Die Serienproduktion des Lightyear 0 hat nun offiziell begonnen. Im Werk von Valmet Automotive in Finnland soll zunächst ein Auto pro Woche gefertigt werden, um die Produktion dann im ersten Quartal 2023 schrittweise hochzufahren. Allerdings sollen insgesamt sowieso nur 964 Stück gebaut werden. Warum gerade 964 und nicht 1.000? Weil ein Lichtjahr 964 mal 1010 Kilometern entspricht.

Nach sechs Jahren Entwicklungszeit sei damit eine der schwierigsten Phasen abgeschlossen, so der niederländische Hersteller. "Wir haben in den letzten Jahren viele Meilensteine erreicht, von wichtigen Finanzierungserfolgen bis hin zu großartigen Partnerschaften. Der heutige Tag ist jedoch der bedeutendste und wahrscheinlich anspruchsvollste in unserer Firmengeschichte", sagte Lightyear-Chef Lex Hoefslot.

Bildergalerie: Lightyear 0: Start der Serienproduktion

Mit dem Beginn der Serienfertigung, den Lightyear am gestrigen 30. November meldete, erfüllt das Unternehmen zwar gerade noch sein Versprechen, dass das Auto ab Herbst produziert wird. Doch sollte eigentlich die Auslieferung im November starten. Damit ist die Firma etwas im Rückstand, aber deutlich pünktlicher als andere Unternehmen wie Tesla, Aptera, Sono, Micro etc., die ihre Versprechen oft jahrelang nicht einhielten.  

Der Lightyear 0 ist das erste Solar-Elektrofahrzeug der Welt, das in Serie geht, so das Unternehmen. Die nächsten Solar-Elektroautos sind allerdings schon in Sicht: Der Aptera soll noch dieses Jahr in Serie gehen, der Sono Sion Ende 2023. 

Der Lightyear 0 soll zudem mit einem cW-Wert von 0,175 "das aerodynamischste Auto sein, das bisher hergestellt wurde". Solange der Aptera (cW-Wert 0,15 oder sogar 0,13) nicht produziert wird, könnte das stimmen. Der Lucid Air kommt seit Kurzem auf 0,197, es folgen der Mercedes EQS (0,20), das Tesla Model S Plaid (0,208) und der Nio ET7 (ebenfalls 0,208).

Der Lightyear 0 (der als Studie noch Lightyear One hieß) lädt sich mithilfe seiner Solarzellen auf und geht überdies so sparsam mit dem Strom um, dass eine 60-kWh-Batterie ausreicht. Die batterieelektrische Reichweite wird mit 625 km angegeben, und im Sommer sollen sogar 1.000 km möglich sein, so die Daten im Konfigurator. Der Preis für das Auto ist allerdings heftig: Er liegt bei 250.000 Euro netto, mit deutscher Mehrwertsteuer sind das fast 300.000 Euro.  

Lightyear hat sich in den sechs Jahren seit der Gründung zu einer Firma mit über 500 Mitarbeitern gemausert und eine zuverlässige Lieferkette mit renommierten Partnern wie Valmet Automotive, Bridgestone und Koenigsegg aufgebaut, so das Unternehmen stolz. Für die Zukunft ist der Lightyear 2 geplant, ein Modell für den Massenmarkt, das 2025 starten soll. 

Der Produktionspartner Valmet Automotive war ursprünglich ein Gemeinschaftsunternehmen von Saab und dem finnischen Valmet-Konzern. Nach der Pleite von Saab entwickelte sich die Firma zum Auftragsfertiger. Im Werk Uusikaupunki werden auch der Mercedes GLC und das Mercedes-AMG GT 4-Türer Coupé gefertigt.