Offiziell: Opel bringt neues Elektro-SUV mit Leapmotor-Technik
Neues Modell übernimmt offenbar Antriebe und Akkus vom Leapmotor B10. Doch Design, Bedienphilosophie und Fahrwerk kommen von Opel.
Gerüchte gab es schon seit einiger Zeit, nun ist es offiziell: Opel bringt ein neues Elektroauto von Partner Leapmotor unter eigener Marke nach Europa. Dabei handelt es sich um ein elektrisches Kompakt-SUV. Es wird im spanischen Saragossa bei Opel gebaut, wo parallel der Corsa und bald auch der Leapmotor B10 gefertigt werden, so Opel und Stellantis in separaten Pressemeldungen.
Das "komplett neue", vollelektrisches SUV soll die Opel-Palette im Kompaktsegment erweitern, schreibt die Rüsselsheimer Marke. Dort bietet die Blitz-Marke bereits Elektroversionen von Frontera, Mokka, Astra und Grandland an. Das Projekt diene als Blaupause für eine erweiterte Zusammenarbeit zwischen Stellantis und Leapmotor. Zugleich soll es der deutschen Marke ermöglichen, "in kürzester Zeit einen bedeutenden strategischen Schritt bei der Elektrifizierung und Skalierung zu machen". Der Produktionsstart soll bereits 2028 erfolgen.
Das neue Elektro-SUV solle "in Rüsselsheim designt und erschaffen" werden, aber gemeinsam mit Leapmotor in Deutschland und China entwickelt werden. Die Partnerschaft mit Leapmotor solle zudem eine Entwicklungszeit von weniger als zwei Jahren ermöglichen, sagte Opel-Chef Florian Huettl.
Das neue Modelle soll zentrale Komponenten der neuesten Elektroplattform sowie der Batterietechnologie von Leapmotor nutzen. Opel will das Design, die Bedienphilosophie, die Fahrwerkskompetenz sowie Licht- und Sitztechnologie beisteuern.
Laut Reuters handelt es sich bei dem chinesischen "Spenderauto" um den Leapmotor B10, der ab Ende 2026 in Saragossa gefertigt werden soll. Mit der Opel-Version des Modells solle auch die Auslastung des Werkes verbessert werden. Zudem können durch die Produktion in Europa die EU-Strafzölle gegen Elektroautos aus China gespart werden. Die Ankündigung erfolgt kurz vor dem Stellantis Investor Day 2026 am 21. Mai, bei dem der neue Konzernchef Antonio Filosa ein Strategie-Update geben will.
Der B10 und sein Opel-Äquivalent soll offenbar kein Einzelfall bleiben. Ab 2028 könnten weitere neue Leapmotor-Modelle im Stellantis-Werk Villaverde in Madrid gebaut werden, meldet Stellantis. Dazu soll das Werk in der spanischen Hauptstadt möglicherweise an das Joint Venture Leapmotor International übertragen werden, an dem Stellantis mit 51 Prozent beteiligt ist. Die Zusammenarbeit des Konzerns mit der China-Marke begann im Herbst 2023 als reine Vertriebskooperation. Nun wird sie offenbar auf die Produktion und sogar die Produktpalette ausgeweitet, auch wenn Opel bestrebt sein dürfte, dass seine Handschrift erkennbar bleibt.
Unter dem Strich
Opel bringt ein neues Elektro-SUV des C-Segments auf den deutschen Markt, bei dem Antrieb und Akku von einem Leapmotor-Modell stammen. Es liegt nahe, dass es sich um den B10 handelt, denn auch dieser wird in Saragossa gebaut. Dieser bietet einen 160-kW-Heckantrieb und je nach Batterie bis zu 434 km Reichweite. Letzteres ist auch im Kompaktsegment ziemlich wenig, aber diese Version kostet auch nur 32.400 Euro, während der günstigste Grandland Electric erst ab knapp 47.000 Euro zu haben ist.
Quelle: Opel, Stellantis, Reuters
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