Lucid Cosmos: Das ist bisher zum neuen Mittelklasse-SUV bekannt
Der Lucid Cosmos soll 2027 mit 800-Volt-Technik, hoher Effizienz und bis zu 640 Kilometern Reichweite gegen das Tesla Model Y antreten
Es läuft nicht allzu gut bei Lucid Motors. Für das zweite Quartal hatte das Unternehmen einen Verlust von über einer Milliarde US-Dollar gemeldet. Deshalb wurden Kostensenkungen in Höhe von 1,4 Milliarden Dollar beschlossen. Dazu gehört auch die Verschiebung des Lucid Cosmos auf die zweite Jahreshälfte 2027. Dennoch: Wir stellen zusammen, was zu dem Modell bisher bekannt ist.
Der Lucid Cosmos sollte ursprünglich Ende 2026 starten. Basis ist eine neue 800-Volt-Plattform, die kleiner ist als die, auf denen die Oberklassemodelle Air und Gravity basieren. Auf der gleichen Architektur soll später auch noch ein Modell namens Earth beruhen. Dabei ist der Cosmos eher ein Coupé-SUV, der Earth ein normales SUV. Ein drittes, noch unbenanntes Modell soll stärker auf Abenteuer ausgerichtet sein. Die Modelle werden gegen das Tesla Model Y sowie 800-Volt-Rivalen wie den BMW iX3, den Mercedes GLC und den Volvo EX60 antreten. Der Basispreis für den Cosmos soll bei etwa 50.000 Dollar liegen.
Teaserbild zum Lucid Cosmos: Die Silhouette lässt eine gute Aerodynamik vermuten
Auf Suvrat Kothari von InsideEVs.com, der bei einer Investorenkonferenz im März bereits einen seriennahen Prototypen gesehen sah, wirkte der Cosmos wie ein verkleinerter Gravity mit coupéartiger Dachlinie. Die Lichtsignatur soll markant sein, die Türen verfügen über versenkte Muldengriffe. Die Frontlichter und das Heck zeigte Lucid kürzlich in der Präsentation zum zweiten Quartal:
Die aerodynamische Form soll zu einem cW-Wert von 0,22 führen. So soll mit einer Speicherkapazität von nur 69 kWh eine Reichweite von 480 Kilometern möglich sein – wohl nach amerikanischer EPA-Norm. Zum Vergleich: Der VW ID.4 Pro mit 210 kW braucht 77 kWh netto für eine EPA-Reichweite von 468 km. In einem Interview mit dem US-Fernsehsender CNN sagte der neue Lucid-Chef Silvio Napoli sogar, man komme mit einer Ladung über 400 Meilen (rund 640 km) weit. Er sagte allerdings nicht nach welcher Norm.
Sowohl LFP- als auch NMC-Batterien sollen in der Plattform zum Einsatz kommen. In 14 Minuten soll man Strom für 320 km Reichweite nachladen können. Das ist deutlich schneller als beim Model Y und vergleichbar mit dem BMW iX3 und dem Volvo EX60. Auch bidirektionales Laden mit Wechselstrom soll unterstützt werden.
Der Atlas-Motor für den Lucid Cosmos auf dem Prüfstand
Für den Antrieb sorgt eine neue "Atlas"-Antriebseinheit, die deutlich kleiner sein soll als entsprechende Einheiten des Model Y, des Hyundai Ioniq 5 und des Gravity. Die vorderen und hinteren Antriebseinheiten sind im Wesentlichen identisch, was die Fertigung vereinfacht. Die Allradversionen sollen etwa 3,5 Sekunden für den Sprint auf 100 km/h brauchen.
Das Cockpit wirkte minimalistisch und hochwertig. Das Lenkrad ist identisch mit dem des Gravity, aber dessen gebogenes Display und der Bildschirm in der Mittelkonsole wurden durch ein einziges Display ersetzt, das sich bis zur Beifahrerseite hinüber erstreckt. So breit wie der Hyperscreen im Mercedes GLC soll der Monitor aber nicht sein. Wichtige Funktionen wie Klimatisierung und Lautstärkeregelung sollen über physische Elemente bedient werden.
Für die Produktion sollen keine "Gigacastings" verwendet werden, wie sie Tesla zur Kostensenkung einsetzt. Der Verzicht auf große Aluminium-Druckgussteile helfe, die Versicherungskosten zu senken, so Lucid. Zudem soll so eine "mehrstufige" Knautschzone möglich sein: Der vordere Teil der Front soll leichte Stöße absorbieren und sich leicht reparieren lassen, während der hintere, robustere Bereich stärkere Kollisionen abfangen soll.
Der Cosmos soll zunächst im neuen "AMP-2"-Werk in der King Abdullah Economic City bei Dschidda in Saudi-Arabien produziert werden. Von dort sollen auch die Modelle für Europa kommen. Später soll die Produktion der US-Modelle im Werk Casa Grande (Arizona) anlaufen. Von den Mittelklassemodellen erhofft sich Lucid eine deutliche Steigerung seines Absatzes. Lucids Oberklassemodelle verkaufen sich in Deutschland nur schleppend: Im ersten Halbjahr wurden 108 Neuzulassungen verzeichnet. Weltweit wurden im gleichen Zeitraum etwa 7.100 Autos ausgeliefert.
Unter dem Strich
Auch wenn der Produktionsstart verschoben wurde: Lucid verfolgt seine Pläne für das Mittelklasse-SUV Cosmos weiter. Nun soll es in der zweiten Hälfte des Jahres 2027 starten. Allerdings ist noch nicht ausgemacht, dass es die Firma dann noch gibt. Kürzlich musste das Unternehmen sogar Insolvenzgerüchte dementieren. Für ein Überleben von Lucid spricht die Unterstützung durch den saudi-arabischen Staatsfonds PIF. Allerdings ist offen, wie sich die Region durch den Iran-Krieg entwickelt.
Auch interessant
Lucid Gravity 2027: Einstiegspreis niedriger und mehr Auswahl
Hyundai Ioniq 3: Serienproduktion in der Türkei gestartet
Lucid Air Grand Touring (2026) im Test: Verkanntes Genie?
Skoda Epiq jetzt auch als First Edition bestellbar
Autoindustrie verliert 142.500 Jobs: E-Autos nicht allein schuld
Große Elektro-SUVs ab 4,81 Meter in der Übersicht (2026)
BMW M Concept Neue Klasse: Neue Bilder des Elektro-M3