Erste Bilder von der Kabine des Elektro-Senkrechtstarters aus dem Hyundai-Konzern: Der eVTOL-Flieger (electric Vertical Take-Off and Landing) wurde bereits im November gezeigt; nun folgen Fotos und Renderings vom Inneren der Kabine sowie neue Infos dazu.

Bei dem Flieger handelt es sich offenbar um die Serienversion der 2020 auf der Elektronikmesse CES vorgestellten Studie S-A1. Die Studie wurde damals zusammen mit Uber als Luft-Taxi präsentiert und wird seither weiterentwickelt. Das Interieur wurde nun auf der Farnborough International Airshow vorgestellt. Die Kabine bietet fünf Sitze, wobei es vorne einen einzelnen Sitz gibt und dahinter zwei Sitzreihen mit jeweils zwei Sitzen: 

Bildergalerie: Hyundai eVTOL: Erste Bilder der Kabine

Ähnlich wie im Auto gibt es Mittelkonsolen zwischen den Sitzen. Dort finden sich eine Ladestation fürs Handy und ein Staufach für persönliche Gegenstände. Das Ambientelicht ändert sich je nach Flugphase. Als Materialien werden leichtes Carbon, langlebiges veganes "Leder" auf pflanzlicher Basis, Recycling-Kunststoff und diverse Hölzer eingesetzt.

Bildergalerie: Hyundai-Senkrechtstarter S-A1 (Studie, 2020)

Das elektrisch angetriebene Luftfahrzeug soll autonom fliegen und auf innerstädtischen sowie stadtnahen Strecken eingesetzt werden. Zumindest die Studie S-A1 sollte vertikal starten wie ein Hubschrauber, im Reiseflug aber in den Flugzeug-Modus übergehen. Zum Landen wird wieder der Helikopter-Modus aktiviert. Die Bilder zeigen sechs Rotoren, die bei Start und Landung vertikal wirken. Im Reiseflug werden sie offenbar nach vorne gekippt, so dass sie für Vortrieb sorgen.

Hyundai/Uber Ridesharing Concept
S-A1 im Hubschrauber-Modus (Start und Landung)
Hyundai Uber Ridshare Air Taxi Concept
S-A1 im Flugzeug-Modus (Reiseflug)

Im November 2021 hatte der Konzern für seine Elektro-Luftfahrzeuge eine eigene Marke namens Supernal gegründet. Das ist der neue Name der Urban Air Mobility Division des Konzerns. Abgesehen vom S-A1 soll das Unternehmen eine ganze Familie von elektrischen Luftfahrzeugen entwickeln. Ziel ist dabei die intermodale (also Verkehrsmittel-übergreifende) Mobilität: Reisen soll man künftig mit einer einzigen App planen können. Dabei könnte die Reise mit einer Fahrt per Auto oder Bahn beginnen. An einem Vertiport steigt man in ein eVTOL-Luftfahrzeug um, und fährt vom Landepunkt dann mit einem E-Scooter zum Ziel.

Hyundai / Uber Rideshare Air Taxi Concept
Vertiport: So nennt man Start- und Landeplätze für Senkrechtstarter

2024 soll der Flieger die Zertifizierung durch die US-Behörden erhalten, bevor sie 2028 auf den US-Markt kommt. Europa soll bald darauf folgen. "Wir bei Supernal haben kühne Ambitionen, aber als Erster auf den Markt zu kommen, gehört nicht dazu", sagte der Chef der neuen Marke, Jaiwon Shin – offenbar mit Bezug auf andere Elektro-Senkrechtstarter, die bereits in wenigen Jahren auf den Markt kommen sollen.

Die Luftfahrt-Ambitionen gehören zu dem Plan des Konzerns, sich vom Autohersteller zum Mobilitätsanbieter zu entwickeln, der Ende 2020 formuliert wurde (siehe Pressemitteilung).

2020 startete die Luftfahrzeug-Sparte von Hyundai eine Partnerschaft mit der Stadt Los Angeles und Urban Movement Labs, um ein "Politik-Toolkit" zu entwickeln. Dieses sollen andere Städte nutzen, um sich über die Möglichkeiten durch eVTOL-Luftfahrzeuge zu informieren. Ebenfalls seit 2020 besteht eine Kooperation mit Urban-Air Port. Diese Firma will 2022 einen ersten Vertiport-Prototyp in Großbritannien vorstellen.