Zum Hauptinhalt springen

472 km/h: YangWang U9 Track Edition mit neuem Tempo-Rekord

2.200 kW starker Bolide mit vier Elektromotoren fuhr so schnell wie kein anderes Elektroauto zuvor (Update)

Der YangWang U9 Track Edition fuhr neuen Elektroauto-Temporekord
03:05
Bild von: BYD

472,41 km/h: Das ist der neue Tempo-Weltrekord bei Elektroautos. So schnell fuhr nun ein YangWang U9 in der Track Edition. Der Rekord wurde schon am 8. August auf der Hochgeschwindigkeitsstrecke von ATP Automotive Testing im ostfriesischen Papenburg aufgestellt. 

Schon im November 2024 hatte der U9 mit 391,94 km/h einen chinesischen Geschwindigkeitsrekord erzielt, berichtet CarNewsChina. Die jetzt gemessenen 472,41 km/h lagen aber noch um rund 20 Prozent höher. Traditionelle Hypercars mit Verbrennungsmotor erreichen übrigens noch höhere Geschwindigkeiten. So fuhr der Koenigsegg Jesko Absolut bis zu 531 km/h, der Bugatti Chiron Super Sport 300+ 490 km/h und der SSC Tuatara 474,8 km/h.

Die gemessene Geschwindigkeit des U9 kommt diesen Werten allerdings recht nahe. Zudem ist der YangWang U9 mit 1,68 Millionen Yuan (rund 202.000 Euro) noch vergleichsweise günstig – die genannten Verbrenner kosten alle über 10 Millionen Yuan (1,2 Millionen Euro), zum Teil auch noch deutlich mehr. 

YangWang U9 Track Edition: Noch deutlich stärker als der normale U9

YangWang U9 Track Edition: Mit 2.200 kW noch deutlich stärker als der normale U9 mit 980 kW

Bild von: BYD

Die Track Edition basiert wie der normale U9 auf der e4-Plattform. Darüber hinaus hat er laut BYD jedoch eine Spannungslage von 1200 Volt, gepaart mit einem speziellen Thermomanagement. Für den Antrieb sorgen gleich vier Motoren, wobei jedem Rad einer zugeordnet ist. Bei der Track Edition produziert jede Maschine 555 kW; die Systemleistung liegt bei über 2.200 kW. So ergibt sich ein Leistungsgewicht von 893 kW (1.217 PS) pro Tonne. Der Rekord wurde vom deutschen Profi-Rennfahrer Marc Basseng aufgestellt. 

Der normale YangWang U9 wurde Anfang 2023 erstmals gezeigt, Details wurden aber erst ein Jahr später veröffentlicht. Die Elektromotoren liefern hier zusammen "nur" 960 kW und 1.680 Nm. Damit soll ein Sprint auf 100 km/h in 2,36 Sekunden möglich sein, was kein Spitzenwert ist – das Tesla Model S Plaid braucht nur 2,1 Sekunden.

Bildergalerie: BYD Yangwang U9 (2023)

Der Supersportler ist knapp fünf Meter lang und nur 1.295 mm hoch – gute Voraussetzungen für Höchstgeschwindigkeitsfahrten. Das Leergewicht ist mit 2.475 Kilo recht hoch. Es dürfte dem Auto zwar nicht beim Sprint helfen, aber dazu beitragen, dass es bei hohem Tempo ruhig liegt. So beträgt denn auch die offizielle Höchstgeschwindigkeit des YangWang U9 schon 309,19 km/h.

Als Energiespeicher wird eine LFP-Batterie eingebaut, was wegen der geringen Energiedichte dieser Batteriechemie sehr ungewöhnlich für ein so teures Modell ist. Die 80 kWh ermöglichen denn auch nur eine Reichweite von 465 km – nach der wenig anspruchsvollen chinesischen Norm CLTC. Die maximale Ladeleistung ist mit 500 kW allerdings üppig, sodass sich die 800-Volt-Batterie in nur 10 Minuten von 30 auf 80 % bringen lässt. Der Supersportwagen unterstützt zudem Dual-Charging, das heißt, es kann über zwei Ladekabel gleichzeitig geladen werden. Dasselbe Feature wird auch vom BYD Denza D9 und Denza N7 sowie Han L und Tang L unterstützt.

Eine weitere Besonderheit des YangWang U9 ist das Fahrwerk mit der Bezeichnung Disus X. Dieses ermöglicht den sogenannten Tank Turn und den Crab Walk, das heißt das Wenden auf der Stelle und eine spezielle Seitwärtsbewegung. Zu sehen ist das im obigen Video.

Ausgeliefert wird der YangWang U9 angeblich schon seit August 2024. Die Volumina sind allerdings extrem klein: Im ganzen Jahr 2025 wurden nur 149 Exemplare an die Kundschaft übergeben.

Unter dem Strich

CarNewsChina merkt an, dass es mit dem Venturi Buckeye Bullet 3 ein noch schnelleres Elektro-Landfahrzeug gibt. Es erreichte bereits im Jahr 2016 ein Tempo von 549,4 km/h. Laut Wikipedia wurden dabei allerdings nicht die offiziellen Kriterien des Automobil-Weltverbands FIA eingehalten.

Aber Moment man: Was spielt es überhaupt für eine Rolle, ob ein Auto 300, 400 oder 500 km/h schnell fährt? In der Praxis kaum eine, denn so schnell kann man auf öffentlichen Straßen nicht fahren. Aber ein wenig von der Autoquartett-Mentalität der Kindheit haben wir uns doch alle bewahrt, oder?