Chevrolet will die Produktion der beiden kompakten Elektromodelle Bolt EV und Bolt EUV Ende des Jahres einstellen. Nach einer Meldung der inoffiziellen Website GM Authority soll die Fertigung im Dezember 2023 enden.

Die Serienproduktion des 4,17 Meter langen Bolt EV begann 2016; von 2017 bis 2021 wurde das Auto auch in Europa angeboten, allerdings unter dem Namen Opel Ampera-e (Testbericht von 2017 bei Motor1). Anders als bei den Plug-in-Hybrid-Modellen Chevrolet Volt und Opel Ampera (ohne "e") handelt es sich beim Bolt EV um ein reines Elektroauto. 2021 erhielt der Wagen ein Facelift und das SUV-artige Schwestermodell Bolt EUV kam hinzu.

Bildergalerie: Chevrolet Bolt EV (2022)

Bolt EV und EUV basieren auf der Plattform BEV2 von GM, dem Vorläufer der aktuellen Plattform BEV3, die normalerweise als Ultium-Plattform bezeichnet wird. Darauf beruhen auch die neuen Modelle Cadillac Lyriq, Cadillac Celestiq, Chevrolet Blazer EV, Chevrolet Equinox EV, Buick Electra E5 und Honda Prologue. 

Beide aktuellen Bolt-Varianten haben den gleichen Antrieb und den gleichen Akku: Die vordere Achse wird mit 150 kW angetrieben, der Strom kommt aus einer 60-kWh-Batterie (netto) von LG. Die WLTP-Reichweite soll bei schätzungsweise 380 km liegen.

Aufgeladen wird der NMC-Akku entweder einphasig mit Wechselstrom oder mit bis zu 55 kW Gleichstrom – auch den deutschen Ampera-e konnte man nicht mit dreiphasigem Wechselstrom laden. Die Batterie führte zu einem großen Rückruf beim Bolt; die Produktion musste wegen eines Herstellungsfehlers bei den verwendeten Pouch-Zellen von August 2021 bis Frühjahr 2022 pausieren.

Bildergalerie: Chevrolet Bolt EUV (2022)

Im Laufe des Jahres 2023 will Chevrolet noch 70.000 Stück von den beiden Bolt-Modellen produzieren und natürlich auch verkaufen. In den ersten beiden Quartalen des laufenden Jahres wurden in den USA knapp 34.000 Einheiten abgesetzt; damit dürften die 70.000 Stück erreichbar sein.

Die Produktion des Bolt EV und Bolt EUV erfolgt bislang noch im General-Motors-Werk Lake Orion in Michigan. Die beiden Fahrzeuge gehören zu den günstigsten Elektroautos auf dem US-Markt: Den Bolt EV gibt es ab 27.495 Dollar, den Bolt EUV ab 28.795 Dollar. Einen Nachfolger des Bolt mit gleichem Namen, aber auf Ultium-Basis, kündigte GM-Chefin Mary Barra Ende Juli an. Angaben zum Zeitpunkt der Einführung machte Barra noch nicht. 

"Unsere Kunden lieben den aktuellen Bolt. Er hat Rekordumsätze erzielt und mit die höchsten Kundenzufriedenheits- und Loyalitätswerte in der Branche. Er ist auch eine wichtige Umsatzquelle für das Unternehmen und für Chevrolet. Wir werden die Dynamik aufrechterhalten, indem wir einen neuen Bolt liefern […]" (Mary Barra)