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DS N°4 E-Tense (2025): PHEV und Elektro zum gleichen Preis

Ein Opel Astra Electric, aber mit besserer Technik: 156 kW Antriebsleistung und 58 kWh netto (Update)

DS N°4 (2025)
Bild von: DS Automobiles

Update vom 3. Juni 2025: Die Weiterentwicklung des Kompaktmodells der Pariser Premiummarke ist ab sofort ab 38.640 Euro bestellbar. Zum Marktstart stehen ausschließlich elektrifizierte Antriebe zur Wahl: Der ganz neue, zu 100 Prozent elektrisch angetriebene DS N°4 E-Tense, der weiterentwickelte DS N°4 Plug-in-Hybrid und der DS N°4 Hybrid.

Für die erwähnten 38.640 Euro gibt es den Hybrid-Benziner mit 107 kW/145 PS Leistung. Interessant: Der DS N°4 Plug-in-Hybrid (165 kW/225 PS) und der rein elektrische E-Tense (156 kW/213 PS) kosten gleich viel, nämlich 45.900 Euro.


Bildergalerie: DS N°4 (2025)

DS führt das mit dem DS N°8 eingeführte neue Namensschema fort und nennt den Nachfolger des DS 4 jetzt DS N°4. Es handelt sich um ein Facelift des DS 4, der nun den Namen wechselt und eine neue Front erhält. Erstmals gibt es auch eine Elektroversion namens DS N°4 E-Tense, und zwar mit 156-kW-Frontantrieb und bis zu 450 km WLTP-Reichweite. Bestellbar ist das Auto ab Anfang Juni, beim Händler steht es aber erst im September.

Der Neuling wird in der Pressemeldung als der N°4 bezeichnet. Der Hersteller verwendet also die männliche Form, obwohl das Kürzel als "Nummer 4" ausgesprochen werden soll, komplett ausgesprochen heißt der Wagen also der Nummer 4

Technische Basis ist die (weiterentwickelte) Plattform EMP2, die sowohl rein elektrische Antriebe als auch Plug-in-Hybride und Mildhybride ermöglicht. Alle drei Antriebe werden im N°4 angeboten. Der Neuling hat ähnliche Maße wie die Schwestermodelle Opel Astra und Peugeot 308. Man kann ihn getrost als Kompaktlimousine einstufen: 

  Länge Breite Höhe Radstand
DS N°4 E-Tense 4,40 m 1,87 m 1,47 m 2,67 m
Opel Astra Electric 4,37 m 1,86 m 1,49 m 2,68 m
Peugeot E-308 4,37 m 1,85 m 1,44 m 2,68 m
Peugeot E-408 4,69 m 1,85 m 1,48 m 2,79 m

In der obigen Tabelle haben wir auch die Maße des deutlich längeren Peugeot E-408 aufgeführt. Denn von diesem stammen offenbar die Elektro-Komponenten des DS N°4 E-Tense. Für den Antrieb zuständig ist ein 156-kW-Motor an der Vorderachse, der 343 Newtonmeter mobilisiert (E-408: 157 kW und 345 Nm). Die Batterie mit 58,3 kWh netto (E-408: 58 kWh) sorgt für eine WLTP-Reichweite von bis zu 450 Kilometern (E-408: bis 456 km). 

DS N°4 (2025)

Die Batterie besteht nicht aus einer regelmäßigen Platte, sondern die Module wurden da eingebaut, wo die Multi-Antriebs-Plattform Platz bot

Bild von: DS Automobiles

Wie beim E-408 soll eine Wärmepumpe die Effizienz erhöhen, außerdem gibt es Wippen hinter dem Lenkrad zur Einstellung der Rekuperation. Das ist in drei Stufen möglich: D steht für leicht, B für mittel und B+ für maximal.

Aufgeladen wird mit 11 kW Wechselstrom und bis zu 120 kW Gleichstrom (DC); auch diese Daten decken sich mit dem Peugeot E-408. Mit DC soll sich der Akku in rund 30 Minuten von 20 auf 80 Prozent bringen lassen. Rechnet man die ungewöhnliche Angabe um, ergibt sich eine Ladegeschwindigkeit von 58,3 kWh x 0,6 / 30 min = 1,2 kWh/min. Kein guter Wert, der VW ID.3 schafft je nach Version zwischen 1,5 und 2,1 kWh/min.

In der Praxis wichtiger ist das Reichweite-Nachladen. DS verspricht, dass man in elf Minuten Strom für rund 100 Kilometer nachtanken kann. Dieser Wert ist sogar im Durchschnitt erreichbar, wie man leicht ausrechnen kann: 450 km x 0,6 / 30 min = 9 km/min – oder 99 km in elf Minuten. Auch hier ist der ID.3 mit Werten zwischen 10,3 und 16,3 km/min deutlich besser.

Die gegenüber dem DS 4 um 10 mm abgesenkte Karosserie sowie dezente Luftleitelemente im Kühlergrill sollen Luftwiderstand und Verbrauch senken. Einen Verbrauchswert gibt DS allerdings noch nicht an. Auch zu den Fahrleistungen hüllt sich die Marke noch in Schweigen. 

DS N°4 (2025)

DS N°4 (2025)

Bild von: DS Automobiles
DS N°8 (2025)

DS N°8 (2025)

Bild von: DS

Die Optik der Front erinnert mit den senkrechten Tagfahrlichtern deutlich an den N°8. Wie beim großen Bruder prangt in der Mitte ein illuminiertes Markenlogo. Links und rechts davon gibt es senkrechte Rippen, die aus Plexiglas zu bestehen scheinen. Anders als beim N°8 zieht sich jedoch eine markante Lichtlinie quer durch den "Grill", und seitlich gibt es markante Sicken sowie einen schwarzen Schweller-Einsatz. Vom N°8 übernommen werden aber der Chromrahmen um die Seitenfenster und die versenkten Türgriffe. Serienmäßig rollt der N°4 auf großen 19-Zoll-Felgen, das Dach in schwarzer Kontrastlackierung wird optional angeboten.

DS N°4 (2025): Das Exterieur

DS N°4 (2025)

Bild von: DS Automobiles
DS N°8 (2025): Das Exterieur

DS N°8

Bild von: DS

Während die Familienähnlichkeit an der Front deutlich erkennbar ist, fällt das Heck völlig anders aus als beim N°8. Statt winkeliger Rückleuchten, welche die Lichtsignatur von vorne aufnehmen, hat der N°4 waagerechte Leuchten mit einer raffinierten Netzstruktur. Verbunden werden sie durch ein schwarzes Hochglanzband. Wie beim großen Bruder prangt in der Mitte ein Markenschriftzug und darunter der Modellname.

DS N°4 (2025)

DS N°4 (2025)

Bild von: DS Automobiles
DS N°8 (2025): Das Interieur

DS N°8 (2025): Das Interieur

Bild von: DS

Das Cockpit erinnert stilistisch an den N°8. Es gibt ein 10,25-Zoll-Instrumentendisplay und einen 10-Zoll-Touchscreen, wobei die Instrumente deutlich anders gestaltet sind als beim großen Bruder; sie scheinen unter einer Art Hutze zu stecken. Außerdem gibt es beim N°4 physische Tasten unter dem Touchscreen und ein viel konventionelleres Lenkrad.

Das Kofferraumvolumen der Elektroversion ist mit 360 Litern deutlich geringer als beim beim Plug-in-Hybrid (390 Liter) und beim Mildhybrid (430 Liter).

Zu den Ausstattungs-Highlights gehört das optionale Assistenzsystem DS Drive Assist 2.0 für teilautonomes Fahren inklusive assistiertem Spurwechsel. Dabei überwacht eine Infrarotkamera, ob die Person am Steuer aufmerksam ist. Ebenfalls optional gibt es Matrix-LED-Scheinwerfer und ein Head-up-Display mit Projektion auf die Windschutzscheibe. Wie beim DS 3 E-Tense ist ChatGPT integriert;  der Dialog wird mit dem Sprachbefehl "Okay Iris" gestartet. 

Der N°4 bietet auch eine Ladeplanung für längere Stecken. Nach Zieleingabe schlägt das System Ladestopps vor und aktualisiert die Empfehlung während der Fahrt. Dabei werden der Verkehr, die Ladezeit und der tatsächliche Verbrauch berücksichtigt. Der gewünschte Mindest-Ladestand der Batterie am Zielort kann eingestellt werden.

Außerdem wird die Batterie durch die Ladeplanung automatisch auf das Schnellladen vorbereitet. Diese Vorkonditionierung kann alternativ auch manuell über den Touchscreen gestartet werden oder aber über die "MyDS"-App (gleichzeitig mit dem Start der Vorkonditionierung des Innenraums). Auch bidirektionales Laden wird unterstützt. Dabei können externe Geräte wie E-Bikes, oder Laptops über einen Adapter mit Strom versorgt werden.

Zwei Ausstattungen werden angeboten: Pallas und Étoile. Die Basisversion Pallas bietet serienmäßig eine Zwei-Zonen-Klimaautomatik, LED-Scheinwerfer und LED-Rückleuchten, beheizbare und elektrisch anklappbare Außenspiegel, Abstandstempomat (ACC), ein Notbremssystem, Einparkhilfe, Rückfahrkamera und kabelloses Mirror Screening über WLAN. 

Optional sind die Pakete Comfort (elektrische Fahrersitzverstellung, Sitzheizung, dunkle Scheiben, elektrisch betätigte Heckklappe) und Techno (schlüsselloser Zugang, DS Iris System, kabelloses Smartphone-Laden) verfügbar. Als Einzel-Extras gibt es eine werkzeuglos abnehmbare Anhängerkupplung, ein elektrisches Schiebedach, die elektrisch betätigte Heckklappe und die Dachfarbe Perla Nera Black.

Die Étoile-Variante bietet das DS Iris System, Matrix-LED-Scheinwerfer, Wischblinker hinten, Querverkehrswarnung hinten, elektrisch einstellbare Vordersitze, dunkle Seitenscheiben, Einstiegsleisten und Pedale aus Aluminium, sowie kabelloses Handy-Laden. Die Pakete heißen hier Total Comfort (Massage- und Heizfunktion, Lenkradheizung, sensorgestützte Heckklappenöffnung, Glasschiebedach, Focal-Audiosystem, Head-up-Display) und Total Techno (DS Drive Assist 2.0, Rundumsichtsystem, Head-up-Display). Die Einzel-Extras sind die gleichen wie bei Pallas, nur dass sich die elektrisch bediente Heckklappe hier auch per Fußgeste öffnen lässt.

Der DS N°4 ist in fünf Karosseriefarben erhältlich: Weiß, Grau, Schwarz, Blau sowie "Nachtflug".

Gefertigt werden alle N°4-Varianten bei Opel in Rüsselsheim. Bestellbar soll der Wagen ab Anfang Juni sein; spätestens dann werden wohl auch die Preise bekanntgegeben. Beim Händler steht der Neuling jedoch erst ab Mitte September. 

Unter dem Strich

Während der DS N°4 aus Verbrenner-Sicht nur ein Facelift darstellt, ist er für uns Elektroauto-Leute komplett neu. Von den Maßen her ist der Wagen ein Schwestermodell des Opel Astra Electric und Peugeot E-308, doch der Antrieb ist anders: Statt 115 kW und dem 54-kWh-Akku (51 kWh netto) bietet der DS N°4 gleich 156 kW und einen größeren Akku mit netto 58 kWh. Diese Elemente kommen offenbar vom Peugeot E-408. Die Prise dürften spätestens Anfang Juni genannt werden, denn dann soll der Neuling bestellbar sein.