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Für eine persönlichere Erfahrung

ACE: Urlaubsreise mit Elektroauto an den Hauptrouten problemlos

Auf Europas Hauptrouten ist das Laden meist kein Problem. Der ACE gibt Tipps zu Ladekarten, Bezahlung und Reiseplanung

Mercedes EQA an einer Ionity-Ladesäule (Symbolbild)
Bild von: InsideEVs

In den sonnigen Süden oder auch in den kühleren Norden mit dem Elektroauto? Wer sich gerade seinen ersten Stromer gekauft hat, hat da oft noch Bedenken. Doch auf den europäischen Hauptrouten sind Reisen mit dem Elektroauto heute kein Problem mehr, schreibt der Automobilclub ACE. Trotzdem sollte man ein paar Sachen bei der Reiseplanung berücksichtigen.

Eine hohe Zahl von Ladepunkten findet sich insbesondere in Österreich, Belgien, Dänemark, Frankreich, Norwegen, den Niederlanden und der Schweiz, auch Großbritannien ist vergleichsweise gut abgedeckt. In Italien und Spanien ist das Laden entlang der Hauptverkehrsachsen in der Regel gut möglich. Doch in ländlichen und südlichen Regionen sowie auf Inseln kann das Netz deutlich dünner ausfallen. Ähnliches gilt für Finnland und Schweden: Städte und wichtige Fernrouten sind gut erschlossen, aufgrund der großen Entfernungen nehmen die Lademöglichkeiten in Richtung Norden ab.

Auch in ost- und südosteuropäischen Ländern wie Polen, Slowenien und Kroatien gibt es teilweise Lücken. Im weiteren Südosten Europas, in Süditalien sowie auf Strecken in Richtung Griechenland und Türkei ist mit größeren Abständen zwischen den Ladepunkten zu rechnen. Hier sollte man Ladehalte frühzeitig identifizieren und ausreichend Reichweitenreserve einplanen. Ansonsten kann ein belegter, defekter oder inkompatibler Ladepunkt zu Verzögerungen führen.

Als Zahlungsmittel ist eine Kreditkarte besser als eine Girokarte, denn Letztere wird im Ausland selten akzeptiert. Auch Debitkarten funktionieren nicht an jedem Terminal. Ergänzend kann ein Konto bei einem digitalen Zahlungsanbieter wie PayPal hilfreich sein.

Viele deutsche Ladekarten ermöglichen über Roaming auch das Laden im Ausland, decken aber nicht immer alle Länder und Betreiber ab. Besonders Norwegen, Großbritannien, Ungarn oder südosteuropäische Länder fehlen manchmal. Manche Säulen akzeptieren auch nur physische Ladekarten, keine Apps. Der ACE empfiehlt, zwei bis drei kostenlose Ladekarten oder Apps verschiedener Anbieter mitzuführen und deren Länderabdeckung vor Reisebeginn zu kontrollieren. Auch wenn man nur einmal verreisen will, kann sich zudem ein Tarif mit Grundgebühr lohnen.

Auch wer eine deutsche Roamingkarte hat, sollte vor der Reise die Konditionen fürs Ausland geprüft werden. Hier sind Aufschläge bis zu 100 Prozent möglich, so der ACE. Lokale Betreiber bieten teils günstigere Tarife an. Die Registrierung sollte sinnvollerweise noch in Deutschland erfolgen. Denn wer beispielsweise in Italien einen Account bei einem lokalen Anbieter anlegen will, wird zur Angabe einer italienischen Steuernummer aufgefordert. Bei einer vorherigen Registrierung aus Deutschland entfällt dies. 

Alternativ kommt das Ad-hoc-Laden ohne festen Vertrag infrage. Dabei zahlt man per Kreditkarte oder Smartphone und kommt teilweise günstiger weg als mit Roaming-Karte. Ein Beispiel ist Vilnius, wo man 28,7 Cent pro Kilowattstunde bezahlt – damit ist diese Option in der litauischen Hauptstadt nur etwa halb so teuer wie in Deutschland.

Bevor man lädt, sollte man prüfen, ob nach Kilowattstunden oder nach Minuten abgerechnet wird – letzteres kommt im Ausland häufiger vor, so der ACE. Dann kann insbesondere ein langsam ladendes Fahrzeug hohe Kosten verursachen. Bei Zahlungen in Fremdwährung ist außerdem in der Regel die Abrechnung in Landeswährung günstiger als eine vom Terminal angebotene sofortige Umrechnung in Euro.

In Nicht-EU-Ländern wie Albanien sind manchmal chinesische GB/T-Ladeanschlüsse vorhanden, an denen man europäische Elektroautos nur mit einem Adapter laden können. In Italien sind außerdem Drehstromanschlüsse in öffentlichen Tiefgaragen verbreitet, die sich mit einer "mobilen Wallbox" und passenden Steckeraufsätzen nutzen lassen.

Bei Fährreisen sollte vor der Buchung geprüft werden, welche Vorgaben der Anbieter zum Ladezustand des Fahrzeugs macht. So darf beispielsweise auf griechischen Fähren die Akkuladung oft nur maximal 40 Prozent betragen. Andere Fährgesellschaften bieten sogar Ladeplätze an Bord an, die aber meist vorab gebucht werden müssen. Das kann bei einem Pauschalpreis unter Umständen günstiger sein als das Laden an Land.

Für Fahrten durch die Schweiz empfiehlt es sich zudem, Ladepunkte und Kartenmaterial vorab herunterzuladen, da viele Mobilfunktarife dort kein kostenloses Roaming einschließen und die spontane Online-Suche zusätzliche Kosten verursachen kann.

Unter dem Strich

In unserem Bekanntenkreis haben schon mehrere Familien lange Reisen problemlos mit dem Elektroauto bewältigt, zum Beispiel nach Kroatien oder in die Normandie. Entlang der großen Autobahnen dürfte man wenig Probleme haben, einen Schnelllader zu finden. Anders sieht das "auf dem platten Land" aus und in Ländern, wo die Elektromobilität noch wenig verbreitet ist. Aber wer die obigen Tipps des ACE berücksichtigt, wird wohl wieder heil hin- und auch wieder zurückkommen.