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Peugeot Concept 6 und 8: E-Autos mit Dongfeng-Technik geplant

Stellantis baut ab 2027 neue Elektromodelle von Peugeot und Jeep mit dem Partner Dongfeng in China.

Collage: Peugeot Concept 6 (oben) und Concept 8
Bild von: Peugeot

Ende April präsentierte Peugeot auf der Automesse in Peking das Concept 6 und das Concept 8. Die serienfernen Studien seien sowohl für den chinesischen als auch für den globalen Markt gedacht, hieß es. Nun meldet Stellantis, dass man zwei Peugeot- und zwei Jeep-Modelle mit alternativen Antrieben zusammen mit Partner Dongfeng in China bauen will. Offenbar handelt es sich bei den Peugeots um die Serienversionen der Studien.

In der Stellantis-Meldung heißt es, man wolle die Kooperation mit Dongfeng ausbauen und auf die gemeinsame Produktion von Peugeot- sowie Jeep-Modellen ausweiten. Hier der Originalton:

Nach der Kooperationsvereinbarung soll "das Joint Venture Dongfeng Peugeot Citroën Automobile Co., Ltd ('DPCA') voraussichtlich ab 2027 in seinem Werk in Wuhan zunächst zwei komplett neue Fahrzeuge der Marke Peugeot mit alternativen Antrieben produzieren. Diese basieren auf der neuesten Designsprache der brandneuen Konzeptfahrzeuge, die Peugeot auf der Beijing Auto Show 2026 vorgestellt hat. Diese Produkte sind für China und für den Export in globale Märkte im Rahmen des internationalen Wachstumsplans von Peugeot vorgesehen."

"Der Plan umfasst auch die Produktion von zunächst zwei Offroad-Modellen mit alternativen Antrieben der Marke Jeep für globale Märkte ab 2027 im DPCA-Werk in Wuhan", so die Mitteilung weiter. Sowohl in Bezug auf Peugeot als auch auf Jeep ist im englischsprachigen Original von "new energy vehicles" die Rede. Unter dieser Bezeichnung (oft als NEVs abgekürzt) werden in China batterieelektrische Autos, Plug-in-Hybride und Brennstoffzellenautos zusammengefasst.

Welche Jeep-Modelle gemeint sind, geht aus der Meldung nicht hervor. Anders als bei Peugeot ist hier nicht von neuen Modellen die Rede, es könnte sich also auch um bekannte Modelle wie den Avenger Electric und den Compass Electric handeln. Bei den Peugeot-Modellen handelt es sich laut Autocar um die Serienversionen des Concept 6 und 8; das ist plausibel, denn an diesen Studien wurde die neue Designsprache ja vorexerziert. Dass sowohl bei Peugeot als auch bei Jeep von "zunächst zwei" Autos die Rede ist, lässt weitere Modelle erwarten.

Anfang dieses Monats hatte Peugeot-Markenchef Alain Favey gegenüber Autocar gesagt, dass man die Architektur von Dongfeng nutzen werde. Einige Technologien des chinesischen Herstellers seien fortschrittlicher als das, was man in Europa liefern könne. 

Concept 6 und 8 sollen zeigen, dass Peugeot den "Wandel hin zu elektrischer und intelligenter Mobilität" vorantreibt. Es dürfte sich also um Elektroautos handeln. Das Concept 6 könnte laut Autocar ein (elektrischer) Nachfolger des Peugeot 508 SW sein, während das Concept 8 ein SUV oberhalb des 4,79 Meter langen E-5008 vorwegnehmen könnte.

Bildergalerie: Peugeot Concept 6 (2026) und Peugeot Concept 8 (2026)

Für das Projekt ist eine Gesamtinvestition von über 8 Milliarden chinesischen Yuan (rund 1 Milliarde Euro) geplant, wovon Stellantis aber nur rund 130 Millionen Euro beisteuern soll. Die Umsetzung steht noch unter dem Vorbehalt, dass die Behörden zustimmen. Außerdem handelt es sich bisher nur um eine Absichtserklärung.

Die Ankündigung der gemeinsamen Produktion der vier Modelle in China erfolgt kurz nach der Bekanntgabe, dass Opel zusammen mit Leapmotor ein Elektro-SUV in Spanien bauen wird, bei dem es sich offenbar um ein Derivat des Leapmotor B10 handelt. Weitere Einzelheiten könnte Stellantis-Chef Antonio Filosa bei dem geplanten Strategie-Update am 21. Mai geben. Schon bekannt ist, dass er sich künftig auf die Kernmarken Jeep, Ram, Peugeot und Fiat konzentrieren will.

Unter dem Strich 

Der neue Stellantis-Chef forciert die Zusammenarbeit mit den chinesischen Partnern Dongfeng und Leapmotor. Geplant sind offenbar Elektroautos mit chinesischer Technik, europäischem Design und zumindest teilweise auch europäischer Bedienungsphilosophie und Fahrwerkstechnik. Diese Autos könnten durchaus auch bei uns angeboten werden. Zu den Vorteilen gehört, dass man schnell an neue Elektromodelle kommt, ohne viel Geld in die Entwicklung stecken zu müssen. Bei der Kooperation mit Dongfeng wird man allerdings die Zölle der EU gegen in China gebaute Elektroautos zahlen müssen.