Neue Elektroautos für die USA

General Motors hatte bisher nur ein einziges Elektroauto im Köcher: den Chevrolet Bolt EV, einen engen Verwandten des Opel Ampera-e. Beide sind nicht zu verwechseln mit dem Chevrolet Volt, einem Plug-in-Hybrid und engen Verwandten des ursprünglichen Opel Ampera.

Der 2016 vorgestellte Wagen erhält nun ein Facelift. Außerdem startet mit dem Bolt EUV eine etwas größere Version. Beide basieren noch nicht auf der neuen Ultium-Plattform, sondern auf dem bekannten Bolt EV. Auch wenn es sich damit um eine technologische Sackgasse handelt, haben die beiden Elektroautos einiges zu bieten. 

Bolt EV

2022 Chevrolet Bolt EV Exterior

Der Bolt EV bekam eine deutlich andere Front, die deutlich moderner wirkt. Schlanke Tagfahrleuchten, die auch als Blinker dienen, sitzen jetzt oben auf der Motorhaube, während die Scheinwerfer in eine schwarzen Blende darunter verborgen sind. Die Rücklichter erhielten eine weiche, rechteckige Form und bilden einen schönen Abschluss.

Die Änderungen innen sind noch deutlicher. Statt der vielen Hartplastik-Oberflächen, die an Kleinwagen erinnerten, erhält das Interieur nun Soft-Touch-Materialien. Ebenfalls verschwunden ist der altertümliche, aufrecht stehende Wählhebel in der Mittelkonsole. Er wurde durch Knöpfe und einen Zugschalter ersetzt. Mit einer dieser Tasten schaltet man den Modus für das One-Pedal-Driving an. Zusätzlich gibt es Lenkradwippen, mit denen man wie gehabt eine stärkere Rekuperation aktiviert.

Bildergalerie: Chevrolet Bolt EV (2022)

Der Bolt EV erhält außerdem einen neuen 10,2-Zoll-Touchscreen in der Mittelkonsole mit einem neuen Layout. In puncto Konnektivität bietet er Apple CarPlay und Android Auto, einen WLAN-Hotspot sowie kabelloses Laden fürs Handy.

Die Sitze, die zuvor ein häufiger Kritikpunkt waren, sollen deutlich bequemer geworden sein. Mit Kontrastnähten und einem Dreiecksmuster sehen sie auf jeden Fall besser aus und passen gut zum Lenkrad, das nun unten abgeflacht ist.

Der Antrieb ist praktisch unverändert. Er bietet 150 Kilowatt (204 PS) und ein Drehmoment von 360 Newtonmetern. Damit sprintet das Auto in etwa sieben Sekunden auf Tempo 100. Die 65-kWh-Batterie reicht für etwa 417 Kilometer.

Zu Hause kann man den Chevy Bolt EV mit 11 kW laden. Eine Achillesferse bleibt das Schnellladen. Es ist jetzt zwar beim Bolt EV und Bolt EUV Serie, aber währen die meisten Elektroautos heute 100 kW erlauben, sind es hier maximal 55 kW. Das ist zwar auf Langstrecken etwas mühsam, aber auch so kann man noch 100 Meilen Reichweite in weniger als 30 Minuten nachladen.

Bolt EUV

2022 Chevrolet Bolt EUV Interior

Der Bolt EUV basiert auf der gleichen Plattform wie der Bolt EV, ist aber stolze 16 Zentimeter länger. Laut Chevrolet verleiht ihm das die Proportionen eines SUVs oder Crossovers. Der Radstand ist 75 Millimeter länger als beim Bolt EV, was für mehr Beinfreiheit im Fond sorgt. Die Höhe ist jedoch fast identisch, genauso wie das Kofferraumvolumen:

  Bolt EV Bolt EUV
Länge 4.145 mm 4.306 mm
Radstand 2.600 mm 2.675 mm
Höhe 1.611 mm 1.616 mm
Kofferraum 470-1.614 Liter 462-1.611 Liter
Antrieb 1 E-Motor 150 kW (204 PS) 1 E-Motor 150 kW (204 PS)
Akku 65 kWh 65 kWh
Reichweite (von GM geschätzt) 416 km 402 km
Basispreis 31.995 Dollar 33.995 Dollar
Basispreis (umgerechnet) ca. 26.000 Euro ca. 28.000 Euro

Die optischen Unterschiede zum Bolt EV sind gering. Dennoch haben die beiden kein einziges Stück Blech gemeinsam. Auch hier gibt es schlanke Tagfahrlichter oben, die gleichzeitig als Blinker dienen. Die Rückleuchten sind ähnlich, aber nicht identisch mit denen des Bolt EV. Auch das Cockpit-Layout ist ähnlich wie beim Bolt EV. Da der Bolt EUV etwas größer und schwerer ist, bietet er etwas weniger Reichweite (402 km).

Bildergalerie: Chevrolet Bolt EUV (2022)

Beide Neulinge besitzen serienmäßig den "Chevy Safety Assist" mit Antikollisionssystem, Spurhalteassistent, dem Fernlichtassistenten IntelliBeam sowie eine Rückfahrkamera.  Ein Querverkehrswarner und ein Abstandstempomat sind optional erhältlich.

Die Topausstattung des Chevy Bolt EUV verfügt optional über Super Cruise, ein autonomes Fahrsystem, mit dem man auf bestimmten Straßen (etwa 200.00 Meilen in Nordamerika) die Lenkung dem Auto überlassen kann. Das System schaltet sich jedoch ab, wenn der Fahrer seine Aufmerksamkeit zu lange von der Straße abwendet.

Beide Elektroautos werden ab Frühjahr 2021 gebaut und stehen ab dem Sommer bei den Händlern. Der Bolt EV kostet 31.995 Dollar und ist damit um 5.000 Dollar günstiger als bisher. Der Bolt EUV kostet 2.000 Dollar mehr. Wer möglichst schnell einen gut ausgestatteten Bolt EUV haben will, kann sich bereits eine Launch-Edition für 43.495 Dollar reservieren.