Fiat 500 Elektro derzeit für 2.500 Euro weniger erhältlich
Gut ausgestattete Version "Icon" schon ab 26.990 Euro konfigurierbar
Das meistverkaufte Elektromodell von Fiat ist der 500 Elektro – auch wenn der 3,63 Meter lange Kleinstwagen nicht mehr ganz neu ist. Derzeit wird das Modell wieder mit deutlichem Preisnachlass angeboten. Nach Liste gibt es das elektrische Stadtwägelchen erst ab 29.490 Euro, doch derzeit ist es schon ab 26.990 Euro zu haben, also für 2.500 Euro weniger.
Für die genannten 26.990 Euro gibt es die neue Ausstattungslinie Icon. Für diese hält Fiat eine separate PDF-Preisliste bereit. Die Serienausstattung ist gegenüber der Serienversion Red nicht abgespeckt, sondern eher erweitert. Ein Vergleich dazu findet sich auf der Fiat-Website:
Demnach bietet die günstigere Icon-Variante eher mehr Ausstattung als die Variante Red. So besitzt der Icon 16-Zoll-Alufelgen statt 15-Zöllern aus Stahl, zudem sind LED-Heckleuchten, Regensensor standardmäßig an Bord. Die Ausstattungslisten auf der Website sind aber offenbar nicht vollständig, so dass man besser die PDF-Preislisten zu Rate zieht. So hat auch der Icon ein 7-Zoll-Instrumentendisplay, und Keyless Go ist auch beim Red serienmäßig.
Der genannte Preis von 26.490 Euro bezieht sich auf die Basisversion mit schmalen 190 km Reichweite und 70 kW. Aber auch die Version mit größerer Batterie ist als Icon zu haben und kostet dann 31.990 Euro – statt der 33.490 Euro, die laut Preisliste für die entsprechende Red-Version aufgerufen werden. Hier spart man also immerhin 1.500 Euro. Dazu kommt der Preisvorteil durch die verbesserte Ausstattung. Das Cabrio und der 3+1 werden allerdings nicht als Icon offeriert.
Die Rabatte beim Fiat 500 Elektro kommen und gehen. So war das E-Auto Ende Dezember 2024 noch ab 24.990 Euro zu haben. Im Februar wurde der Preisnachlass gesenkt, und man musste mindestens 26.490 Euro zahlen. Und Ende März waren dann sogar wieder die vollen 29.490 Euro zu überweisen. Die rabattierten Preise erscheinen jeweils im Konfigurator. Damit verfolgt Fiat eine andere Linie als Opel und Peugeot, die ihre Preisnachlässe offenbar lieber in günstigen Leasingangeboten verstecken.
Der Fiat 500 Elektro startete bereits im Jahr 2020. Das Modell gehört mit seiner schicken Retro-Optik, dem niedrigen Verbrauch und den citytauglichen Abmessungen immer noch zu den beliebten Elektro-Kleinstwagen. Allerdings sinken die Verkaufszahlen. Im bislang besten Jahr 2022 wurden noch rund 30.000 Mal in Deutschland abgesetzt, 2023 landete das Modell auf Platz vier der deutschen Elektro-Bestseller, doch 2024 reichte es mit rund 7.600 Stück nur noch für Rang 17. Im laufenden Jahr 2025 waren es bis einschließlich Juli nur noch etwa 1.000 Stück.
Der Fiat 500 Elektro ist nicht etwa eine Elektroversion des 2007 gestarteten Verbrenner-Modells, sondern eine neue Modellgeneration, die es ausschließlich als Elektroauto gibt. Das ist erkennbar daran, dass der Wagen deutlich größer ist. Allerdings soll ab November eine Mildhybridvariante auf der gleichen Basis starten. Diese Plattform wird als STLA City bezeichnet. Eine überarbeitete Version des Elektroautos mit größerer Batterie und neuem Motor ist ebenfalls in Arbeit, wie Stellantis schon offiziell verkündet hat.
Exterieur | Antriebe/Akkus | Preise/Ausstattung | Test und Beurteilung
Exterieur und Karosserievarianten
Mit 3,63 Metern ist der Fiat 500 Elektro immerhin sechs Zentimeter länger als das fossile Modell, zudem ist der Elektro-Kleinstwagen mit 1,53 Meter auch etwas höher. Der Kofferraum fasst 185 bis 550 Liter. Die genannten Außenmaße und das Kofferraumvolumen gelten nicht nur für die dreitürige Normalversion, sondern auch für die beiden anderen Karosserieversionen: das Fiat 500 Elektro Cabrio mit Stoffverdeck und den Fiat 500 Elektro 3+1. Die letztgenannte Version hat auf der Beifahrerseite noch eine kleinere Fondtüre, die hinten angeschlagen ist:
Antriebe und Akkus
Für den Antrieb sorgt stets ein Permanentmagnet-Elektromotor an der Vorderachse, der Elektro-500er hat also Frontantrieb. Die Maschine stammt vom britischen Zulieferer GKN und wird in Südtirol gebaut, wie aus einem Artikel von Industry Innovation South Tyrol von 2023 hervorgeht.
Das Basismodell bietet 70 kW und eine 21-kWh-Batterie für bis zu 190 Kilometer Reichweite, alle anderen Versionen haben 87 kW Antriebsleistung und eine 37-kWh-Batterie für eine WLTP-Reichweite von 298 bis 321 Kilometern. Das Drehmoment ist bei beiden Motorisierungen identisch, die Sprintzeit ist beim stärkeren Modell eine halbe Sekunde kürzer, die Höchstgeschwindigkeit um 15 km höher, und zwar unabhängig von der Karosserievariante.
| Limousine 24 kWh |
Limousine 42 kWh |
Cabrio 24 kWh |
Cabrio 42 kWh |
3+1 24 kWh |
3+1 42 kWh |
|
| Antrieb (FWD) | 70 kW | 87 kW | 70 kW | 87 kW | 70 kW | 87 kW |
| Drehmoment | 220 Nm | 220 Nm | 220 Nm | 220 Nm | 220 Nm | 220 Nm |
| 0-100 km/h | 9,5 Sek. | 9,0 Sek. | 9,5 Sek. | 9,0 Sek. | 9,5 Sek. | 9,0 Sek. |
| Spitze | 135 km/h | 150 km/h | 135 km/h | 150 km/h | 135 km/h | 150 km/h |
| Verbrauch | 13,0 kWh | 13,9-14,4 kWh | 13,0 kWh | 14,6-14,9 kWh | 13,0 kWh | 14,3-14,7 kWh |
| Akku netto | 21,3 kWh | 37,3 kWh | 21,3 kWh | 37,3 kWh | 21,3 kWh | 37,3 kWh |
| Reichweite | bis 190 km | bis 321 km | bis 190 km | bis 303 km | bis 190 km | bis 314 km |
| Listenpreis (Red) | 29.490€ | 33.490€ | 32.490€ | 36.490€ | 30.490€ | 34.490€ |
| Angebotspreis (Icon) |
26.490€ | 31.990€ | - | - | - | - |
Bemerkenswert: Mit einem Stromverbrauch von nur 13,0 kWh/100 km gehört der Fiat 500 Elektro mit der kleinen Batterie zu den sparsamsten Elektroautos überhaupt – neben dem Lucid Air Pure (ebenfalls 13,0 kWh). Besonders viel Energie sparen soll der so genannte Sherpa-Modus, der unter anderem die Gaspedal-Reaktion und die Höchstgeschwindigkeit sowie die Klimaanlage für niedrigen Stromverbrauch optimiert.
Der kleinere Akku speichert 23,8 kWh brutto und 21,3 kWh netto. Die Zahl der Zellen wird mit 108 angegeben; vermutlich sind alle Zellen in Reihe geschaltet, das heißt, die Batteriekonfiguration ist 108s1p. Bei einer Nennspannung pro Zelle von typischerweise 3,6 bis 3,7 Volt ergibt das eine Spannung von 389 bis 400 Volt. Die Zahl der Module wird mit "1" angegeben. Der größere Akku bietet nur 96 Zellen; damit wären hier nur bis zu 355 Volt möglich. Die Zahl der Module soll "2" betragen. Die Speicherkapazität wird mit 42,0 kWh brutto oder 37,3 kWh netto beziffert. Die Zellen kommen angeblich von Samsung.
Maximale Ladeleistung und Ladedauer werden in der Preisliste nicht mehr genannt. Nach älteren Angaben wird die kleine Batterie mit bis zu 50 kW Gleichstrom geladen, der große Akku mit bis zu 85 kW. 80 Prozent Batterieladung sollen in 35 Minuten erreicht werden. In fünf Minuten soll man Strom für weitere 50 km nachladen können.
Preise und Ausstattung
Die Listenpreise beginnen derzeit bei 29.490 Euro. Dafür gibt es den Fiat 500 Elektro in der Ausstattung Red mit der kleinen Batterie. Die gehobene Variante mit mehr Leistung und größerem Akku kostet 4.000 Euro mehr. Das Cabrio und den 3+1, die es bis Sommer 2024 noch ausschließlich mit starkem Antrieb und großem Akku gab, sind seit Herbst 2024 mit beiden Motorisierungen verfügbar. Für das Fiat 500 Elektro Cabrio zahlt man derzeit 3.000 Euro mehr, für den 3+1 nur 1.000 Euro.
Zur Serienausstattung der Variante Red gehören bei allen drei Karosserieversionen ein 10,25-Zoll-Touchscreen, ein 7,0-Zoll-Instrumentendisplay, eine Klimaautomatik, eine Verkehrszeichenerkennung, ein Antikollisionssystem, ein schlüsselloses Startsystem (Keyless Go) und elektrische Fensterheber vorne. Ein neues Detail im Modelljahr 2025 ist das rot lackierte Gaspedal.
Mehr Ausstattung kann man mit einem von zwei Paketen dazubestellen, die jeweils 1.500 Euro kosten. Style bietet 16-Zoll-Aluräder (statt den serienmäßigen 15-Zoll-Stahlfelgen und LED-Scheinwerfer), Comfort hat Sitz- und Frontscheibenheizung.
Außerdem gibt es noch die Version La Prima, bei der man ohne Aufpreis eines der drei Pakete La Prima, Tech oder Comfort wählen kann. Empfehlenswert ist das Tech-Paket mit Abstandstempomat (ACC), USB-Anschlüssen und Navigationssystem. Das Comfort-Paket bietet vor allem Sitz und Lenkradheizung, das La-Prima-Paket dagegen 17-Zoll-Aluräder, Abstandstempomat, LED-Scheinwerfer etc.
Konkurrenten
Mit einem Basispreis von rund 27.000 Euro gehört der Elektro-Cinquecento nach wie vor zu den zehn günstigsten Stromern auf dem Markt. Zu den Rivalen gehören der Dacia Spring, der Leapmotor T03, der Citroen e-C3, der Fiat Grande Panda Elektro und der Hyundai Inster, oder auch der Renault 5 Electric, den es ab knapp 28.000 Euro gibt.
Test und Beurteilung
Wir haben den Fiat 500 Elektro bisher in den zwei speziellen Karosserievarianten Cabrio und 3+1 getestet, beide Male mit der stärkeren Motor-Akku-Kombination:
Bei unserem Cabrio-Test fiel auf, dass das elektrische Fahren bei einem offenen Auto besonders viel Spaß macht. Öffnet man das Verdeck komplett, fährt man ziemlich ohne Luftzug. Die Menüführung des Touchscreens überzeugte wenig, ansonsten wirkte die Bedienung erfreulich einfach. Größere Menschen sitzen etwas zu hoch, die Fondsitze sind nur Notsitze, und auch der Kofferraum ist arg klein. Der Antrieb wirkt in der Stadt flott, wir schafften rund 250 Kilometer mit einer Ladung. Insgesamt ist das Auto zwar sympathisch, aber selbst nach Abzug der Förderung noch teuer.
Im EuroNCAP-Crashtest schnitt der Fiat 500 Elektro mit vier von fünf Sternen gut, aber nicht perfekt ab. Beim Schnelllade-Test lud der Elektro-500er schneller als die Konkurrenz wie zum Beispiel der Peugeot E-208, obwohl dieser eine höhere maximale Ladeleistung hat.
Technische Daten des Fiat 500 Elektro
- Frontantrieb mit 1 Permanentmagnet-Synchronmotor
- Systemleistung / Systemdrehmoment: 70 bzw. 87 kW / 220 Nm
- 0-100 km/h / Höchstgeschwindigkeit: 9,5 bzw. 9,0 Sek. / 135 bzw. 150 km/h
- WLTP-Stromverbrauch: 13,0 bzw. 13,9-14,9 kWh/100 km
- Akku / WLTP-Reichweite: 21 bzw. 37 kWh netto / bis 190 bzw. 321 km
- Maximale Ladeleistung: 50 kW bzw. 85 kW DC
- Maße: 3.632 mm Länge / 1.683 mm Breite / 1.527 mm Höhe / 2.322 mm Radstand
- Kofferraum: 185-550 Liter (Basisversion: 185-380 Liter)
(Aktualisiert am 20. August 2025)
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