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BMW iX3 und Mercedes GLC EQ im Vergleich mit der 800V-Konkurrenz

Update: Inzwischen stehen die Preise des GLC EQ fest; wir haben sie in unseren Vergleich eingearbeitet.

Collage: 5 elektrische Mittelklasse-SUVs im Datenvergleich
Bild von: InsideEVs

Der BMW iX3 und der Mercedes GLC EQ haben auf der IAA 2025 viel Staub aufgewirbelt. Zurecht, denn die elektrischen Mittelklasse-SUVs gehören zu den ersten 800-Volt-Autos von deutschen Marken und bieten viel Reichweite. Wir vergleichen sie mit dem Audi Q6 e-tron, dem Smart #5 und dem neuen Xpeng G6. Inzwischen stehen auch die Preise für den GLC fest; deswegen haben wir diesen Vergleich aktiualisiert.

Exterieur, Maße und Kofferraum

Der BMW iX3 ist mit 4,78 Meter rund sechs Zentimeter kürzer als der Mercedes GLC EQ. Etwas kleiner sind der Smart #5 und der Xpeng G6. Der Smart #5 ist deutlich höher als die übrigen Modelle. Von der Form her ist er auch das eckigste Modell, gefolgt vom BMW. Beim GLC und Audi Q6 e-tron sinkt die Dachlinie nach hinten schon deutlicher ab, während der Xpeng G6 ein Coupé-SUV ist. Am Rande angemerkt sei, dass es den Q6 auch als Coupé-SUV gibt. 

BMW iX3 (2026): Das Exterieur

BMW iX3: Modern wirkende Optik mit wenig Chrom

Bild von: BMW
Mercedes GLC EQ (2025)

Mercedes GLC EQ: Großer, chromlastiger Grill

Bild von: Mercedes-Benz

Was den Stil angeht, so wirkt der Mercedes mit seinem großen chromlastigen Grill eher konservativ. Auch der Audi hat noch einen erkennbaren Grill. Die übrigen Modelle sehen vergleichsweise modern aus. Die Türgriffe sind bei allen fünf Fahrzeugen plan, nur der Audi hat traditionelle Bügelgriffe; dafür gibt es hier optional kamerabasierte Außenspiegel.

  Länge Breite Höhe Kofferraum
Smart #5 4,70 m 1,92 m 1,71 m 630-1.530 L
(47-72 L Frunk)
Xpeng G6 4,76 m 1,92 m 1,65 m 571-1.374 L
Audi Q6 e-tron 4,77 m 1,97 m 1,67 m 526-1.529 L
(0-64 L Frunk)
BMW iX3 4,78 m 1,90 m 1,64 m 520-1.750 L
(58 L Frunk)
Mercedes GLC EQ 4,84 m 1,89 m 1,64 m 570-1.740 L
(127 L Frunk) 

Was den Kofferraum angeht, so bieten der BMW und der Mercedes das größte Maximalvolumen, gefolgt vom Smart und dem Audi. Der Xpeng hat hier wegen seiner Karosserieform einen deutlichen Nachteil. Der untere Kofferraum-Wert ist jedoch beim Smart am größten.

Smart #5 Brabus (2025): Das Exterieur

Smart #5: Eindeutig das eckigste und höchste Modell

Bilder von: smart
Audi Q6 e-tron (2024)

Audi Q6 e-tron: Das einzige Modell mit Bügelgriffen
Bild von: Audi

Cockpit

So traditionalistisch der Mercedes GLC außen wirkt, so modern sieht das Cockpit aus: Hier gibt es einen riesigen Hyperscreen. Die Monitorlandschaft des BMW iX3 beeindruckt weniger durch die Displayfläche, aber sie ist wohl noch innovativer: Die Münchner Marke integriert ein zweites Head-up-Display namens Panoramic Vision am unteren Rand der Frontscheibe. Dazu kommt ein Touchscreen, mit gewöhnungsbedürftiger Form – zumindest auf den Bildern sieht er seltsam aus. 

Mercedes GLC EQ (2025)

Das riesige Hyperscreen des Mercedes GLC EQ

Bild von: Mercedes-Benz
BMW iX3 (2026): Das Interieur

iX3-Cockpit: Windschiefer Touchscreen und Panoramic Vision

Bild von: BMW

Smart und Audi bauen in ihre Mittelklasse-SUVs gleich drei Monitore vorne ein, wobei bei Audi die Person am Steuer auf eine leicht gekrümmtes Doppeldisplay guckt, während die Person daneben einen etwas kleineren Bildschirm bekommt.

Smart #5 Brabus (2025): Das Interieur

Smart #5 mit drei Monitoren

Bilder von: smart
Audi Q6 e-tron (2024) im Test

Auch der Audi Q6 hat drei Displays 

Beim Xpeng G6 gibt es ein eher kleines Instrumentendisplay, dafür aber einen 15,6 Zoll großen Touchscreen. Ein Head-up-Display wird hier nicht angeboten; außerdem müssen die Außenspiegel über den Touchscreen und Rädchen am Lenkrad eingestellt werden.

Xpeng G6 AWD Performance (2026): Das Exterieur

Der Xpeng G6 ist das einzige reine Coupé-SUV im Vergleich

Bild von: InsideEVs
Xpeng G6 AWD Performance (2026): Das Interieur

Das Cockpit ist typisch chinesisch: Wenig Tasten, cleane Optik

Bild von: Xpeng

Antrieb

BMW und Mercedes haben ihre Modelle erstmal nur mit Allradantrieb vorgestellt; Mercedes hat einen Hecktriebler angekündigt, BMW noch nicht. Die übrigen Fahrzeuge werden auch mit Heckantrieb angeboten. Der BMW iX3 50 xDrive bietet 345 kW Systemleistung, der Mercedes liegt mit 360 kW etwas darüber. Für unsere Vergleichstabelle haben wir ähnlich starke Modelle von Audi, Smart und Xpeng gewählt. Beim Audi mussten wir dafür schon auf die Topversion SQ6 zurückgreifen, dagegen hat bei Smart schon der schwächste Allradler überlegene 432 kW:  

  Leistung Sprint Vmax Verbrauch
Smart #5 Pulse 432 kW 4,9 Sek. 200 km/h 19,9 kWh
Xpeng G6 AWD Performance 358 kW 4,1 Sek. 200 km/h 18,4 kWh
Audi SQ6 e-tron 360-380 kW 4,3-4,4 Sek. 230 km/h 17,5-18,6 kWh
BMW iX3 50 xDrive 345 kW 4,9 Sek. 210 km/h 15,1-17,9 kWh
Mercedes GLC 400 4Matic EQ 360 kW 4,4 Sek. 210 km/h 14,9-18,9 kWh

Die höchste Leistung bietet der Smart #5, doch die Sprintleistung ist mit 4,9 Sekunden eher enttäuschend. Denn der fast 90 kW schwächere BMW erzielt denselben Wert. Am Gewicht liegt das nicht, denn der BMW ist mit 2.360 Kilo sogar minimal schwerer als der Smart (2.345 Kilo).

Der Mercedes bietet mit 360 kW die gleiche Leistung wie der Audi im Normalmodus und sprintet auch ähnlich schnell. Den zügigsten Sprint erlaubt der Xpeng mit 4,1 Sekunden; er wiegt auch nur 2,2 Tonnen. Die Höchstgeschwindigkeiten liegen bei allen Modellen bei 200 km/h oder darüber. Den niedrigsten Normverbrauch weist Mercedes mit 14,9 kWh aus; BMW liegt mit 15,1 kWh nur wenig darüber. Am anderen Ende der Skala liegt der aerodynamisch ungünstige Smart, der mit fast 20 kWh den höchsten WLTP-Wert aufweist.

Akku, Reichweite und Ladegeschwindigkeit

BMW hat bei seinem iX3 eindeutig auf Reichweite gesetzt. Dazu baut der Münchner Hersteller eine 108,7 kWh netto große Batterie ein und erzielt so eine Maximalreichweite von über 800 km. Mercedes hält den Akku mit 94 kWh deutlich kleiner und kommt deshalb bei der WLTP-Reichweite nicht an den BMW heran. Der etwas geringere Normverbrauch des Mercedes reicht nicht, um die größere Batteriekapazität des BMW zu kompensieren. So schafft die normale Version des GLC 400 4Matic nur 673 km, das gegen Aufpreis erhältliche Sondermodell Long Range Edition kommt auf 715 km.

  Akku Reichweite Ladeleistung
(max.)
DC-Ladedauer
(10-80 %)
Smart #5 Pulse 94,0 kWh 540 km 400 kW 15-18 min
Xpeng G6 AWD Perf. ca. 80 kWh 510 km 451 kW (12 min)
Audi SQ6 e-tron 94,9 kWh 560-597 km 270 kW 21 min
BMW iX3 50 xDrive 108,7 kWh 679-805 km 400 kW 21 min
Mercedes GLC 400 4Matic EQ 94 kWh 673 km 330 kW 22 min
Mercedes GLC 400 4Matic EQ
Long Range Edition
94 kWh 715 km 330 kW 22 min

Die übrigen Konkurrenten bleiben bei der Reichweite gegenüber dem BMW und dem Mercedes zurück. Bei Smart und Xpeng steht eine "5" am Anfang. Die eher geringe Reichweite ist typisch für Modelle mit chinesischer Technik, denn im Reich der Mitte nimmt man angeblich schon bei deutlich kürzeren Strecken den Zug oder das Flugzeug. Aber auch der Audi schafft keine 600 km am Stück.

Die maximale Ladeleistung ist eigentlich kein gutes Kriterium für die Ladegeschwindigkeit; wegen der Popularität des Werts haben wir sie dennoch angegeben. 400 kW sind bei den meisten DC-Säulen das absolute Maximum für ein 800-Volt-Modell; viele liefern sogar "nur" 350 kW. Deshalb haben wir auch die von Xpeng angegebene Ladezeit von 12 Minuten eingeklammert – diese wird nur an ganz speziellen Säulen erreicht. Smart gibt offiziell 18 min an, wobei aber an sehr schnellen Säulen auch 15 min möglich sind, wie wir bei einer Lade-Demo beobachten konnten. Audi, BMW und Mercedes geben Zeiten von 21 bzw. 22 min an.

Aus der vom Hersteller angegebenen Ladedauer und der Nettokapazität kann man die durchschnittliche Ladegeschwindigkeit in kWh/min errechnen. Den höchsten Wert erreicht hier der Xpeng, der auf 80 kWh x 0,7 / 12 min = 4,7 kWh/min kommt; aus den genannten Gründen ist dieser Wert allerdings zweifelhaft. Der kleinste Wert errechnet sich für den Mercedes; hier ergeben sich 94 kWh x 0,7 / 22 min = 3,0 kWh/min. Aber auch das sist ein guter Wert, der für die Top Ten reicht

  Ladegeschwindigkeit Reichweite-Nachladen
Smart #5 Pulse 3,7-4,4 kWh/min 21,0-25,2 km/min 
Xpeng G6 AWD Perf. (ca. 4,7 kWh/min) (30,0 km/min)
Audi SQ6 e-tron 3,2 kWh/min 19,9 km/min
BMW iX3 50 xDrive 3,6 kWh/min 26,8 km/min
Mercedes GLC EQ 400 3,0 kWh/min 21,4 km/min
Mercedes GLC 400 4Matic EQ
Long Range Edition
3,0 kWh/min 22,8 km/min

Auch Werte fürs Reichweite-Nachladen haben wir ausgerechnet. Wenn man die Maximalreichweite und die angegebene Ladedauer zugrunde legt und den Xpeng weglässt, ergibt sich hier beim BMW iX3 der beste Wert: 805 km x 0,7 / 21 min = 26,8 km/min. Das bedeutet, dass man im Bereich von 10-80 % Strom für etwa 27 km nachladen kann. Beim Mercedes GLC sind es nur etwa 21 bis 23 km. Der Smart schneidet hier trotz seines hohen Ladetempos ebenfalls schlechter ab, was am hohen Verbrauch liegt. Noch weiter hinten liegt allerdings der Q6, der nur knapp 20 km pro Minute nachladen kann.

Preise

Der Mercedes GLC 400 4Matic EQ kostet 67.717 Euro mit Herstellerrabatt, für die Long Range Edition werden knapp 71.000 Euro verlangt. Damit liegt der Mercedes mit dem BMW praktisch gleichauf, denn der BMW iX3 kostet knapp 70.000 Euro. Wesentlich teurer ist der SQ6, den Audi für fast 94.000 Euro listet. Am günstigsten sind die beiden Modelle, die in China gebaut werden, wobei der Xpeng überraschenderweise mehr kostet als der #5, zumal Smart hier noch 2.500 Euro Herstellerrabatt gewährt, wie ganz unten auf der Website zum Smart #1 zu lesen ist.    

  Listen-Basispreis Preis rabattiert
Smart #5 Pulse 47.490 Euro 44.990 Euro
Xpeng G6 AWD Perf. 51.600 Euro
Audi SQ6 e-tron 93.800 Euro
BMW iX3 50 xDrive 68.900 Euro
Mercedes GLC EQ 400 71.281 Euro 67.717 Euro
Mercedes GLC 400 4Matic EQ
Long Range Edition
74.684 Euro 70.950 Euro

Preislich liegt der Smart #5 deutlich vorne, er bleibt unter 45.000 Euro. Der Xpeng folgt mit rund 52.000 Euro. Der BMW liegt bei fast 70.000 Euro, Mercedes verlangt für die reichweitenstärkste Version des GLC 400 4Matic rund 71.000 Euro, und für den Audi muss man sogar über 90.000 Euro hinlegen.

Fazit

Um MIssverständnissen vorzubeugen: Dies ist kein Vergleichstest, sondern nur ein Daten-Vergleich. Wir haben nur einen Teil der Autos selbst gefahren und die Ausstattung blieb außen vor. Dennoch: Welches der fünf Mittelklasse-SUVs mit 800-Volt-Technik würden wir kaufen?

Die Außen-Optik wäre für uns bei allen fünf Modellen akzeptabel, wobei uns der Xpeng am wenigsten zusagt. Innen finden wir den Mercedes am beeindruckendsten, gefolgt vom Smart. Das Cockpit des BMW würden wir uns vor einem eventuellen Kauf zumindest mal ansehen, denn auf den Bildern wirkt es etwas seltsam. Der BMW und der Mercedes sind die Modelle mit der größten Länge und bieten auch am meisten Kofferraum bei umgeklappten Rücksitzen; der Xpeng G6 hat hier durch seine coupéhafte Dachlinie einen Nachteil. 

Der Xpeng G6 sprintet jedoch am schnellsten. Ob er auch beim Laden am flottesten ist, bleibt offen. Denn die vom Hersteller angegebene Ladezeit von 12 Minuten kann man nicht für voll nehmen – die gilt für Säulen, die es in Deutschland nicht gibt. Glaubwürdiger sind die Angaben von Smart, und die von uns errechnete Ladegeschwindigkeit ist mit mindestens 3,7 kWh/min sehr hoch. Allerdings verbraucht der Smart mehr als die Rivalen und muss entsprechend oft an die Ladesäule. 

Langstrecken-King ist der BMW: Er bietet am meisten Reichweite, lädt zudem mit 3,6 kWh/min auch schnell und hat den besten Wert beim Reichweite-Nachladen. Aber auch wenn man die anderen Aspekte einbezieht, ist für uns der BMW iX3 das beste Modell im Vergleich. Allerdings ist er auch schlappe 24.000 Euro teurer als der Smart #5. Letzterer wäre für uns das Auto der Wahl, wenn das Geld nicht ganz so locker sitzt oder man nicht allzu oft auf die Langstrecke geht. Der Audi dagegen ist für das, was er den Daten nach bietet, wirklich überteuert.

Der Mercedes bleibt selbst als Long Range Edition bei der Reichweite und beim Schnellladen hinter dem BMW zurück. Dass er etwas stärker ist und schneller sprintet, würde für uns nicht so stark ins Gewicht fallen. Für rund 71.000 Euro wäre der Mercedes deshalb für uns nur dritte Wahl. Den Xpeng würden wir wegen der problematischen Bedienung stehen lassen.