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Kfz-Versicherung: Elektroautos offenbar nicht mehr günstiger

Für den Skoda Enyaq sind 40 Prozent der Vollkaskotarife teurer, nur 35 Prozent günstiger als für das Verbrennermodell Kodiaq.

Skoda Enyaq RS (2025): Das Exterieur
Bild von: Skoda

Von der Kfz-Steuer sind Elektroautos ja für zehn Jahre oder bis Ende 2035 befreit; die entsprechende Regelung wurde Ende 2025 verlängert. Doch was kostet die Kfz-Versicherung? Hier waren Elektroautos bisher günstiger als Verbrenner, aber dieser Vorteil scheint nicht mehr zu bestehen.

Lange sei die Versicherung für Elektroautos (BEVs) pauschal günstiger gewesen als für Verbrenner, schreibt das Vergleichsportal Verivox. Doch nun zeigten Modellrechnungen, dass Stromer bei etwa der Hälfte der Vollkaskotarife teurer sind als bei vergleichbaren Verbrennern. Die Versicherungsbeiträge für Elektroautos seien unter sonst gleichen Bedingungen bis zu 44 Prozent höher als derselbe Tarif für das Pendant mit Verbrennungsmotor.

BMW X3 40d xDrive (2025)

BMW X3 40d xDrive (2025)

Bilder von: BMW
BMW iX3 (2022)

Der alte BMW iX3 (2022)

Nach den Berechnungen von Verivox sind Vollkaskotarife für einen BMW X3 mit Elektroantrieb (wohl den alten iX3, denn beim neuen beginnt die Auslieferung erst) bis zu 44 Prozent teurer als für das Verbrenner-Modell – obwohl beide in denselben Typklassen liegen. Von den Tarifen, die für beide Modelle wählbar sind, ist knapp die Hälfte (rund 49 Prozent) für das E-Modell teurer. Günstiger ist die Versicherung für den Stromer nur bei rund 32 Prozent der Tarife. Bei 19 Prozent der Angebote liegen die Kosten gleichauf.

Skoda Kodiaq (2024)

Skoda Kodiaq (2024)

Bilder von: Skoda
Skoda Enyaq Sportline (2025): Die Front

Skoda Enyaq Sportline (2025)

Bilder von: Skoda

Für den Skoda Enyaq sind die Tarife bis zu 18 Prozent teurer als für das Verbrennermodell Kodiaq, der in die gleiche Typklasse eingestuft ist. Insgesamt sind rund 40 Prozent der Angebote teurer und nur 35 Prozent günstiger. Gleichstand erreichen die beiden bei rund 26 Prozent der Tarife.

"Versicherer haben E-Autos lange Zeit per se günstiger bepreist als Benziner", sagt Verivox-Versicherungsexperte Aljoscha Ziller. "Zum einen lagen nicht ausreichend Schadensdaten vor und zum anderen wollten Versicherer sich auf einem jungen Wachstumsmarkt positionieren. Doch die Zeit der pauschalen Vorschusslorbeeren für E-Autos ist vorbei."

Mittlerweile zeigen Langzeitdaten, dass Elektroautos zwar seltener Schäden verursachen, diese dann aber oft höher sind, so das Vergleichsportal. Das schlage insbesondere in der Vollkaskoversicherung zu Buche. Die Vertriebsstrategien der Versicherer unterscheiden sich jedoch: Einige wollen nach wie vor ihren Kundenstamm unter E-Auto-Fahrern erweitern und bieten deshalb günstige Tarife an. Im besten Fall zahlt man 23 Prozent weniger, so Verivox. Beim Vergleich zwischen Skoda Enyaq und Skoda Kodiaq beträgt der Kostenvorteil gegenüber dem Verbrenner bis zu 18 Prozent.

Ein Vergleich von verschiedenen Versicherungen empfiehlt sich also. Dabei sollte man auch darauf achten, ob bei einem Unfall auch eine Beschädigung des teuren Akkus eingeschlossen ist.

Für die Analyse hat Verivox die Vollkasko-Versicherung für einen 45-jährigen Berliner mit einer jährlichen Fahrleistung von 12.000 km in Schadenfreiheitsklasse 15 berechnet. Dafür wertete das Portal über 400 Tarife von rund 70 Versicherern aus.

Unter dem Strich

Nach dem Vergleichsportal Verivox waren Elektroautos bisher bei der Kfz-Versicherung pauschal günstiger als Verbrenner. Wollten sich die Versicherer ein grünes Mäntelchen umhängen? Oder dachte man anfangs, dass E-Auto-Fahrerinnen und -Fahrer vorsichtiger fahren? Wir wissen es nicht. Jetzt ist der Vorteil jedenfalls Geschichte, zumindest bei den meisten Versicherern.