Der erste elektrische Mini Cooper SE startete im Jahr 2020; technische Basis war die Verbrenner-Version des Dreitürers. Doch seit Anfang 2024 ist die neue Generation konfigurier- und damit wohl auch bestellbar.

Der alte Elektro-Mini wurde ausschließlich mit einem 135-kW-Frontantrieb und einer 29-kWh-Batterie für schmale 203-233 Kilometer Reichweite angeboten. Die neue Version gibt es dagegen in zwei Varianten. Sie ist mit rund 3,80 Meter ähnlich lang wie die alte.

Zwei Motorisierungen mit verschiedenen Akkugrößen

Die Basisversion ist genauso stark wie das alte Modell, die gehobene Motorisierung bietet 160 kW. Beide haben größere Batterien als der alte Elektro-Mini. So schafft der neue Cooper SE nun rund 400 km. Deutlich verringert hat sich auch der Stromverbrauch (bisher 15,3-17,6 kWh/100 km).  

  Mini Cooper E Mini Cooper SE
Antrieb FWD mit 135 kW / 290 Nm FWD mit 160 kW / 330 Nm
0-100 km/h / Spitze 7,3 Sek. / 160 km/h 6,7 Sek. /170 km/h
WLTP-Stromverbrauch 13,8-14,3 kWh/100 km 14,1-14,7 kWh/100 km
Akku netto / WLTP-Reichweite 37 kWh / 293-305 km 50 kWh / 387-402 km
Ladeleistung AC / DC 11 / 75 kW 11 / 95 kW
Ladedauer AC (0-100%)/DC (10-80%) 4h30 / 28 min 5h15 / 30 min
DC-Ladegeschwindigkeit 0,9 kWh/min 1,2 kWh/min
Angekündigter Basispreis 32.900 Euro 36.900 Euro

Zur Art der Motoren gibt es bisher keine Angaben. Der 135-kW-Antrieb hat jedoch die gleiche Maximalleistung wie der Motor im alten Cooper SE. Dieser wurde von einem Permanentmagnet-Synchronmotor mit erhöhtem Reluktanzanteil angetrieben, also einem Hybrid-Synchronmotor, wie ihn auch die Stellantis-Modelle mit 115 kW haben. Drehmoment und Dauerleistung weichen allerdings ab.

Beim Aufladen wird nun Plug & Charge unterstützt. Außer mit 11 kW Wechselstrom kann mit 75 bzw. 95 kW Gleichstrom geladen werden. Trotz höherer Ladeleistung bei der großen Batterie dauert das Laden von 10 auf 80% hier zwei Minuten länger. Damit beträgt die Ladegeschwindigkeit 0,9 bzw. 1,2 kWh/min. Großartig sind die Reichweiten und Ladezeiten nicht, aber der Mini ist wohl auch nicht für die Langstrecke gemacht. 

Interieur ohne Instrumentendisplay

Außen wie innen sieht das neue Modell deutlich "cleaner" aus als bisher. Die Karosserie wirkt nicht mehr so überladen, und auch innen hat das Design-Team für eine angenehme Einfachheit gesorgt.

Wie bei Tesla oder auch im Volvo EX30 gibt es kein Instrumentendisplay mehr. Immerhin wird optional ein Head-up-Display angeboten. In der Mitte des Armaturenbretts prangt standardmäßig ein runder Touchscreen mit 24 cm, der auffällig dünn ausfällt. Darunter gibt es wie gehabt eine Kippschalterleiste; eines der Hebelchen aktiviert die Fahrmodi ("Experiences"). Dazu gibt es ein mit Stoff bespanntes Armaturenbrett. 

Mini Cooper SE (2024)

Zur Serienausstattung gehören LED-Scheinwerfer, 16-Zoll-Alufelgen, Zwei-Zonen-Klimaautomatik, Abstandstempomat, Totwinkelwarner, Spurverlassenswarner, Parkpiepser, Rückfahrkamera und Navigationssystem.

Im Konfigurator erscheint zunächst der Cooper SE, aber unter "Alle Motorisierungen" kann man auch den Cooper E auswählen. Um die Basisversion zu erhalten, muss man zudem unter "Modellvarianten" den Essential Trim auswählen.

Neben der Basisversion Essential Trim gibt es optional noch die Ausstattungen Classic Trim, Favoured Trim und JCW Trim. Je nach gewählter Ausstattung sind dann noch verschiedene Ausstattungspakete verfügbar. Für den Essential Trim kann nur XS gewählt werden, für Classic Trim dann S und L usw.

Mini Cooper Electric (2024): Die Ausstattungspakete

Vergleich mit der Konkurrenz

Zum Bestellstart haben wir die beiden Motor-Akku-Kombinationen des neuen Cooper mit Konkurrenten verglichen. Resultat: Die Basisversion ist günstiger und flotter als Rivalen wie der Opel Corsa Electric oder der MG4 Electric. Der Fiat 500 Elektro ist mit dem neuen Rabatt schon für 30.000 Euro zu haben, fährt mit seiner Sprintzeit von 9,0 Sekunden aber ebenfalls hinterher.

Die 160-kW-Variante ist angemessen eingepreist, wenn man mit dem (stärkeren) Volvo EX30 oder dem (größeren) MG4 Electric vergleicht. Den BYD Dolphin allerdings gibt es inzwischen schon für 30.000 Euro. Zu den weiteren Konkurrenten gehören der Renault 5 und der Alpine A290.

Alles in allem ist der Mini Cooper Electric ein interessantes Elektroauto für die Innenstadt. Viel Kofferraum bietet er nicht, und auch die fehlenden Fondtüren sind eine Einschränkung in Sachen Alltagstauglichkeit. Dafür findet man für den Winzling leichter einen Parkplatz. Der Basispreis von knapp 33.000 Euro ist erstaunlich günstig. Die alte Version (mit weniger Reichweite, aber wohl auch mehr Ausstattung) war mit 37.300 Euro deutlich teurer. 

Gebaut wird der neue Mini Cooper Electric in China. Denn Basis ist die Spotlight-Plattform des Joint Ventures mit dem chinesischen Autohersteller Great Wall. Bei den Händlern steht der neue Elektro-Mini seit Mai 2024. Wir haben den Mini Cooper SE bereits getestet.

Technische Daten des neuen Mini Cooper Electric

  • Frontantrieb mit Permanentmagnet-Synchronmotor
  • Systemleistung/Drehmoment: 135 bzw. 160 kW / 290 bzw. 330 Nm
  • 0-100 km/h / Höchstgeschwindigkeit: 7,3 bzw. 6,7 Sek. / 160 bzw. 170 km/h
  • WLTP-Stromverbrauch: 13,8-14,7 kWh/100 km
  • Akku / WLTP-Reichweite: 37 bzw. 50 kWh netto (41 bzw. 54 kWh brutto) / 293-402 km
  • Aufladen: bis 11 kW AC, bis 75 bzw. 95 kW DC
  • Ladedauer mit DC (10-80%): 28 min kleiner Akku, 30 min großer Akku
  • Maße: 3.858 mm Länge / 1.756 mm Breite / 1.460 mm Höhe / 2.526 mm Radstand
  • Kofferraum: 210-800 Liter
  • Basispreis: 32.900 Euro

(Geringfügig aktualisiert am 3. Juni 2024)