Modulares System zum Zwischenspeichern von Solarenergie

Der deutsche Solartechnik-Anbieter Solarwatt stellt einen Energiespeicher für zu Hause vor, der auf Elektroauto-Batterien von BMW basiert. Das System mit der Bezeichnung Battery flex nutzt neue Module, die von BMW geliefert werden.

Das System soll es Hausbesitzern mit einer Photovoltaik-Anlage ermöglichen, den erzeugten Strom zu speichern und dann zu nutzen, wenn er benötigt wird – ob im Haus oder zum Laden des Elektroautos.

"E-Mobility und Photovoltaik gehören einfach untrennbar zusammen. Denn nur wenn möglichst viele Elektroautos mit regenerativem Strom, wie z.B. Solarstrom geladen werden, macht der Wandel hin zur Elektromobilität ökologisch und ökonomisch überhaupt Sinn." (Solarwatt-Geschäftsführer Detlef Neuhaus )

In dem Batteriespeicher kommen Module zum Einsatz, wie sie auch in BMW-Elektroautos eingebaut werden. Dabei handelt es sich allerdings nicht um Akkus der neuesten, fünften Antriebsgeneration, sondern um Batterien, wie sie zum Beispiel im Mini Cooper SE verwendet werden. Das berichtet Electrive.net unter Verweis auf die Online-Pressekonferenz. Die älteren Batterien besitzen danach auch eine höhere Zyklenfestigkeit, was für Stromspeicher, die sehr häufig ge- und entladen werden, von Vorteil ist.

Bildergalerie: Solarwatt Battery flex

Zur Installation wird eine Schiene an der Wand angebracht, in das ein Basismodul eingehängt wird. Weitere Module mit jeweils 2,4 kWh lassen sich oben auf diese Basiseinheit aufsetzen. Dabei sind zwei bis acht Module vorgesehen, wodurch sich eine Speicherkapazität von 4,8 bis 19,2 kWh ergibt. Von diesen Einheiten können mehrere zu einem Cluster gruppiert werden, wodurch bis zu 240 kWh gespeichert werden können. So kann der Speicher genau an die bestehende Photovoltaik-Anlage angepasst werden. Die gelieferte Leistung steigt mit der Zahl der Module. Zwei Achter-Einheiten ergeben 12 kW, drei schon 18 kW:

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Die Einzelkomponenten wiegen nicht mehr als 25 Kilo und können daher von einer einzelnen Person installiert werden. Die Software wird über eine Internetanbindung immer automatisch auf dem neuesten Stand gehalten. 

Passend zu Battery flex bietet Solarwatt auch ein Energiemanagement-System namens Manager flex an, das die Energieflüsse im Haushalt steuert und dafür sorgt, dass möglichst viel selbst erzeugter Solarstrom verbraucht wird. Auch das intelligente Laden eines Elektrofahrzeugs übernimmt das System. 

Aber warum verwendet Solarwatt keine gebrauchten Batterien? Solarwatt-Chef Olaf Wollersheim sagte dazu in der Online-Pressekonferenz: "Wir glauben nicht an die Erzählung des Second Life – zumindest nicht im Haushalt." Dafür gäbe es "Qualitäts-, aber auch Sicherheitsgründe: Der Zustand gebrauchter Batterien aus den Fahrzeugen ist nur sehr schwierig genau zu analysieren." Auf diese Batterien mit unklarer Vergangenheit könne man auch kaum eine Garantie geben.

Durch die Kooperation mit BMW kann Solarwatt eine ausgereifte und nach Automotive-Standards geprüfte Batterie nutzen. Außerdem profitiert die Firma offenbar auch von den großen Bestellmengen des Autoherstellers und damit von günstigeren Preisen.

Der Heim-Speicher soll im Herbst auf den Markt kommen – zunächst für einen einphasigen Wechselstrom-Kreislauf. Im Jahr 2022 sollen dann eine dreiphasige Version und ein Gleichstrom-Speicher folgen. Preise wurden noch nicht genannt.

BMW-Großaktionär Stefan Quandt ist auch Hauptanteilseigner von Solarwatt und sitzt im Aufsichtsrat des Dresdner Unternehmens. BMW und Solarwatt kooperieren bereits seit 2013. Dabei ging es zunächst um die Vermittlung von Photovoltaik an BMW-Kunden. Mit dem neuen Stromspeicher machen die Partner nun einen nächsten Schritt.