Neu ist die Idee nicht, aber das macht sie nicht schlechter: Jaguar will alte Batterien aus dem I-Pace für stationäre Energiespeicher nutzen. Die alten Akkus sollen im Energy Storage System (ESS) der Firma Pramac eine Zweitverwendung finden. 

Das ESS wird vom Jaguar-Rennteam der Formel E als Energiespeicher genutzt. Auf dem Kurs in Valencia lieferte das System den Strom für die Datenauswertung der in den Rennwagen eingesetzten Diagnosegeräte. Zudem versorgte es die Boxenwerkstatt mit zusätzlichem Strom.

Das leistungsstärkste ESS verfügt über eine Speicherkapazität von bis zu 125 kWh – mehr als ausreichend, um ein Einfamilienhaus eine Woche lang mit Strom zu versorgen. Dabei werden die Energiespeicher von Solarpanelen aufgeladen. Zum System gehört auch ein bidirektionaler Konverter und eine Steuerung. Pramac bietet das System für die gewerbliche Vermietung an. Mit Typ-2-Ladeanschlüssen ausgestattet, geben sie bis zu 22 kW Wechselstrom an Elektroautos ab.

Infografik zu der Kooperation zwischen Jaguar und Pramac

Die "Second Life"-Verwendung der ausgedienten 90-kWh-Batterien des I-Pace soll das aufwendige Recycling hinausschieben und dafür sorgen, dass keine wertvollen Rohstoffe verloren gehen. Auf die Batterie gewährt Jaguar eine Garantie von acht Jahren oder 160.000 km. Dabei bezieht sich die Garantie auf mindestens 70 Prozent der ursprünglichen Speicherkapazität. Wenn auch das Second Life beendet ist, soll der Akku zu 95 Prozent recycelbar sein, so Jaguar.

Der Jaguar I-Pace wird seit Herbst 2018 verkauft. Die meisten Akkus dürften also erst ab 2026 zurücklaufen. Nach der obigen Infografik sollen offenbar zunächst nur Akkus aus Prototypen und Testfahrzeugen genutzt werden. Seit Modellstart wurden insgesamt rund 50.000 Jaguar I-Pace verkauft. Die Batterien dieser Fahrzeuge würden ausreichen, um 36.000 ESS-Systeme der größten Variante zu bestücken. 

Die 1966 gegründete italienische Firma Pramac startete als Spezialist für Baumaschinen, entwickelte sich aber später zu einem Spezialisten für Generatoren und Gabelstapler. Seit 2016 gehört Pramac zu dem amerikanischen Generator- und Lichtmasthersteller Generac. Mit dem Rennteam Pramac Racing spielt das Unternehmen eine Rolle in der Motorrad-Rennserie MotoGP.