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Mazda 6e im Vergleich mit VW ID.7 und Tesla Model 3

Wie schneidet die neue Elektro-Limousine mit ihren zwei Motorisierungen im Datenvergleich ab?

Mazda 6e mit den Rivalen VW ID.7 und Tesla Model 3
Bild von: InsideEVs

Der Mazda 6e gehört zu den neuesten Elektro-Limousinen auf dem deutschen Markt. Seit April kann man das 4,92 Meter lange Modell in zwei Motor-Akku-Varianten bestellen. Technische Basis ist eine Plattform vom Partner Changan, die Preise beginnen bei knapp 45.000 Euro. Wir vergleichen den Mazda 6e mit den Konkurrenten VW ID.7 und Tesla Model 3.

Am besten vergleichbar ist der Mazda 6e mit dem VW ID.7. Der ist mit 4,96 m fast gleich gleich lang und hat wie der Mazda eine große Heckklappe. Das Tesla Model 3 ist zwar 20 cm kürzer und hat nur einen kleinen Kofferraumdeckel, dennoch kommt er dem Mazda noch recht nahe. Auch der 4,86 Meter lange Hyundai Ioniq 6 käme als Rivale in Betracht, doch zur neuen Facelift-Version gibt es derzeit noch keine Daten. Wegen der hohen Preise nicht in Frage kommen der BMW i4 (ab 64.000 Euro), der Audi A6 e-tron (ab etwa 63.000 Euro) und der neue Mercedes CLA (ab etwa 56.000 Euro). 

Basismotorisierung im Vergleich

Beginnen wir beim Mazda 6e EV, wie die Basisversion im Unterschied zum EV Long Range offiziell heißt. Das Technikpaket besteht aus einem 190 kW starken Heckantrieb und einer knapp 69 kWh brutto großen LFP-Batterie für knapp 480 km Reichweite, die sich in 24 Minuten von 10 auf 80 Prozent bringen lassen soll. Hier unsere Vergleichstabelle mit den Konkurrenzmodellen:

  Mazda 6e EV VW ID.7 Pro Tesla Model 3 RWD
Antrieb RWD 190 kW, 320 Nm  RWD 210 kW RWD 208 kW
0-100 km/h 7,6 Sek. 6,5 Sek. 6,1 Sek.
Höchstgeschwindigkeit 175 km/h 180 km/h 201 km/h
WLTP-Verbrauch 16,6 kWh 14,0 kWh 13,2 kWh
Akku netto ca. 66 kWh 77 kWh ca. 61 kWh
WLTP-Reichweite 479 km 618 km 513 km
Basispreis 44.990 Euro 48.995 Euro 39.990 Euro

Motorisch ist der Mazda den beiden Rivalen etwas unterlegen, und so sind auch die Fahrleistungen geringfügig schlechter. Bei der Batteriekapazität liegt der Mazda zwischen dem VW und dem Tesla. Der von Mazda angegebene Wert ist die Bruttokapazität; netto sind es laut EV-Database etwa 66 kWh. Die Batterie des VW ist mit 77 kWh deutlich größer und der Verbrauch wesentlich geringer, sodass der ID.7 über 130 km weiter mit einer Batterieladung kommt. Der Tesla hat zwar eine kleinere Batterie als der Mazda, aber die Reichweite ist wegen des extrem niedrigen Verbrauchs sogar größer

  Mazda 6e EV VW ID.7 Pro Tesla Model 3 RWD
Akku netto ca. 66 kWh 77 kWh ca. 61 kWh
WLTP-Reichweite 479 km 618 km 513 km
DC-Ladedauer (10-80%) 24 min 28 min ca. 24 min
DC-Ladegeschwindigkeit ca. 1,9 kWh/min 2,0 kWh/min ca. 1,8 kWh/min
Reichweite-Nachladen 14,0 km/min 15,5 km/min ca. 15 km/min

Beim Laden ist der Basis-6e relativ schnell. Das zeigt sich, wenn man die Ladegeschwindigkeit aus der Nettokapazität und der Ladedauer berechnet. Dabei ergeben sich 1,9 kWh/min. Damit liegt der Mazda hier etwa gleichauf mit den Rivalen. Trotz des recht hohen Verbrauchs kann der Mazda auch beim Reichweite-Nachladen noch einigermaßen mithalten.

Preislich liegt der Mazda mit knapp 45.000 Euro zwischen dem günstigen Tesla und dem VW. Für den gleichen Betrag gibt es übrigens das Tesla Model RWD Long Range, das bei Motorleistung (235 kW), Sprint (5,2 Sek.) und nicht zuletzt der Reichweite (bis 702 km) weit besser ist.

Long-Range-Variante im Vergleich

Sehen wir uns nun die Long-Range-Variante des Mazda 6e an, die mit 46.500 Euro kaum teurer ist als die Basismotorisierung. Der geringe Preisunterschied zur Einstiegsversion von rund 1.500 Euro hat seinen Grund: Der Akku (hier mit NMC-Chemie) ist mit 80 kWh zwar größer, die Ladegeschwindigkeit aber deutlich geringer. Und von der Motorisierung her ist das Auto ebenfalls schwächer als die Basisversion. Wir vergleichen mit dem gleichen VW wie oben, während wir bei Tesla diesmal die Long-Range-Variante (Daten wieder von EV-Database) verwenden:

  Mazda 6e EV
Long Range
VW ID.7 Pro Tesla Model 3
RWD Long Range
Antrieb RWD 180 kW RWD 210 kW RWD 235 kW
0-100 km/h 7,8 Sek. 6,5 Sek. 5,1 Sek.
Höchstgeschwindigkeit 175 km/h 180 km/h 201 km/h
WLTP-Verbrauch 16,5 kWh 14,0 kWh 13,6 kWh
Akku netto ca. 75 kWh 77 kWh ca. 75 kWh
WLTP-Reichweite 552 km 618 km 702 km
Basispreis 46.500 Euro 48.995 Euro 44.990 Euro

Bei diesem Vergleich sind die Batteriekapazitäten etwa gleich. Weil der Verbrauch des Mazda aber so viel höher ist als bei den Rivalen, ist die Reichweite des 6e auch hier niedriger – vor allem gegenüber dem deutlich überlegenen Tesla, der fast 3 kWh je 100 km weniger verbraucht

  Mazda 6e EV
Long Range
VW ID.7 Pro Tesla Model 3
RWD Long Range
Akku netto ca. 75 kWh 77 kWh ca. 75 kWh
WLTP-Reichweite 552 km 618 km 702 km
DC-Ladedauer 47 min 28 min ca. 27 min
DC-Ladegeschwindigkeit ca. 1,1 kWh/min 1,9 kWh/min ca. 1,9 kWh/min
Reichweite-Nachladen 8,2 km/min 15,5 km/min ca. 18,2 km/min

Bei den Ladedaten ist das Bild deutlich trüber als beim kleinen Akku: Die von uns berechnete Ladegeschwindigkeit beträgt 1,1 kWh/min. Für einen Kleinwagen wäre das okay, aber nicht für ein Modell der Mittelklasse. Beim Reichweite-Nachladen ist das Long-Range-Modell ebenfalls deutlich schlechter als das Basismodell. Auch preislich ist das Bild ähnlich wie bei der Einstiegsvariante: Die Long-Range-Version liegt zwischen dem günstigeren Tesla und dem teureren VW.

Neben dem VW ID.7 und dem Tesla Model 3 (sowie dem Hyundai Ioniq 6) gibt es noch China-Alternativen wie den BYD Seal, den GWM Ora 07, den Nio ET5 oder den Xpeng P7, sowie einige kleinere Modelle wie den Polestar 2 oder den Peugeot E-408. Für einen Überblick über alle Elektro-Limousinen auf dem Markt empfehlen wir unser Special (Link unten).  

Bildergalerie: Mazda 6e (2025)

Unter dem Strich

Unser erster Eindruck hat nicht getrogen: Der Mazda 6e kann bei den Daten zu Antrieb und Akku nicht mit der Konkurrenz mithalten. Vor allem bei der Reichweite ist das neue Japan-Modell unterlegen, das Long-Range-Modell zudem auch beim Schnellladen. Wenn man nur die betrachteten Daten berücksichtigt, wären die Preise des 6e zu hoch.

Anders mag das aussehen, wenn man auch die Ausstattung mitberücksichtigt, denn die fällt recht üppig aus. Wie sich der Neuling bei Bedienung, Platzangebot und Fahreindruck schlägt, klären wir dann bei unserem Test, den sie ab Mittwoch lesen. [Update: Der Fahrbericht zum Mazda 6e mit kleiner Batterie ist inzwischen online.] 

In der ersten Version dieses Artikels sind uns bezüglich des Basismodells mehrere Fehler unterlaufen. Wir bitten das zu entschuldigen.