Schon vor knapp zwei Wochen hatte Hyundai seine "Hydrogen Wave"-Veranstaltung für den heutigen 7. September angekündigt und dazu noch eine Wasserstoff-Limousine angeteasert. Auf der Veranstaltung wurde diese nun näher vorgestellt. Zudem gab die Marke ihre generellen Wasserstoff-Pläne bekannt.

Geeignet sei Wasserstoff für "Everything, Everybody and Everywhere": Hyundai will künftig die Brennstoffzelle auf alle Arten der Mobilität anwenden, von der Sportlimousine bis zum Lkw, und zudem in verschiedensten anderen Gesellschaftsbereichen, von Häusern bis zu Kraftwerken.

Was die angeteaserte Sport-Limousine angeht, so soll sie einen 500 kW starken Hinterradantrieb haben. Das erklärt, warum das Auto auf dem kürzlich gezeigten Teaser-Video in der Kurve hinten ausbrach. Das Auto soll in weniger als vier Sekunden auf Tempo 100 sprinten und über 600 Kilometer Reichweite haben. Bei der Entwicklung kooperierte Hyundai mit dem kroatischen Elektrosportwagen-Spezialisten Rimac.

Hyundai-Studien zum Thema Brennstoffzelle
Die dritte Generation von Stacks in den Versionen mit 100 kW (links) und mit 200 kW

2023 will Hyundai die nächste Generation seiner Brennstoffzellen-Systeme auf den Markt bringen. Zwei Varianten – mit 100 und mit 200 kW – sind geplant. Bei der 100-kW-Variante sollen die Kosten um die Hälfte sinken, der Bauraum um 30 Prozent reduziert werden und die Leistung steigen. Die 200-kW-Version, die für Nutzfahrzeuge vorgesehen ist, soll genauso groß sein wie der heutige System des Brennstoffzellen-SUVs Nexo.

Im Jahr 2030 soll ein Brennstoffzellen-Auto (FCEV) dann nicht mehr teurer sein als ein E-Auto, glaubt die Marke.

"Das Ziel ist es, Wasserstoff für alle, alles und überall nutzbar zu machen." (Hyundai-Chef Euisun Chung)

Der Wasserstoff-Antrieb soll den gesamten Verkehr erobern, beginnend mit den Nutzfahrzeugen, die mehr CO2 ausstoßen als Pkw und oft auch längere Strecken fahren. Bis 2028 will der Autohersteller alle seine Nutzfahrzeuge elektrifizieren: Sie sollen alle ein Brennstoffzellen-System erhalten, teilweise werden sie zudem auch mit batterieelektrischem Antrieb angeboten. Das bezieht sich auf alle Busse und Lkw, die Hyundai weltweit anbietet.

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Bereits produziert wird der Xcient Fuel Cell, ein schwerer Lkw mit Brennstoffzellen-Technik, von dem derzeit 45 Exemplare auf der Straße sind – auch im Anhängerbetrieb. 2024 soll eine Zugmaschine mit der gleichen Technik folgen. Bei der Veranstaltung wurde auch eine "Trailer-Drohne" namens e-Bogie als Studie gezeigt. Dabei handelt es sich um ein autonom fahrendes Zugfahrzeug für schwere Lkw-Auflieger. Weitere Besonderheit: Es können auch zwei e-Bogies zusammenarbeiten (einer vorne und einer hinten), um einen schweren Auflieger zu tragen.

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Schwerer Lkw mit zwei e-Bogies

Der gesamte Personen- und Güterverkehr von Südkorea soll künftig auf Wasserstoff als Energieträger umgerüstet werden. In Europa will man den Markt für Nutzfahrzeuge umkrempeln. Derzeit umfasst er 400.000 Neufahrzeuge pro Jahr. Im Markt für leichte Nutzfahrzeuge, der Ende des Jahrzehnts etwa sieben Millionen Fahrzeuge umfassen soll, will Hyundai ab 2030 ein fünf bis sieben Meter langes Purpose Built Vehicle (PBV) anbieten.

Bis 2040 soll der Wasserstoff-Antrieb dann auch auf Sportwagen, urbane Luftfahrzeuge, Roboter, Flugzeuge und große Schiffe angewendet werden, so die Vision von Hyundai. In die Kategorie Roboter gehört wohl ein weiteres Konzeptfahrzeug, das Hyundai vorstellte: ein autonomes Fahrzeug, das Menschen retten und Feuer löschen kann:

Hyundai-Studien zum Thema Brennstoffzelle

2040 soll so etwas wie eine Wasserstoff-Gesellschaft entstehen. Über den Verkehr hinaus soll der Energieträger dann auch in vielen anderen Bereichen genutzt werden. So kann Wasserstoff verwendet werden, um Solarenergie, die im Sommer erzeugt wird, für den Winter zu speichern. Das erklärt auch, warum Wasserstoff sozusagen "Käse" ist:

"Electric energy is like milk and hydrogen is like cheese." (Duk-Hwan Kim, Brennstoffzellen-Verantwortlicher von Hyundai)

Ein Video von der etwa 36-minütigen Online-Veranstaltung (in englischer Sprache) sehen Sie hier: