ACC-Batteriezellwerke in Kaiserslautern und Termoli gestrichen
Pläne des Joint Ventures von Stellantis, Mercedes und Total wurden endgültig aufgegeben, sagt eine italienische Gewerkschaft.
Drei Batteriezellwerke der Automotive Cells Company (ACC) waren geplant. Doch während das Werk in Nordfrankreich im Sommer die Fertigung aufnehmen soll, wurden die zwei anderen jetzt endgültig aufgegeben. Das Joint Venture zwischen Stellantis, Mercedes und TotalEnergies wird weder den Standort in Kaiserslautern noch den in Termoli realisieren.
Der Bau der zwei Standorte wurde bereits 2024 auf Eis gelegt. Damals wurde eine zu schwache Nachfrage als Grund genannt. Nun wurden die Pläne für die Fabriken in Rheinland-Pfalz und Italien endgültig aufgegeben, teilte die italienische Metallarbeitergewerkschaft UILM mit, wie Reuters berichtet.
ACC erklärte, dass die Voraussetzungen für die Wiederaufnahme der beiden Projekte voraussichtlich nicht erfüllt würden. Man prüfe verschiedene Szenarien. Stellantis als größter Anteilseigner berichtete, man beobachte die Situation genau und werde die industriellen und sozialen Auswirkungen bewerten.
Die 2020 verkündeten Pläne sahen drei Produktionslinien in drei Werken mit einer Jahreskapazität von jeweils acht Gigawattstunden (GWh) vor. Nun sind nur noch zwei Linien in Frankreich geplant, jedoch mit einer erhöhten Kapazität von 13 bzw. 15 GWh. Die Produktion soll Mitte 2026 beginnen.
Für Termoli ist statt der Zellfertigung eine Produktion von Getrieben und Motoren geplant, doch Details bleiben noch im Dunklen, erklärte die italienische Gewerkschaft. Stellantis bekräftigte, die Zukunft des Werkes sei gesichert.
Unter dem Strich
Schon wieder schlechte Nachrichten zur Batteriezellproduktion in Europa: Die ACC-Werke in Deutschland und Italien werden nicht in Betrieb gehen. Was genau an der Beerdigung der Pläne schuld ist, bleibt unklar. Bedarf wäre da, denn der Elektroautomarkt in Europa wächst, und die meisten Zellen kommen bisher aus Asien. In Zeiten der Elektroauto-Euphorie, so um 2020 und 2021 herum, hieß es, das müsse wegen des CO2-Fußabdrucks vermieden werden. Jetzt hat man eher den Eindruck, man will den Betrieb eigener Werke vermeiden, weil die Technologie schwer zu beherrschen und das finanzielle Risiko hoch ist.
Unser Titelbild zeigt ein Rendering der geplanten und jetzt gestrichenen Gigafactory in Kaiserslautern.
Quelle: Reuters
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