Viersitziges Coupé als Auftakt für Maseratis Elektro-Offensive

Der Maserati GranTurismo kommt wieder. Das von 2007 bis 2019 gebaute viersitzige Coupé bekommt einen Nachfolger, der sich optisch an die Studie Alfieri von 2014 anlehnen soll. Erste Bilder von einem getarnten Prototyp hat nun Maserati veröffentlicht.

Die neue Generation wird mit Elektroantrieb angeboten, wie der Hersteller nun in seiner kurzen Pressemitteilung bekräftigt:

"Der erste Prototyp des neuen Maserati GranTurismo ist nun auch auf den Straßen von Modena unterwegs. Das im Maserati Innovation Lab entwickelte Fahrzeug wird das erste Modell der Marke sein, das einen vollelektrischen Antrieb besitzt." (Maserati-Pressemitteilung)

Die Bilder selbst enthüllen für uns wenig Interessantes; für uns sehen alle Maseratis irgendwie gleich aus: riesiger Grill und fließende Formen.

Bildergalerie: Maserati GranTurismo (Teaser)

Bereits im September 2020 hatte Maserati bekannt gegeben, dass es ab 2022 die ersten reinen Elektroautos von Maserati geben wird. Wenn wir die verstreuten Anmerkungen von Maserati richtig interpretieren, sollen dann offenbar gleich vier Elektroversionen auf den Markt kommen:

Gleich vier brandneue Elektroautos also, und das in nur einem Jahr. Der GranTurismo ist laut Maserati-Pressemitteilung der Gran Turismo, das technisch identische GranCabrio dürfte Nummer zwei sein: "Der neue Maserati GranTurismo und der GranCabrio werden die ersten Fahrzeuge sein, die rein elektrisch angetrieben werden", schreibt Maserati auf seiner Schweizer Homepage.

Der GranTurismo wird offenbar noch 2021 vorgestellt, wie dieses Bild vom Herbst letzten Jahres nahelegt:

maserati-il-piano-prodotti-fino-al-2024 (Bildquelle: https://de.motor1.com/news/443487/maserati-zukunftsplane-elektroantrieb-fulgore/)

So schwungvoll, wie die Elektro-Offensive von Maserati beginnt, soll es offenbar auch weitergehen. Denn schon für das Jahr 2023 sind die neuen Generationen von Quattroporte und Levante zu erwarten, und zwar wiederum als Verbrenner und als Elektroversion. Alle neuen Baureihen sollen den gleichen Elektroantrieb erhalten, der den Namen Folgore (Italienisch für "Blitz") trägt. Ein paar Haupteigenschaften des Antriebs sind bereits bekannt:

  • Antrieb: 1 E-Motor vorne, 2 E-Motoren hinten
  • Systemtechnik: 800 Volt, Siliciumcarbid-Wechselrichter
  • Aufladen: bis 300 kW DC

Zur Leistung der drei E-Maschinen hat sich Maserati noch nicht geäußert, vermutlich wird die Systemleistung je nach Modell unterschiedlich sein. Die Spitze markiert dabei wohl die Elektroversion des MC20, dessen Fahrleistungen bereits bekannt sind: Sprint in 2,8 Sekunden, Spitze über 310 km/h. Die Reichweite liegt laut Maserati bei 380 Kilometer.

Bildergalerie: Maserati MC20

Insgesamt fährt Maserati unter der neuen Stellantis-Ägide einen neuen Kurs: Alle Modellreihen werden schon bald elektrifiziert: Neben Verbrenner-Varianten soll es von allen Modellen auch reine Elektroversionen geben. Ob es daneben auch noch Plug-in-Hybride geben wird, wie gerüchteweise zu lesen ist, bleibt erstmal offen. 

Noch nicht ganz klar ist auch, wie die Maserati-Pläne zu denen des Mutterkonzerns passen: Stellantis will seine STLA Large erst Mitte 2023 einführen, also zu spät für die Maserati-Modelle. Da der Folgore-Antrieb außerdem eine reine Maserati-Entwicklung sein soll (wie der Hersteller sagt), handelt es sich offenbar um eine Parallelentwicklung. Vielleicht war schon so viel Geld in den Antrieb geflossen, dass Stellantis-Chef Carlos Tavares das Projekt nicht mehr stoppen wollte.  

Der GranTurismo jedenfalls wird derzeit schon auf Straße und Rennstrecke getestet, um die letzten Abstimmungen vorzunehmen. Die offizielle Vorstellung wird wohl nicht mehr lang auf sich warten lassen.