Mit Küche, Klappbett und kleinem Akku in den Frost

Bei Minustemperaturen nachts durch die Kälte zum WC laufen oder morgens mit nassen Haaren vom Duschen zurück in den Wohnwagen: Wintercamping ist nichts für zimperliche Gemüter. Aber auch für Elektroautos ist der Winter wegen des Akkus nicht die ideale Jahreszeit. Nun stellt Nissan eine Studie vor, die beide Wagnisse vereint: den e-NV200 mit Elektroantrieb als Winter-Camping-Mobil.   

Nissan empfiehlt das Auto als Ausgangsbasis für den Wintersport, von der Schneewanderung bis zum Skifahren. Für eine autarke Energieversorgung in der Natur sorgt ein 220-Volt-Netzteil, das Strom von den Solarzellen auf dem Dach bekommt. Integriert sind auch eine Küche samt Kühlschrank und Klappbetten. Außerdem hat der Wagen ein Aufstelldach. Isolierte Fenster schützen vor eisigen Temperaturen.

Damit der Camper problemlos in winterliche Gefilde gelangt, wurde er für den Offroad-Einsatz optimiert. Dazu gehören Offroad-Reifen und eine erhöhte Bodenfreiheit. Die Zusatzscheinwerfer, die vorne an einem verstärkten Stahlträger montiert sind, verbessern die Sicht in der Nacht. Modifizierte Kotflügel, Türeinstiegs- und Seitenleisten sowie Gummimatten vervollständigen die robuste Ausstattung der Studie.

Bildergalerie: Nissan e-NV200 Winter Camper Concept

Die Studie basiert auf dem normalen e-NV200, einem 4,56 Meter langen Kleintransporter, der bereits seit 2013 angeboten wird. Den e-NV200 gibt es als Kastenwagen ohne Seitenfenster im Fond, als eher spartanisch ausgestatteten "Kombi" sowie als freizeitorientierten Ausstattungsvariante Evalia, wobei das Winter Camper Concept naturgemäß auf dem Evalia beruht.

Der Antrieb besteht wie bei dem normalen e-NV200 aus einem Elektromotor mit 80 kW (109 PS). Ein 40-kWh-Akku sorgt für schmale 200 Kilometer Reichweite nach WLTP – zumindest bei der Serienversion. Allzu weit in die Wildnis sollte man sich also nicht vorwagen. Aufgeladen wird über einen Typ-1-Stecker mit bis zu 6,6 kW Wechselstrom oder (optional, beim Evalia serienmäßig) über die ChaDeMo-Schnittstelle an 50 kW Gleichstrom.

Zu den Besonderheiten des e-NV200 gehört die Fähigkeit zum bidirektionalen Laden (V2G, vehicle to grid), die sich ja auch im Vorhandensein einer 220-Volt-Steckdose zeigt. Diese Besonderheit hatte Nissan schon mal bei einem Speiseeis-Wagen auf Basis des e-NV200 gezeigt. Den normalen e-NV 200 Evalia gibt es ab 43.432 Euro mit Batteriekauf. Für knapp 800 Euro Aufpreis gibt es den Evalia auch mit sieben Sitzen.