Elektrifiziert oder richtig elektrisch? Opel bleibt beim unklaren Wording

Opel zeigt erste Bilder von der neuen Astra-Generation. Das Kompaktmodell soll erstmals elektrifiziert werden. Ob es sich dabei wirklich um ein Elektroauto handelt, bleibt aber nach wie vor offen, obwohl viele Medien das so verstehen. Vorgestellt wird der Wagen jedenfalls noch 2021, wie der Hersteller nun bekräftigt. 

Die größte Überraschung an den Bildern ist, dass der Astra offenbar ein ähnliches Design erhält wie der Elektro-Manta. Vor allem erhält er den Vizor, der auch den Elektro-Mokka ziert. Die schwarze Grillblende enthält beim neuen Astra schlanke adaptive LED-Scheinwerfer in L-Form. Am Heck zieht sich ein "Astra"-Schriftzug über die Heckklappe.

Bildergalerie: Opel Astra (2022) Teaser

Neu ist auch, dass der Wagen innen große Displays im Querformat bekommt, die der Hersteller das "digitale Opel Pure Panel" nennt. "Es vereint unter der vollverglasten, horizontal gestreckten Oberfläche nahtlos zwei Widescreen-Displays", so Opel. Dazu gibt es "ultraflache Bedientasten". Offenbar sind damit die silbrigen Elemente im Klaviertasten-Stil unter dem Touchscreen gemeint.

Mit diesem Cockpit wird sich der Astra offenbar deutlich vom neuen Peugeot 308 unterscheiden, bei dem Instrumenten- und Zentraldisplay nicht auf gleicher Höhe angeordnet sind:

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Der Astra dürfte innen wohl dem Elektro-Manta ähnlicher sehen (wenn man das Sportlenkrad abzieht):

Opel Manta GSe ElektroMOD: Erste Sitzprobe

Was den Antrieb angeht, so sagt Opel nach wie vor nur, dass es sich um "die erste elektrifizierte Astra-Generation der Opel-Geschichte" handeln wird. Vermutlich handelt es sich nur um einen Plug-in-Hybrid (oder wahrscheinlich zwei: der Hybrid 180 und der Hybrid 225). Denn die technische Basis des Astra wird wohl die Plattform EMP2 sein, und die wird nun mal vor allem für PHEVs verwendet.

Ja, es gibt auch Elektroautos auf EMP2-Basis, aber das sind Transporter wie der Combo-e oder Zafira-e. Ob der bekannte Elektroantrieb auch in einen Kompaktwagen passt, ist noch nicht bekannt. Wenn die Ingenieure eine Lösung finden, könnte eine Elektroversion nachgeschoben werden. 

Für wahrscheinlicher halten wir aber, dass ein Elektro-Astra auf der neuen STLA-Medium-Plattform beruhen wird, die neben PHEVs auch Elektroautos ermöglicht. Nach den Plänen des Stellantis-Konzerns soll sie 2023 fertig sein. Dabei dürfte es sich um die auch als eVMP bezeichnete Plattform handeln, auf der auch der kommende 3008 aufsetzen soll. Vielleicht wartet Opel also bis 2023 mit dem Start des Astra-e.

Dafür spricht auch, dass der neue Peugeot 308 und der neue DS 4, die ebenfalls für 2021 erwartet werden, Plug-in-Hybrid-Antriebe erhalten. Weitere Details zum neuen Astra sollen "in Kürze" folgen. Und die Elektrifizierungspläne des Konzerns werden am 8. Juli beim Stellantis Electrification Day verkündet.

Der Astra jedenfalls soll wie gehabt als fünftürige Schräghecklimousine und als Kombi (Sports Tourer) verkauft werden. Die Produktion in Rüsselsheim beginnt noch 2021.