Citroen kooperiert mit dem Berliner Unternehmen Ubitricity, das als Anbieter für das "Laternenladen" bekannt ist: An jeder Straßenlaterne ist Wechselstrom verfügbar, warum also diesen nicht anzapfen und zum Aufladen für Elektroautos nutzen? Dieser Idee folgend, kann man den kleinen Cityflitzer Citroen Ami nun in Großbritannien für drei Monate umsonst an den Ubitricity-Laternen aufladen.

Der Citroen Ami kommt diesen September in Großbritannien auf den Markt. Die ersten Käuferinnen und Käufer dürften den Ami drei Monate lang kostenlos an den über 5.500 Laternen-Ladesäulen von Ubitricity aufladen. Und zwar vor allem im Großraum London, denn im übrigen Großbritannien befindet sich das Ubitricity-Ladenetz noch im Aufbau. Dazu muss mit einem individuellen Code ein Rabatt in der Shell Recharge-App aktiviert werden. Dann kann man die kostenlose Ladesitzung starten. 

Bildergalerie: Citroën Ami (2020) im Test

Auch auf das übrige Europa will Citroen die Ubitricity-Kooperation ausweiten. Die Laternen-Lader sollen ohne große Extra-Installationen ein dichtes Ladenetz ermöglichen. So könnten On-Street-Parker, die keine Garage haben, ihr Elektroauto aufladen – das Könnte die Bereitschaft zum Umstieg auf ein E-Auto erhöhen, so Citroen.

Das Ubitricity-Ladenetzwerk kann generell auf zwei Arten genutzt werden: Entweder man scannt mit dem Smartphone einen an der Ladesäule angebrachten QR-Code und folgt ein paar Anweisungen auf der dann erscheinenden Website – dazu ist kein Abo und keine App nötig. Oder man nutzt Apps von Anbieter wie Shell Recharge, die zusätzlich auch einen den Überblick über alle Ladevorgänge bieten.

"Die Visionen von Citroens Ami und Ubitricitys Laternenladesäulen stimmen überein – sie sind minimalistisch, platzsparend und einfach, platzsparend, ressourcenschonend und für jedermann erschwinglich, so Ubitricity-Chef Daniel Kunkel. "In vielen Städten Europas ist Platz knapp, und für EV-Fahrer ohne private Parkplätze bietet die Lichtmast-Ladelösung von Ubitricity einen bequemen und erschwinglichen Zugang zum Aufladen auf der Straße direkt vor der Haustür."

Weitere gemeinsame Projekte von Ubitricity und Citroen sollen in den nächsten Monaten bekannt gegeben werden.

Die 2008 gegründete Firma Ubitricity gehört zum Shell-Konzern. Die deutsche Firma hat im Ausland mehr Erfolg als auf dem Heimatmarkt. Denn bei uns erlauben die Vorschriften nur geringe Ladeleistungen. So bietet die deutsche Lösung "Heinz" 3,7 kW (16 Ampere einphasig bei 230 Volt). Die Lösung "Chelsea" für Großbritannien ermöglicht immerhin 5 kW (25 Ampere einphasig bei 230 Volt), die für Frankreich (Etoile) hat einen Ladepunkt mit 5,5 kW (24 Ampere bei230 Volt) und einen mit 3,0 kW (13 Ampere bei 230 Volt).

Für die nur 5,5 kWh große Batterie des Citroen Ami (und den bei uns angebotenen, baugleichen Opel Rocks-e) reichen die Ladeleistungen der Ubitricity-Säulen locker. Denn die kleinen Elektroflitzer sind für das Aufladen an der normalen Haushaltssteckdose gemacht. Laut offiziellem Opel-Video soll das Aufladen bei 8 Ampere und 220 Volt (also 1,8 kW) nur vier Stunden dauern. Mit einem Adapter für den Typ-2-Anschluss ist auch das Laden an der Wallbox oder der öffentlichen Wechselstrom-Ladestation möglich. Den dürfte man auch für die Ubitricity-Ladelaternen brauchen.