In Sachen Elektroautos sieht es bei Jaguar nach wie vor mau aus. Der vor fünf Jahren eingeführte und damit schon recht betagte I-Pace ist das einzige Strom-Modell der Briten. Ab 2025 soll sich das ändern, zahlreiche neue Modelle sind geplant. Einzig der I-Pace sollte die Umstellung überleben, hieß es bislang. Doch nun soll auch er 2025 verschwinden – der neue Unternehmenschef will einen kompletten Neuanfang.

Ab 2025 will Jaguar alle Verbrenner auslaufen lassen und durch Stromer auf Basis einer neuen Plattform ersetzen, wie Jaguar zuletzt Anfang 2022 erklärte. Das betrifft fünf Baureihen: die Limousinen XE und XF, die SUVs E-Pace und F-Pace sowie das Coupé F-Type. Nur der I-Pace sollte als "Brückenmodell" erhalten bleiben, wie der bisherige Chef von Jaguar Land Rover (JLR), Thierry Bolloré, entschieden hatte.

Bildergalerie: Jaguar I-Pace (2024)

Doch der seit dem 20. Juli amtierende neue CEO Adrian Mardell hat andere Pläne: Auch der Strom-Veteran soll 2025 mit dem Relaunch der Marke verschwinden. Das bestätigte Mardell nun gegenüber Autocar.

Wenn wir die Äußerungen von Mardell richtig verstehen, bezieht sich das aber nur auf den I-Pace mit aktueller Technik: "Wir wollen nicht, dass das Produkt zu lange vom Markt ist, insbesondere das elektrifizierte Modell [I-Pace]. Jetzt warten wir auf das Vertrauen in JEA", so der Manager. JEA steht für die neue Elektroarchitektur des Konzerns, die Jaguar Electrified Architecture (JEA). Mardell nannte auch ein "Volumenziel für die wiedergeborene Modellreihe" von 4.000 Stück pro Monat. Das klingt, als sei ein Nachfolger auf Basis von JEA geplant. 

Die neue Elektro-Ära bei Jaguar soll jedenfalls Ende 2024 beginnen. Dann wird das erste Modell auf Basis von JEA vorgestellt werden. 2025 wird das Auto dann auf den Markt kommen. Zuvor will Partnermarke Land Rover Ende 2024 noch einen Elektro-Range-Rover auf den Markt bringen. Der wird jedoch noch auf der alten Verbrennerplattform Modular Longitudinal Architecture (MLA) basieren, auf der die größeren JLR-Modelle basieren.

Der Jaguar I-Pace helfe derzeit noch, die CO2-Flottengrenzwerte des Konzerns in Europa einzuhalten, so Mardell. Außerdem habe die Erfahrung mit dem Modell geholfen, die neuen Elektroautos zu entwickeln.

In Deutschland wurden im ganzen letzten Jahr nur 390 Stück von dem Modell verkauft. Das mindestens 92.400 Euro teure Modell bietet einen 294 kW starken Allradantrieb und maximal 469 Kilometer Reichweite. Zum Vergleich: Der etwa gleich große Ford Mustang Mach-E schafft in der reichweitenstärksten Allradversion bis zu 550 km. Dafür verlangt Ford auch nur vergleichsweise günstige 65.900 Euro. Das entsprechende Tesla Model Y kostet vor Förderung sogar nur etwa 60.000 Euro.