Ionity senkt die Strompreise an seinen Schnellladern in 12 europäischen Ländern. Deutschland ist nicht betroffen, doch Urlauber können profitieren. Zudem gibt es zwei neue Tarifmodelle, die sich jedoch nicht nur an notorische Autobahn-Raser wenden, sondern sich auch rentieren, wenn man nur mal vier Wochen in die Ferien fährt.

Die Preissenkung betrifft den Ionity-Direct-Tarif – das ist der Tarif für das so genannte Ad-Hoc-Laden, bei dem man keine Monatsgebühr zahlt. Ab dem heutigen 28. Mai sinkt der Strompreis pro Kilowattstunde in 12 europäischen Ländern. Deutschland ist nicht darunter; hierzulande zahlt man beim Aufladen nach wie vor 69 Cent je kWh. Billiger wird es jedoch unter anderem in Belgien, Kroatien, Dänemark, Holland, Slowenien und der Slowakei. Die folgende Tabelle zeigt die alten und neuen kWh-Preise. Danach ist der Strom in Frankreich 10 Cent billiger als bei uns, in Italien aber 10 Cent teurer:

Neben dem Direct-Tarif gab es bisher den Passport-Tarif, bei dem man 0,49 Cent je kWh und 5,99 Euro je Monat zahlte. Dieser Tarif wird nun offenbar durch zwei Modelle ersetzt: Bei Passport Motion zahlt man in Deutschland wie beim bisherigen Abo-Modell 49 Cent pro Kilowattstunde und monatlich 5,99 Euro; der erste Monat ist allerdings vergünstigt und kostet nur 3,99 Euro.

Selbst wenn man den Einführungsmonat außer Acht lässt, lohnt sich dieser Tarif schon nach der 30. Kilowattstunde. Auch wer eine relativ kleine 50-kWh-Batterie hat, profitiert also schon beim ersten Ladevorgang. Denn für den üblichen Ladehub von 10 bis 80 Prozent braucht man dann schon 35 kWh.

Beim zweiten neuen Tarif namens Passport Power zahlt man nur 39 Cent je kWh, dafür aber monatlich 11,99 Euro, wobei auch hier der erste Monat mit 7,99 Euro günstiger ist. Dieses Angebot richtet sich offenbar an Vielfahrerinnen und Vielfahrer, die viel bei Ionity laden. Sie sparen 30 Cent pro kWh gegenüber dem Direct-Tarif, aber nur 10 Cent gegenüber Passport Motion. Der im Vergleich mit Passport Motion um sechs Euro höhere Monatsbeitrag lohnt sich, wenn man mehr als 60 kWh pro Monat bei Ionity tankt.   

  Ionity Direct Ionity Passport Motion Ionity Passport Power
Monatsgebühr 0 Euro 5,99 Euro
(1. Monat 3,99 €)
11,99 Euro
(1. Monat 7,99 Euro)
Strompreis pro kWh 0,69 Euro 0,49 Euro 0,39 Euro

Beide neuen Tarife haben flexible Laufzeiten und können mit einer Frist von einem Monat beendet oder gewechselt werden. Wer also im Alltag nie bei Ionity lädt, kann sich für den Urlaub den Passport-Power-Tarif buchen und nach vier Wochen wieder kündigen. Das lohnt sich besonders, weil der erste Monat vergünstigt ist. Allerdings gilt diese Vergünstigung nur einmal und nicht für Leute, die von einem Passport-Modell zum anderen wechseln.

Ionity besitzt derzeit 630 Ladeparks mit insgesamt 3.800 Ladepunkten. Diese stellen bis zu 350 kW für Verfügung. Der bei Ionity gezapfte Strom ist laut Anbieter zu 100% zertifizierter Ökostrom.  

Unter dem Strich

Über der Pressemitteilung steht "Ionity senkt die Preise", doch in Deutschland ändert sich beim normalen Laden nichts. Wer im Urlaub zum Beispiel nach Dänemark fährt, zahlt jedoch statt 5,27 nur noch 3,90 Kronen für die Kilowattstunde. Umgerechnet ist das eine Ersparnis von fast 20 Cent. Und wer zum Beispiel in München in den Dänemark-Urlaub startet, wird mindestens 2.000 km fahren, das meiste davon auf der Autobahn. Dann lohnt sich sicher das Passport-Power-Angebot für einen Monat. Die neuen Tarife kann man also auch als Ferienangebot verstehen.