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Für eine persönlichere Erfahrung

Kia PV5 Passenger (2026) im Test: Besser als der VW ID. Buzz?

Die Marke überrascht mit einem Großraumfahrzeug im ungewöhnlichen Design

Kia PV5 Passenger (2026) im Test
Bild von: Kia

I am the passenger
And I ride and I ride
I ride through the city′s backsides
I see the stars come out of the sky
Yeah, they're bright in a hollow sky
You know it looks so good tonight

Was soll das jetzt, werden Sie sich vielleicht fragen. Will uns Hobbydichter Hildebrandt hier seine Gebrauchslyrik andrehen? Weit gefehlt. Die obigen Zeilen stammen aus dem Song "The Passenger" von Iggy Pop aus dem Jahr 1977. Und erstaunlich gut zum neuen Familien-Großraumtransporter von Kia passend. Sein Name: Kia PV5 Passenger.

Bildergalerie: Kia PV5 Passenger (2026) im Test

Für Nutzfahrzeuge ist die Marke Kia außerhalb von Asien eher nicht bekannt. Bis jetzt. Der PV5 Passenger ist von der Lieferwagen-Version des PV5 abgeleitet. Quasi der umgekehrte Weg des VW ID. Buzz. Den man getrost als Hauptkonkurrenten in Deutschland betrachten darf. Kann ihm der Kia Paroli bieten?

Schnelle Daten Kia PV5 Passenger Fünfsitzer (71,2 kWh)
Antrieb Permanentmagnet-Synchronmaschine, Frontantrieb
Systemleistung / max. Drehmoment 120 kW (163 PS) / 250 Nm
Höchstgeschwindigkeit 135 km/h
0 - 100 km/h ca. 10,5 Sek.
Stromverbrauch / Reichweite (WLTP) 19,3 kWh/100 km (kombiniert) / 412 km
Akku 400-Volt-System / Lithium-Ionen-Akku, 71,2 kWh
Maximale Ladeleistung / 10 - 80 Prozent 150 kW / ca. 30 Minuten
Grundpreis 42.390 Euro

Karosserie/Design | Innenraum | Antrieb/Fahreindrücke | Batterie/Laden | Verbrauch/Preis | Fazit


Karosserie/Design

I am the passenger
I stay under glass
I look through my window so bright
I see the stars come out tonight
I see the bright and hollow sky
Over the city′s ripped-back sky
And everything looks good tonight

Naturgemäß folgen die Formen eines Kleinbusses dem Ritter-Sport-Prinzip: Quadratisch, praktisch, gut. Am Kia PV5 Passenger fallen aber dennoch zwei Dinge auf. Erstens die sehr modern gestaltete Frontpartie, die für manch Hingucker sorgte. Zweitens die eigentlich gar nicht so gigantischen Abmessungen: 4,70 Meter Länge ist Mercedes-C-Klasse-Niveau, 1,89 Meter Breite haben inzwischen nicht wenige SUVs.

Erst die Höhe von 1,90 Meter macht das Nutzfahrzeug aus. 1.899 Millimeter, um ganz genau zu sein, doch 1,90-Meter-Parkhauseinfahrten sollte man trotzdem meiden. Tiefgaragen auch lieber. 

Kia PV5 Passenger (2026) im Test

Kia PV5 Passenger (2026) im Test

Bild von: Kia

Jim Osterberg (so der bürgerliche Name von Iggy Pop) besang sein Fenster, durch das es hell scheint. Er könnte in der ersten Reihe des Kia gesessen haben. Dort sind nämlich die Seitenfenster tief nach unten ausgeschnitten, was die Übersichtlichkeit des PV5 Passenger massiv verbessert. Hinzu kommen große Außenspiegel.

Dennoch sind die seitlichen Parksensoren und die 360-Grad-Kamera der Topausstattung nicht zu verachten. Aber wir möchten festhalten: Der Kia ist übersichtlicher als manch total verbauter SUV-Designexzess. 

Abmessungen Kia PV5 Passenger Fünfsitzer (71,2 kWh)
Länge x Breite x Höhe 4.695 x 1.895 x 1.899 mm
Radstand 2.995 mm
Leergewicht 2.145 - 2.215 kg (inkl. Fahrer 75 kg)
Zuladung 455 kg
Kofferraumvolumen 1.330 - 3.615 Liter
Anhängelast 1.500 kg (6- und 7-Sitzer: 750 kg)
Dachlast / Stützlast 100 kg / k.A.

Innenraum

Get into the car
We'll be the passenger
We′ll ride through the city tonight
See the city′s ripped backsides
We'll see the bright and hollow sky
We′ll see the stars that shine so bright
Oh stars made for us tonight

Einsteigen bitte, sagt Iggy. Gesagt, getan. Ein Glasdach, um die Sterne zu betrachten, gibt es  nicht (Beim ID. Buzz gegen Aufpreis hingegen schon). Dafür optional elektrisch betätigte Schiebetüren hinten und eine hohe Sitzposition plus durchgehende Fußräume. Teilweise zu öffnende Fenster hinten und vor allem viele praktische Ablagen. Beispiele? Ein großes Fach mit Deckel auf dem Armaturenbrett hinter dem Lenkrad, eine große Schublade unten in der Mittelkonsole (Airfryer lässt grüßen), Fächer unter dem Ladeboden. 

Kia PV5 Passenger (2026) im Test
Kia PV5 Passenger (2026) im Test
Kia PV5 Passenger (2026) im Test
Bilder von: Kia
Bilder von: Kia

Wir hatten den PV5 Passenger als Fünfsitzer, es gibt ihn auch mit sechs oder sieben Plätzen. Aufpreis: ungefähr 2.000 Euro. Positiv: Die riesige Heckklappe öffnet auch für Personen um 1,90 Meter hoch genug. Negativ: Beim Umlegen der hinteren Sitze (aber mit praktischen Hebel an der Seite der Sitzfläche) entsteht eine Stufe. 1.330 bis 3.615 Liter Kofferraumvolumen sind trotzdem eine Ansage. Und ermöglichen Kellerräumungen, Urlaube oder kleinere Umzüge. 1.340 bis 3.456 Liter sind es übrigens beim direkten Konkurrenten VW ID. Buzz

Für den Komfort der Fondpassagiere gibt es USB-C-Buchsen an den Lehnen der Vordersitze sowie eine Sitzheizung. Interessant, aber nicht immer serienmäßig ist die 230-Volt-Steckdose zwischen den Vordersitzen. Sie kommt in Verbindung mit V2L (Vehicle-to-Load) Funktionalität zum Laden von externen Geräten mit maximal 3,6 kW. Auch hinten gibt es eine AC-Steckdose.

Antrieb/Fahreindrücke

Oh the passenger
How, how he rides
Oh the passenger
He rides and he rides
He looks through his window
What does he see?

Iggy Pop hat selbst heute mit fast 80 noch mächtig Leistung im Körper. Wie viele kW hat der PV5 Passenger zu bieten? 51.5-kWh-Batterie, 89 kW (122 PS) an der Basis, wir testen die Version mit 71.2-kWh-Batterie (385 Kilogramm wiegt sie) und 120 kW (163 PS). Frontantrieb haben alle PV5. In rund 10,5 Sekunden beschleunigt der Kia auf Tempo 100. Gemessen am Gewicht von ungefähr 2,2 Tonnen und der Schrankwand-Form ein respektabler Wert.

Kia PV5 Passenger (2026) im Test

Kia PV5 Passenger (2026) im Test

Bild von: Kia

Und vor allem: Leise und ruckfrei. Sicher: Viele Bulli-Fans schwören auf den Diesel. Aber wer jemals in einem Elektro-Bus dahingeglitten ist, weiß die Abwesenheit von Nagelei durchaus zu schätzen. Generell ist der Kia angenehm leise, erst ab 120 km/h sind Windgeräusche deutlich präsent. Was uns im Test besonders positiv auffiel, war die Wendigkeit des PV5. Auch der gute Federungskomfort trotz Verbundlenkerachse hinten überzeugte.

Wo allerdings der Diesel-Bulli-Freund zurecht den Finger hebt, ist das Thema Höchstgeschwindigkeit und Verbrauch. 135 km/h Spitze (Tacho 140) dürften nicht jeden zufriedenstellen, ebenso die Reichweite von 412 Kilometer. 

Batterie/Laden

He sees the sign and hollow sky
He see the stars come out tonight
He sees the city's ripped backsides
He sees the winding ocean drive

Immerhin: Der PV5 lädt mit maximal 150 kW, um den 385 Kilogramm schweren Akku wieder zu füllen. Wir luden in 20 Minuten von 40 auf 80 Prozent, der Peak betrug hier 127 kW, der Durchschnitt lag bei 90 kW. Kia nennt optimistisch eine halbe Stunde von 10 auf 80 Prozent. Der theoretische Idealfall würden wir sagen. 

Kia PV5 Passenger (2026) im Test

Kia PV5 Passenger (2026) im Test

Bild von: Kia

Praktisch ist die Ladebuchse an der "Nase" des Kia, dennoch würden wir uns die schnelle 800V-Technik wünschen, die in anderen Elektroautos des Konzerns steckt. Gerade bei der Passenger-Variante, die auch auf Reisen eingesetzt wird, wäre das ein echter Vorteil gegenüber dem PV5 Cargo, der mehr auf Kurzstrecken unterwegs ist. Nicht nur Iggy hat Bock auf einen "Ocean Drive".

Verbrauch/Preis

And everything was made for you and me
All of it was made for you and me
′Cause it just belongs to you and me
So let's take a ride and see what′s mine

Können sich nur Popstars den Kia PV5 Passenger leisten? Zunächst ein Blick auf den Verbrauch: 19,3 kWh kombiniert gibt Kia offiziell an, mit einer Bandbreite zwischen 12,0 (Innendstadt) und 26,7 (Autobahn). Wir erzielten bei Überlandfahrt mit maximal 100 km/h ohne Autobahn einen Schnitt von 16,3 kWh. Das deckt sich mit den Landstraßen-17,3 von Kia und ist gemessen an Größe und Gewicht des PV5 aller Ehren wert.

Preislich beginnt der PV5 Passenger in Deutschland mit dem großem Akku bei fairen 42.390 Euro. Kia-typisch gibt es lange Garantien und eine umfangreiche Grundausstattung. Wir würden zur Topausstattung "Elite" raten. Sie ist mit 45.440 Euro nicht unangenehm teurer, lohnt sich aber schon aufgrund der zusätzlichen Einparkhilfen. 

Und der VW ID. Buzz? Halten Sie sich besser fest. 56.061 Euro für die Kurzversion mit 79-kWh-Akku und 460 km Reichweite. Ausstattungsbereinigt dürfte der Abstand zum Kia noch deutlicher werden. Und eine VW e-Caravelle ist mit gut 66.000 Euro für höchstens 370 Kilometer Reichweite jenseits von Gut und Böse.

Fazit

Praktisch, durchdacht, geräumig, wendig: Der Kia PV5 Passenger macht vieles richtig. Auch die Preise sind fair. Einziger Wermutstropfen ist der Verzicht auf 800V-Technik. Aber was nicht ist, kann ja noch werden. Bereits im Pkw-Bereich konnte Kia den etablierten Marken viele Kunden abspenstig machen. Dem PV5 kann man viel Erfolg und Sichtbarkeit wünschen. 

   

Pro

  • viel Platz
  • wendiges Fahrverhalten
  • gutes Preis-Leistungsverhältnis
   

Contra

  • keine 800V-Technik
  • mäßige Reichweite