Viele kritisierten Toyota für den späten und nur halbherzigen Einstieg in die Elektromobilität und gingen davon aus, dass der japanische Automobilriese am Ende hinter der Konkurrenz zurückbleiben würde. Die Verkaufszahlen erzählen jedoch eine andere Geschichte. Toyota hat es nicht nur geschafft, das vierte Jahr in Folge die Absatzkrone zu behalten, sondern auch einen neuen Rekordwert bei den Auslieferungen zu erreichen.

Von den insgesamt 11.233.039 Autos, die der Toyota-Konzern verkaufte, haben aber nur wenige auf den Verbrennungsmotor verzichtet. Die Auslieferungen von batterieelektrischen Fahrzeugen (BEVs) beliefen sich auf 104.018 Einheiten. Ja, das war ein Zuwachs von 325,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahr, aber im Vorjahr war die Zahl dadurch einfach noch viel geringer.

Elektrofahrzeuge Hybrid-Fahrzeuge Mild-Hybrid-Fahrzeuge Plug-In-Hybrid-Fahrzeuge Brennstoffzellen-Fahrzeuge Elektrifiziert insgesamt Verkäufe insgesamt
104.018 3.420.004 26.859 124.755 3.921 3.679.557 11.233.039

In Wirklichkeit machten Elektroautos nämlich nur 0,926 Prozent der Gesamtauslieferungen in einem rekordverdächtigen Jahr für Toyota und Co. aus. Zwar sind einige Elektroautos für die "Beyond Zero"-Reihe (bZ) in Planung, aber das Unternehmen geht davon aus, dass batteriebetriebene Fahrzeuge immer eine Minderheit bleiben werden. Selbst wenn Toyota seine Elektroauto-Palette diversifiziert haben wird, werden batteriebetriebene Modelle schätzungsweise nur 30 Prozent der Verkäufe ausmachen. In einem Interview für die Zeitschrift Toyota Times sagte der Vorstandsvorsitzende Akio Toyoda:

"Egal wie groß die Fortschritte bei den BEVs sind, ich denke, sie werden einen Marktanteil von 30 Prozent haben. Die verbleibenden 70 Prozent sind dann HEVs, FCEVs oder Wasserstoffmotoren. Ich habe keinen Zweifel daran, dass Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor überleben werden."

Toyota ist also fest davon überzeugt, dass der Verbrenner überleben wird, auch wenn die Hersteller sich bemühen, CO2-Emissionen zu eliminieren. Experimentelle Prototypen des GR Yaris und des GR Corolla wurden mit dem turbogeladenen 1,6-Liter-Dreizylindermotor getestet, der so modifiziert wurde, dass er mit Wasserstoff statt mit Benzin betrieben werden kann. Darüber hinaus glaubt das Unternehmen, dass synthetischer Kraftstoff die Rettung für den Verbrenner sein könnte. Gleichzeitig gibt Toyota die Wasserstofftechnologie nicht auf, da ein komplett neuer Nexo mit einer Brennstoffzelle der nächsten Generation für das Jahr 2025 bestätigt wurde.

Der kometenhafte Aufstieg von Tesla muss Toyota aber Sorgen bereiten, zumal das Model Y im Jahr 2023 das meistverkaufte Fahrzeug der Welt war. Toyota hat jedoch noch Zeit, die Kurve zu kriegen und EVs zu entwickeln, die die Kunden ansprechen. Es gibt bereits Gerüchte, dass das Verbot der Europäischen Union für Autos, die auch lokal Emissionen verursachen, über das Jahr 2035 hinaus verschoben werden könnte. Sollte dies der Fall sein, dürfte dies den Druck auf Toyota etwas mindern. In der Zwischenzeit tut das Unternehmen das, was es am besten kann – nämlich eine Unmenge von Autos mit verschiedenen Hybridantrieben zu verkaufen.