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Neuer BMW iX3: Wie groß ist die reale Reichweite auf der Autobahn?

Wir schätzen ab, wie viel von den offiziellen 805 km in der Wirklichkeit bleiben.

BMW iX3 mit offizieller WLTP-Reichweite (805 km)
Bild von: BMW

Der neue BMW iX3 auf Basis der Neuen Klasse ist bereits seit September 2025 bestellbar. Die maximale Reichweite nach kombinierter WLTP-Norm liegt bei 805 Kilometern. Aber wie weit kommt man mit dem Auto in der Realität, insbesondere auf der Autobahn? Reichweitentests gibt es noch nicht, aber eine Abschätzung ist schon möglich. 

Seit der Vorstellung des BMW iX3 auf der IAA wissen wir, dass es das 4,78 Meter lange Elektro-SUV zunächst nur als iX3 50 xDrive mit einem 345 kW starken Allradantrieb gibt. Vorne arbeitet ein Asynchronmotor mit 123 kW, an der Hinterachse ein 240 kW starker stromerregter Synchronmotor. Solche elektrisch erregte Synchronmotoren sollen gerade bei hohem Tempo sparsam sein.

BMW iX3 (2026): Das Exterieur

Der BMW iX3 wiegt 2.380 Kilo und hat einen Luftwiderstand cW x A von 0,24 x 2,62 m2.

Bild von: BMW

Der kombinierte WLTP-Stromverbrauch wird mit 15,1 bis 17,9 kWh angegeben, die kombinierte WLTP-Reichweite mit 678 bis 805 km – das ist jeweils ein weiter Bereich. Der ergibt sich durch den starken Einfluss der Konfigurationsmöglichkeiten. 

So hängen Verbrauch und Reichweite stark von den gewählten Rädern ab. Schon die günstigste iX3-Version für 68.900 Euro bietet bei Reichweite und Verbrauch (794 km bzw. 15,4 kWh) keine Bestwerte mehr. Um die sparsamste Variante zu bekommen, muss man statt der normalen 20-Zöller gleich große Aerodynamikräder für 600 Euro bestellen. Mit 21-Zöllern ergeben sich bestenfalls 778 km und 15,7 kWh, während es mit 22-Zöllern 750 km und 16,3 kWh sind. 

Technische Daten des BMW iX3 50 xDrive als PDF zum Download

Wie bei Elektroautos üblich, erhöht sich der Verbrauch deutlich mit der gefahrenen Geschwindigkeit. Der kombinierte WLTP-Zyklus wird mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von unter 50 km/h gefahren. Das oben verlinkte Datenblatt verrät aber auch den Verbrauch im WLTP-Teilzyklus "Extra High", der bei durchschnittlich 92 bis 94 km/h gefahren wird: Er liegt bei 19,4 bis 22,8 kWh, also etwa 27 bis 28 Prozent über dem normalen WLTP-Wert.

Verbrauch im kombinierten WLTP-Zyklus Verbrauch im WLTP-Teilzyklus Extra High Unterschied Unterschied in %
15,1 bis 17,9 kWh 19,4 bis 22,8 kWh 4,3 bis 4,9 kWh 27 bis 28 %

Und welche Autobahn-Reichweite ist zu erwarten? EV-Database schätzt die Reichweite bei konstant 110 km/h auf etwa 570 km, während das Elektroauto-Datenportal Evkx.net die Autobahnreichweite bei 120 km/h mit 540 km angibt. Das sind rund 29 bzw. 33 Prozent weniger als die Maximalreichweite von 805 km – und passt zu unserer Daumenregel: Die Autobahnreichweite ist bei vielen E-Autos etwa ein Drittel niedriger als der kombinierte WLTP-Wert.

WLTP-Reichweite Reichweite bei 110 km/h (Evdb) Reichweite bei 120 km/h (Evkx)
bis 805 km ca. 570 km (-29 %) ca. 540 km (- 33 %)

Wohlgemerkt, all das gilt für moderate Temperaturen um die 20 Grad. Für Fahrten bei kalter Witterung und angeschalteter Heizung (mit 2 kW Leistung, also 2 kWh pro Stunde) soll sich laut Evkx die Reichweite bei 120 km/h auf 480 km reduzieren, während EV-Database bei 440 km im Winter landet.   

Unter dem Strich

Anfang November werden wir den BMW iX3 testen. Bis dahin nähern wir uns dem Auto von der Datenseite her an. Dieser Artikel soll ein Gefühl dafür geben, wie viel reale Reichweite man bei gemäßigter Autobahngeschwindigkeit erwarten kann. Es sind wohl rund 550 km. Also etwa ein Drittel weniger als die offizielle Maximalreichweite im kombinierten WLTP-Zyklus von 805 km. Das bestätigt wieder einmal unsere Daumenregel, die offenbar für die meisten Elektroautos gilt.