Uniti, das schwedische Start-up-Unternehmen hinter dem Elektro-Kleinstwagen Uniti One, steht kurz vor der Insolvenz. Das teilte Firmenchef Lewis Horne nun per E-Mail mit, wobei er auf einen längeren Artikel auf LinkedIn verlinkte. Einziger Strohhalm zur Rettung: Uniti hofft auf Kapitalzusagen von Investoren.

Der Uniti One wurde bereits 2017 vorgestellt und sollte 2019 auf den Markt kommen. Der Termin verschob sich auf 2020, aber auch Ende 2021 ist das Auto noch nicht auf dem Markt, obwohl man es nach wie vor konfigurieren kann – zu Preisen ab 17.767 Euro netto, also etwa 21.000 Euro mit deutscher Mehrwertsteuer. Dafür bekommt man einen nur 3,22 Meter langen Dreisitzer mit 150 km Reichweite; gegen Aufpreis werden daraus 300 km.

Der erste serienreife Prototyp sollte im zweiten Quartal 2020 fertig sein, doch die Karosserieteile sollten ausgerechnet aus Wuhan kommen, und so verzögerte sich die Sache wegen der Corona-Pandemie. Karosserieteile aus Großbritannien wären zu teuer gewesen.

Bildergalerie: Uniti One (Bilder von 2019)

Ohne einen Prototypen aber war es offenbar nicht möglich, Kapital einzusammeln. Aus Geldmangel wurde das Team verkleinert, das Büro aufgegeben und die Pressearbeit eingestellt. Offenbar wurde auch klar, dass man das zum Aufbau einer Serienproduktion nötige Kapital nicht selbst aufbringen könnte.

Stattdessen fand Uniti einen chinesischen Partner, der das Produktionsproblem lösen und Kapital einbringen konnte. Der Investor wollte unter anderem vier Millionen Euro in die ersten Demofahrzeuge des One investieren und 60 Millionen in ein Uniti-Produktionswerk in China. Außerdem strebte der Investor einen Börsengang innerhalb von 12 Monaten an. Man schloss offenbar eine Absichtserklärung, aber noch keinen endgültigen Vertrag. Und der Partner bat um Diskretion.

"So now we have less than a week to raise €500k, otherwise, we need to file for bankruptcy." (Uniti-Chef Horne)

Ende November sollten die Chinesen eine Überbrückungsfinanzierung überweisen, doch Beschränkungen für den Kapitalexport aus China haben die Transaktion verhindert, so Horne. Nun habe man "weniger als eine Woche Zeit, um 500.000 Euro einzusammeln, ansonsten müssen wir Insolvenz anmelden." Das Team habe bereits seit Monaten kein Gehalt mehr erhalten.

Die Aktionäre sagten daraufhin rund 200.000 Euro zu, es fehlen also noch 300.000 Euro. Nun bittet Horne um Kapitalzusagen von Investoren – offenbar ein letzter Hilfeschrei. Mit der halben Million könnte die Firma bis Juni 2022 durchhalten, und in dieser Zeit den Deal mit den Chinesen abschließen oder einen anderen Investor finden, so die Hoffnung. 

Vor einem Monat hatte auch das Münchner Startup ACM Insolvenz angemeldet, wie die Automobilwoche meldete. ACM hatte mit Magna bereits einen Produktionspartner gefunden, doch die Präsentation des City One hatte sich durch die Pandemie stark verzögert. Dann ging das Geld aus, und die Insolvenz folgte – offenbar ähneln sich die Probleme solcher Start-ups.