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Mercedes-AMG GT XX fährt 5.479 km in 24 Stunden

Batterie mit Tauchkühlung überzeugte bei über 35 Grad Hitze, konstant 300 km/h und ultraschnellem Laden mit 850 kW

Mercedes-AMG GT XX Concept: Reichweitenrekorde
Bild von: Mercedes-AMG

Das Concept AMG GT XX hat glich mehrere Reichweitenrekorde gebrochen. Unter anderem fuhr der Prototyp 5.479 Kilometer in 24 Stunden. Damit pulversierte das Auto den 24-Stunden-Rekord und schaffte über 1.500 km mehr als der bisherige Rekordhalter.

Das auf der neuen Plattform AMG.EA basierende Concept AMG GT XX ist ein echter Technologieträger: Er besitzt drei Axialfluss-Motoren mit insgesamt 1.000 kW Leistung und eine 800-Volt-Batterie mit Tauchkühlung. Die Speicherkapazität des Akkus hat Mercedes unseres Wissens noch nicht bekannt gegeben. Laut Autocar soll der Akku 114 kWh speichern, MBPassion schreibt etwas von rund 100 kWh.

Bildergalerie: Mercedes-AMG GT XX Concept (Reichweitenrekorde)für Elektrofahrzeuge

Die neuen Rekordfahrten sollen nun offenbar zeigen, dass das Thermomanagement exzellent ist. Sie wurden allesamt auf der Hochgeschwindigkeits-Teststrecke im süditalienischen Nardò aufgestellt. Es sind 25 an der Zahl. Dazu zählt der erwähnte Rekord für die größte Distanz, die je ein Elektrofahrzeug innerhalb von 24 Stunden zurückgelegt hat. Die bisherige Bestmarke hielt offenbar der neue Xpeng P7 mit 3.961 Kilometer, wie CarNewsChina erst vor zehn Tagen berichtete. Das Concept AMG GT XX schaffte jetzt 5.479 km – also schlappe 38 Prozent mehr als der Xpeng.

Aber der Extremtest dauerte deutlich länger als 24 Stunden. Ziel war es, "in acht Tagen um die Welt" zu fahren – eine Anspielung auf den Roman "Reise um die Erde in 80 Tagen" von Jules Verne. Dabei wollte Mercedes möglicherweise auch das Thermomanagement testen. Die größten Belastungen herrschen beim Fahren unter hoher Last sowie beim Laden mit hohen Ladegeschwindigkeiten. Deshalb fuhren die Profi-Tester mit 300 km/h und luden dann immer mit Ladeleistungen von rund 850 kW nach.

Das Auto schafft deutlich mehr als 300 km/h, beteuert Mercedes, aber bei Tempo 300 soll sich die beste Balance zwischen Tempo auf der Strecke und Tempo beim Laden ergeben – was somit die kürzeste Gesamtzeit ermöglichen sollte. Was das Aufladen angeht, so schaffen heutige DC-Lader typischerweise "nur" 350 bis 400 kW. Um 850 kW zu erreichen, wurde in Nardò eigens ein Prototypen-Lader von Alpitronic aufgebaut. 

Der Erdumfang am Äquator liegt bei 40.075 km. Diese Distanz hatte der Prototyp nicht nach acht Tagen, sondern schon nach 7 Tagen 13 Stunden, 24 Minuten und 07 Sekunden geschafft. Früh am heutigen Morgen war es so weit: Die Strecke war bewältigt. Auf dem Weg stellte das Concept AMG noch eine Reihe weiterer Leistungsrekorde auf; hier nur die Ergebnisse für runde Kilometerzahlen:.

2.000​ km 08h:40m:34,22s
5.000​ km 21h:54m:47,48s
10.000 km 1d:20h:10m:00,45s
20.000​ km 3d:16h:41m:52,75s
30.000​ km 5d:14h:26m:53,71s
40.000 km 7d:13h:02m:59,47s
40.075 km (1 Erdumfang) 7d:13h:24m:07,10s

Aber nicht nur ein Fahrzeug meisterte die Tortur, sondern gleich zwei. Beide starteten zeitgleich und waren zum Schluss nur rund 25 Kilometer voneinander entfernt – das entspricht gerade einmal zwei Runden auf der Teststrecke. Dass diese Weltumrundung in acht Tagen gleich doppelt gelang, unterstreicht die Dauerleistungsfähigkeit des Antriebsstrangs, so Mercedes.

3.177 Runden à 12,68 Kilometer wurden gefahren, pro Tag durchschnittlich über 5.300 Kilometer. Die äußeren Bedingungen waren alles andere als optimal, denn tagsüber wurden über 35 Grad Celsius gemessen – im Schatten, den es in Nardò aber kaum gibt. Das Thermomanagement hielt auch dieser Herausforderung stand.

Mercedes-AMG GT XX Concept: Detail der Batterie

Mercedes-AMG GT XX Concept: Detail der Batterie

Bild von: Mercedes-AMG

Die Batterie des Prototyps ist eine komplette Neuentwicklung aus Affalterbach, dem Unternehmenssitz von Mercedes-AMG. Sie ermöglicht eine "hohe, häufig hintereinander abrufbare Leistung" und trägt zur Gesamtperformance des Fahrzeugs bei, schreibt der Hersteller. Eingebaut werden über 3.000 zylindrische Zellen mit NCMA-Chemie (Nickel, Cobalt, Mangan, Aluminium) und über 300 Wh/kg Energiedichte. Sie stehen in einer elektrisch nicht leitenden Kühlflüssigkeit, die von einem lasergeschweißten Aluminiumgehäuse umschlossen wird. Der GT XX gilt als STudie des kommenden Mercedes-AMG GT 4-Türers mit EQ-Technologie, der schon 2026 auf den Markt kommen soll.

Unter dem Strich

Wenn das Concept GT XX eine Studie des kommenden Mercedes-AMG GT 4-Türers mit Elektroantrieb ist, dann darf man einiges von dem neuen Gran Turismo erwarten. Beim Schnellladen dürfte spätestens hier nicht mehr das Auto, sondern die Säule der begrenzende Faktor darstellen. Die 114-kWh-Batterie dürfte für ordentlich Reichweite sorgen. Dazu kommen exorbitante Antriebsleistungen. Was von der Technik des Prototyps wirklich in Serie geht, müssen wir natürlich abwarten. Aber das innovative Thermomanagement mit der Tauchkühlung funktioniert offenbar prächtig.