Wir hatten das Teaserbild vom Dienstag richtig gedeutet: Es war der Genesis GV70 mit Elektronantrieb. Nun stellt die koreanische Marke das Auto offiziell auf der Auto Guangzhou 2021 vor. Wie erwartet, heißt es Electrified GV70.

Wie der Electrified G80 basiert auch er Electrified GV70 auf dem entsprechenden Verbrenner-Modell, nicht etwa auf der dedizierten Elektroplattform E-GMP. Auch die Optik unterscheidet sich wenig von der des fossilen Modells; die Länge von etwa 4,70 Meter dürfte die gleiche sein. Gegenüber dem Verbrenner-Modell wurde aber der Mitteltunnel abgesenkt, um mehr Platz in der zweiten Reihe zu schaffen.

Bildergalerie: Genesis Electrified GV70 (2022)

Angetrieben wird der Wagen von zwei gleich starken Elektromotoren vorne und hinten, die jeweils 160 kW und 350 Nm Drehmoment liefern. So ergeben sich eine Systemleistung von 360 kW (im Boost-Modus) und 700 Nm Drehmoment. Damit beschleunigt der Wagen im Boost-Modus in 4,5 Sekunden auf 100 km/h. Mit zweimal 160 kW ist das Auto stärker motorisiert als der Electrified G80, bei dem nur zweimal 136 kW angegeben wurden. Als erstes Genesis-Modell verfügt der GV70 außerdem über einen e-Terrain Mode, offenbar ein Offroad-Modus.

Die Batteriekapazität wurde nicht genannt, möglicherweise wird der 87-kWh-Akku eingesetzt. Die Reichweite nach dem China Light-Duty Vehicle Test Cycle (CLTC) soll jedoch über 500 Kilometer liegen, nach koreanischer Norm sind es nur 400 km. Die Batterie soll sich in nur 18 Minuten von 10 auf 80 Prozent aufladen lassen. Diese hohe Ladegeschwindigkeit wird durch das bekannte 400V/800V-Multi-Schnellladesystem der Hyundai Motor Group möglich. Wie die anderen Elektroautos von Genesis, Hyundai und Kia verfügt auch der GV70 über das bidirektionale Laden.

Ebenfalls bekannt ist das Disconnector Actuator System (DAS), das einen der beiden Motoren mechanisch abkoppeln kann. So bremst er nicht, wenn er  nicht gebraucht wird. Vermutlich hat also auch der GV70 zwei PSM, von denen der vordere abgekuppelt werden kann.

Für uns (zumindest vom Namen her) neu ist das Smart Regenerative Braking System 2.0. Es berücksichtigt bei der Rekuperationsstärke nicht nur Daten des Navis, sondern auch die Fahrgewohnheiten. Der i-Pedal-Modus fürs One-Pedal-Driving ist dagegen wieder bekannt.

Eine Besonderheit ist auch die aktive Geräuschunterdrückung (ANC-R, Active Noise Control-Road), die den Lärmpegel mit mit vier Sensoren und acht Mikrofonen misst und die entsprechenden Frequenzen per Interferenz auslöscht. Außerdem sorgt Preview Electronic Control Suspension (Pre-View ECS) dafür, dass das Fahrwerk basierend auf Informationen der Frontkamera und des Navigationssystems automatisch einstellt.