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BMW: Elektroautos sollen 2030 die Hälfte des Absatzes ausmachen

In zwei Jahren soll es ein Dutzend Elektro-Modelle geben

BMW-Chef Oliver Zipse legt seine Elektropläne vor

Stefan Leichsenring Stefan Leichsenring

Von: Stefan Leichsenring

17. Mär. 2021 um 10:27 Uhr

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BMW verkündet seine Elektrifizierungspläne. So will der Konzern im Jahr 2023 ein rundes Dutzend Elektroautos auf dem Markt haben. Dazu gehört auf jeden Fall der neue i4, von dem es nun erste offizielle Bilder gibt.

BMW i4 mit 590 km Reichweite

Derzeit hat BMW mit dem BMW i3, dem Mini Cooper SE (den BMW nun als Mini SE bezeichnet) und dem BMW iX3 drei Elektroautos auf dem Markt. Im Jahr 2021 folgen der BMW iX und der BMW i4. Dabei soll der i4 drei Monate früher als ursprünglich geplant starten. BMW auch erste Bilder von der Elektroversion des kommenden 4er Gran Coupé: 

Bildergalerie: BMW i4 (2022)

2022 BMW i4

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Den i4 wird es in verschiedenen Versionen geben, die Reichweiten von bis zu 590 Kilometern nach WLTP ermöglichen. Kein schlechter Wert, und wie zufällig gerade zehn Kilometer mehr, als das Tesla Model 3 Long Range bietet. Die stärkste Version wird 390 kW haben und in 4 Sekunden auf 100 km/h beschleunigen, so BMW.

Ein Dutzend Elektroautos bis 2023

2023 will BMW dann schon ein rundes Dutzend Elektro-Modelle auf der Straße haben. 

Dazu gehören:

So will der Konzern 2023 in rund 90 Prozent der heutigen Marktsegmente jeweils mindestens ein Elektroauto auf der Straße haben. Damit will BMW in der Lage sein, "selbst dann eine optimale Balance von attraktivem Produktangebot und effizienter Werkeauslastung zu gewährleisten, wenn die Nachfrage in bestimmten Märkten sich in den kommenden Jahren vollständig hin zu vollelektrischen Fahrzeugen verlagern sollte." Das heißt: BMW setzt weiterhin auf Flexibilität und glaubt nicht wirklich, dass sich die Elektromobilität in den nächsten Jahren vollständig durchsetzt.

Neue Klasse mit Elektroantrieb ab 2025

Nach 2025 will BMW eine "Neue Klasse" einführen. Es klingt, als sollte diese rein elektrisch angetrieben werden, aber explizit sagt BMW davon nichts. Die Neue Klasse soll jedenfalls neue elektrische Antriebe und Batterien, ein neuartiges "User-Experience-Konzept" sowie eine Software mit kontinuierlichen Updates bieten.

Die Aerodynamik wird kompromisslos auf elektrische Fahrzeuge ausgelegt sein, außerdem soll es mehr Innenraum sowie optimierte Batteriezellen geben. Die "hochskalierbaren Baukästen" der Neuen Klasse sollen volumenstarke Varianten, aber auch starke M-Modelle ermöglichen. Auch ein Brennstoffzellen-Auto ist denkbar, so BMW.

2030: Mindestens 50% des globalen Absatzes vollelektrisch

Im Jahr 2030 will BMW mindestens 50 Prozent seines weltweiten Absatzes mit Elektroautos bestreiten. Der Wert wird sich dabei von Land zu Land deutlich unterscheiden und nicht zuletzt vom Fortschritt beim Ausbau der Ladeinfrastruktur abhängen.

2030 soll es in allen Segmente mindestens ein Elektroauto geben. Einzelne Segmente könnten ausschließlich mit Elektroautos bedient werden. Dazu gehört offenbar das Kleinwagensegment, das der Konzern mit Mini abdeckt.

Mini wird ab 2030 zur reinen Elektro-Marke

Wie bereits vorab bekannt wurde, soll Mini zur reinen Elektromarke werden. Schon 2025 soll die Marke "zum letzten Mal ein neues Modell mit Verbrenner-Variante auf den Markt bringen – danach folgen nur noch vollelektrische Modelle." 2027 soll der Anteil von Elektroautos am Mini-Absatz mindestens 50 Prozent betragen. Das endgültige Aus kommt dann etwa 2030: "Anfang der 2030er Jahre wird Mini dann über ein ausschließlich vollelektrisches Angebot verfügen", so die Pressemitteilung.

Als zweites Modell nach dem Mini SE folgt 2023 der erwähnte Nachfolger des Countryman, den es sowohl mit Verbrenner als auch mit Elektroantrieb geben wird. In China sollen auf der Basis einer neuen Elektro-Plattform ab 2023 in Kooperation mit Great Wall weitere Elektro-Minis produziert werden.

Auch am teuren Ende der Konzern-Palette tut sich was: "Auch von Rolls-Royce können Sie ein vollelektrisches Angebot erwarten", verspracht BMW-Chef Zipse in seiner Rede.

Stammwerk München fertigt bald keine Verbrenner mehr

Im Münchner Stammwerk, wo 2021 die i4-Produktion beginnt, sollen spätestens ab 2024 keine Verbrennungsmotoren mehr gebaut werden. Die Fertigung wird schrittweise nach Steyr (Österreich) und Hams Hall (Großbritannien) verlagert. Wo heute Benziner und Diesel gefertigt werden, entsteht bis 2026 eine neue Montage für Autos auf Basis der neuen, auf elektrische Antriebe ausgerichteten Cluster-Architektur. Die Mitarbeiter sollen innerhalb Münchens oder Bayerns anderweitig beschäftigt werden, wozu die Fortbildung verstärkt wird.

Mehr Nachhaltigkeit

Wichtig ist BMW auch die Verringerung des CO2-Fußabdrucks. Daher sollen in den eigenen Werken die CO2-Emissionen bis 2030 um 80 Prozent reduziert werden. Bei den CO2-Emissionen in der Nutzungsphase will BMW auch die Herstellung der Elektroauto-Akkus durch Zulieferer im Auge behalten.

Die aktuelle, fünfte Generation von Batteriezellen enthält laut BMW nur noch zehn Prozent Kobalt, der Anteil von Sekundär-Nickel wurde auf bis zu 50 Prozent angehoben. Der Motor kommt außerdem ohne seltene Erden aus.

BMW Operation System 8

In Sachen Digitalisierung führt der Konzern 2021 mit dem BMW Operating System 8 eine neue Fahrzeug-Software ein, die Over-the-air-Upgrades unterstützt. Erstmals kommt es (zusammen mit einer neuen Version des Bedienkonzepts iDrive) im neuen BMW iX zum Einsatz.

Das BMW Operating System 8 soll auch mehr "Functions on Demand" ermöglichen. Dabei sollen Kunden künftig entscheiden können, ob sie eine Funktion dauerhaft kaufen oder aber für drei Jahre, 12 Monate oder auch nur einen Monat buchen möchten.

Quelle: BMW

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