und die Basisversion sowie das Topmodell darstellen. Letzteres soll 450 kW Systemleistung bieten.

Beide haben eine Leistungselektronik mit stromsparender Siliciumcarbid-Technik. Die Batterie ist mit 100 kWh größer als beim Taycan und besteht aus prismatischen NCM811-Zellen. Damit soll sich eine Reichweite von rund 500 km ergeben. Aufgeladen wird dank 800-Volt-Technik mit bis zu 270 kW; dann soll der Akku in weniger als 25 Minuten wieder voll sein (5-80 Prozent).

Porsche Macan (2024): Der Heckmotor wird extrem weit hinten, noch hinter dem Inverter eingebaut

Chassis, Batterie und Antriebe des Macan.
Ungewöhnlich: An der Hinterachse (rechts) wird der Motor hinter dem Inverter eingebaut. 

Auch das Cockpit des neuen Porsche Macan wurde bereits recht detailliert vorgestellt. Es bietet bis zu drei Monitoren – neben dem Instrumentendisplay und dem Touchscreen gibt es auch noch einen Bildschirm für die Person auf dem Beifahrersitz:

Porsche Macan (2024): Das Cockpit

Gebaut wird der Elektro-Macan in Leipzig. Rund 80.000 Stück sollen pro Jahr hergestellt und verkauft werden. Die Preise sind noch nicht bekannt; möglicherweise sind sie wie das Marktstart-Datum am Donnerstag zu erfahren. Die Weltpremiere des Elektro-Macan wird auf der Porsche-Presseseite ab 12:30 Uhr live aus Singapur übertragen.

Unterm Strich

Der Porsche Macan, das meistverkaufte Modell der Marke, wird ab 2024 wohl nur noch elektrisch angeboten. Das dürfte den Anteil der Elektroautos am Gesamtabsatz deutlich heben. Im Jahr 2023 lag dieser in Deutschland bereits bei 17 Prozent – und das mit nur einem Elektromodell, dem Taycan. Ab dem ersten vollen Verkaufsjahr dürfte sich der BEV-Anteil locker auf über ein Drittel verdoppeln.